Was für ein Spiel, was für eine Serie: Der „Wohlen-Wahnsinn“ nimmt kein Ende. Beim wiedererstarkten FC Wil bestehen die Jungs von Ciriaco Sforza eine echte Reifeprüfung, und dies mit Bravour. Doppeltorschütze Roman Buess, Joël Geissmann und Samir Ramizi treffen beim 4:2-Auswärtssieg. Wohlen bleibt damit als einziges Team der Swiss Football League in dieser Saison ungeschlagen, der Vorsprung auf den ersten Verfolger Servette beträgt nun schon satte sieben Zähler!  

Sforza frohlockt in den Katakomben
„Grossartiges Kompliment an mein Team“, frohlockte Sforza in den Katakomben des Wiler Sportparks. Aus der Wohler Kabine dröhnen laute Bässe, die Spieler feiern den 7. Sieg im 10. Spiel. Zu Recht. Nach der kleinen Baisse beim 0:0 gegen Le Mont zeigten sich die Freiämter wieder von ihrer besten Seite. Wohler Spieler zu kritisieren käme derzeit fast schon einer Gotteslästerung gleich. Sforza meinte: „Schade, dass es nur für vier Tore gereicht hat.“ Erfolgreich ist, wer solche Luxusprobleme hat.

406 Minuten ohne Gegentreffer
In der ersten Hälfte sorgten beide Mannschaften für Spektakel: Wil-Stürmer Fazli traf aus kurzer Distanz zur Führung (23.). Damit war der machtlose Wohlen-Keeper Kiassumbua nach unglaublichen 406 Minuten ohne Gegentreffer (!) wieder einmal geschlagen.

Doch seine Vorderleute reagierten. Und wie! Keine drei Minuten später bedient Urtic mit seinem Einwurf Ramizi, seine butterweiche Flanke wird von Joël Geissmann per Kopf zum 1:1 verwertet.

Wohlens Angriffs-Maschinerie kommt nun in Schwung. Die Freiämter kehren die Partie noch vor der Pause: Marijan Urtic nützt ein Missverständnis in der Wiler Defensive aus, sein kluges Zuspiel knallt Stürmer Roman Buess zum 2:1 in die Maschen.

Wil nicht geschockt
Aber auch die Ostschweizer sind durch den Rückstand nicht geschockt und finden Sekunden vor der Pause eine Antwort: Ein Cornerball segelt an Freund und Feind vorbei, Fazli kann abstauben und trifft zum zweiten Mal für Wil.

Die erneute Aargauer Führung folgt in der 70. Minute: Mergim Brahimis Zuckerpass erreicht Buess, der mit einem Flachschuss in die rechte Ecke trifft. Zittern muss Wohlen nur noch bei Lombardis Pfostenschuss, ansonsten bringt der Leader den Vorsprung stilsicher über die Zeit, Ramizi schliesst einen Konter schliesslich zum 4:2 ab.

Basel muss sich warm anziehen
„Wir haben heute fast alles richtig gemacht und die Räume eiskalt ausgenützt“, sagte Roman Buess nach seiner Doublette. „Dass wir keine Englische Woche vor uns haben ist gut, so werden wir gegen Biel wieder mit frischen Kräften voll angreifen.“

Klar ist auch: Spielt Wohlen in einem Monat auch im Schweizer Cup in ähnlicher Art und Weise, wird sich der FC Basel warm anziehen müssen. Sehr warm sogar.

Telegramm

Wil - Wohlen 2:4 (2:2)
IGP Arena. – 1380 Zuschauer. – SR San. – Tore: 23. Fazli 1:0. 26. Geissmann 1:1. 40. Buess 1:2. 46. (1.Halbzeit) Fazli 2:2. 70. Buess 2:3. 95. Ramizi 2:4.
Wil: Brecher; Bozic, Lekaj, Platero, Dutra (63. Cerrone); Muslin, Taipi (71. Vasquez); Audino (83. Koller), Lombardi, Brown; Fazli.
Wohlen: Kiassumbua; Urtic, Bühler, Pnishi, Stadelmann; Grether; Ramizi, Brahimi (85. Neziraj), Geissmann, Rapp; Buess (90. Giampà).
Bemerkungen: Wil ohne Tabakovic, Blejdea (verletzt), Berisa (krank). Wohlen ohne Pezzoni, Minkwitz (verletzt), Exouzidis (rekonvaleszent). – Verwarnungen: 40. Ramizi (Unsportlichkeit), 48. Platero (Foul), 53. Audino (Foul), 65. Grether (Handspiel), 91. Fazli (Foul), 92. Rapp (Unsportlichkeit). – 74. Pfostenschuss Lombardi.

Liveticker

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