FC Wohlen

Der Shootingstar vom Pilatus

Marijan Urtic spielt beim FC Wohlen gross auf.

Marijan Urtic spielt beim FC Wohlen gross auf.

Aussenverteidiger Marijan Urtic verkörpert den famosen Höhenflug des FC Wohlen. Seit Saisonbeginn ist Urtic auf der rechten Abwehrseite eine Bank und eilt von Erfolg zu Erfolg.

Er öffnet in modischem T-Shirt und ockerfarbenen Jeans die Tür und wartet zur Begrüssung mit einem breiten Lächeln auf. Kein Wunder: Marijan Urtic hat allen Grund zur Heiterkeit, der 23-Jährige steht mit dem FC Wohlen derzeit auf der Sonnenseite. Seit Saisonbeginn eilen die Freiämter von Erfolg zu Erfolg, Urtic ist auf der rechten Abwehrseite eine Bank und schaltet sich mit schnellen Flügelläufen und präzisen Flanken immer wieder ins Offensivspiel des Challenge-League-Leaders ein.


Nach einem durchzogenen Frühjahr, in dem auch Urtic noch etwas gehemmt auftrat, merkte er bereits in der Vorbereitung, dass heuer etwas Grosses gelingen kann. «In der letzten Saison haben wir uns die Spielphilosophie von Ciriaco Sforza angeeignet, nun können wir sie perfektionieren.» Und das gelingt auf beeindruckende Art und Weise: Seit 17 Pflichtspielen (!) ist der FC Wohlen (saisonübergreifend) ungeschlagen, die Konkurrenz beisst sich Woche für Woche die Zähne aus.
Mit Teamgeist zum Erfolg

Erfolgsfaktor: Teamgeist

Als Erfolgsfaktoren nennt Urtic Selbstvertrauen und Teamgeist: «Wir haben dieses Jahr einen extrem guten Zusammenhalt. Wir sind eine verschworene Einheit und ziehen alle am gleichen Strick, wie in einer grossen Familie.» Der 1,82 Meter grosse Kroate wohnt mit seinen Eltern in Luzern in einer stilvoll eingerichteten Wohnung am Fusse des Pilatus.

Vater Ivan und Mutter Marija besuchen jedes Heimspiel ihres Sohnes. Seine zwei älteren Schwestern sind bereits ausgezogen, verfolgen die Karriere des aufstrebenden Verteidigers aber ebenfalls. Urtic wurde fussballerisch beim FC Luzern gross und spielte zwischenzeitlich auch beim SC Kriens. «In Wohlen ist alles viel familiärer. Von der Professionalität her ist der FCW jedoch auf demselben Level wie der FC Luzern. Das Einzige, worum wir Luzern beneiden, ist das Super-League-taugliche Stadion», so der 23-Jährige.


Urtic ist Frohnatur und Musterprofi zugleich: Selbst nach dem mageren 0:0 gegen Le Mont, als ihn Sforza 90 Minuten lang auf der Bank schmoren liess, sagte er bescheiden: «Ich werde hart weitertrainieren, dann erkämpfe ich mir den Stammplatz zurück.» Der Wohler Shootingstar hat sich mehrere Tattoos stechen lassen: zwei grosse auf dem linken Arm, ein kleines auf dem rechten Arm und ein weiteres auf seinem Rücken. Zu einem seiner Hobbys zählt er «Wellness». Urtic legt viel Wert auf die Erholung nach den Spielen, wirft sich in der Niedermatten ins kalte Wasser und geht regelmässig in die Sauna.
Super League als Ziel

Vorsprung weiter ausbauen

«Vor der Saison hoffte man in Wohlen bloss auf eine ruhige Saison – nun wollen wir Rang 1 nicht mehr hergeben. Uns kann momentan nichts aus der Ruhe bringen. Unser Ziel ist es, den Vorsprung weiter auszubauen.» Der Wohler Erfolgslauf scheint ungebremst weiterzugehen. «Wir können mit vollem Selbstvertrauen angreifen, derzeit gelingt es fast jedem Spieler, sein Maximum herauszuholen. Es ist einfach ein Traum, in diesem Team spielen zu können.» Urtic hat beim FC Wohlen im Sommer einen Vertrag bis 2016 unterzeichnet. «Ich möchte dem FC Wohlen das Vertrauen nun mit guten Leistungen zurückzahlen.» Sein Ziel lautet «Super League». Das breite Lächeln im Gesicht von Marijan Urtic ist nun weg. Denn wenn er weiterhin gross aufspielt, könnte aus dem Vorhaben bald schon ernst werden.

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