Schweizer Cup

Der FC Wohlen verliert ein umkämpftes Cup-Spiel gegen den FCZ mit 0:1

In der zweiten Halbzeit wurde das Aufeinandertreffen zum erhofften Cup-Fight. Zürich ging in der 77. Minute durch Buff in Führung. Derweil versuchte der FCW vergebens eine Reaktion zu zeigen.

Unter dem Titel «Mathematik kann so grausam sein» sorgte in der vergangenen Woche die ausgebuffte Antwort einer Schülerin in einer Mathematik-Prüfung für Aufsehen. Weil sie die Frage nach dem Umfang eines Rechtecks unter gegebenen Bedingungen nicht berechnen konnte, erklärte sie die Grausamkeit der Mathematik daran, dass diese die inneren Werte völlig aussen vor lasse.

Was das alles mit dem Sieg des FC Zürich respektive der Niederlage des FC Wohlen im Cup-Sechzehntelfinal zu tun hat? Auch der Fussball kann zuweilen so grausam sein. Vor allem, wenn man als Underdog aus der Challenge League gegen den Oberklassigen eine starke Partie spielt – und dann eben doch aus dem Cup ausscheidet. Es sind schlussendlich die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Vor allem in Cup-Fights wie dem, den die 3120 Zuschauer gestern Abend im Wohler Stadion Niedermatten miterlebten,

Am Ende fehlte dem FC Wohlen nur ein kleines Quäntchen Glück, um die Sensation möglich zu machen, oder zumindest den Traum davon länger als über die regulären 90 Minuten leben zu lassen. Flamur Tahiraj, der Torhüter des Challenge-League-Klubs, rettete sein Team gleich mehrmals mit mirakulösen Paraden vor dem Rückstand. «Ich habe gehofft, ich könnte mit meinen Paraden helfen, doch daraus wurde leider nichts. Im ersten Moment bin ich jetzt einfach enttäuscht», sagt Tahiraj. Die Zürcher Stürmer Armando Sadiku (43.) und Mario Gavranovic (74.) ihrerseits verpassten das 1:0 beide mutterseelenalleine vor Tahiraj fast schon mit Slapstick-Einlagen.

Fehlentscheidungen des Schiedrichters

Und Schiedsrichter Fedayi San entschied sich in strittigen Szenen Mal für Mal für den Super-League-Klub. So kurz vor der Pause, als Wohlen-Stürmer Nico Abegglen den FCZ-Verteidiger Cédric Brunner düpiert und von diesem schliesslich regelwidrig am Trikot zurückgehalten wurde – Freistoss und Platzverweis wäre die korrekte Entscheidung gewesen. Stattdessen lief das Spiel einfach weiter.

Und schliesslich übersah San unmittelbar vor dem verhängnisvollen Konter der Zürcher in der 77. Minute, dass Samir Ramizi am FCZ-Strafraum ebenfalls zurückgehalten worden war. Genau dann kam jener Moment, der schliesslich einfach der Logik entsprach: Die Zürcher liessen sich von Ramizis Protesten nicht beirren. Gavranovic passte durch den kompletten Strafraum auf Oliver Buff und dieser liess sich diese Chance nicht nehmen und schoss den Favoriten zum Sieg.

FCZ-Trainer Sami Hyypiä zeigte sich alles in allem mit seinem Team zufrieden: «Der Sieg ist unter dem Strich positiv zu werten. Dass wir eine frühere Entscheidung verpassten, führte zur hektischen Schlussphase. Das war nicht gerade gut für meine Gesundheit», sagte der Finne. Der FC Wohlen hat dieser Partie so schöne innere Werte verliehen. Gebracht hat es ihm nichts. Fussball kann so grausam sein.

Wohlen – Zürich 0:1 (0:0)

Niedermatten. – 3120 Zuschauer. - SR San. – Tore: 77. Buff 1:0.

Wohlen: Tahiraj; Urtic, Dünki (86. Weber), Muslin, Stadelmann (55. Lika); Ramizi, Geissmann, Grether, Thaqi (50. Brown); Schultz, Abegglen.

Zürich: Favre; Di Gregorio, Brunner (76. Djimsiti), Kecojevic, Koch; Bua, Cabral, Kukeli (86. Yapi), Buff; Gavranovic, Sadiku (69. Etoundi).

Bemerkungen: Wohlen ohne Bürgy und Giampà (beide verletzt). Zürich ohne Sarr, Nef, Schönbächler, Kleiber (alle verletzt), Grgic, Somonyan und De Freitas (alle ohne Aufgebot). Verwarnungen: 29. Thaqi (Foul). 36. Ramizi (Foul). 82. Kukeli (Foul).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Schweizer Cup: Wohlen - Zürich

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