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Der FC Wohlen verliert das Heimspiel gegen Chiasso mit 0:3

Der FC Chiasso gewinnt hochverdient mit 3:0 gegen den FC Wohlen. In der ersten Halbzeit hatten die Freiämter Glück, dass Chiasso keine der drei Grosschancen verwerten konnte. In der Zweiten klappte dies allerdings gleich drei mal.

Partystimmung in den Katakomben der Niedermatten. Das Gejohle von Chiassos Spieler übertönte sogar die laute Musik die aus der Gästekabine dröhnte. Soeben eroberten sich die Gäste mit dem 3:0-Auswärtssieg bei einem offensiv harmlosen FC Wohlen die Tabellenführung zurück, sind mit 14 Punkten aus 6 Spielen nach wie vor ungeschlagen.

Ganz anders hingegen die Gefühlslage beim FCW. Captain Alain Schultz schüttelte immer wieder mit dem Kopf und sagte: «Ich kann es mir nicht erklären.» Dieses «es» war vor allem der erneute Leistungsabfall nach dem Seitenwechsel, denn, wie Schultz ergänzt: «In der ersten Halbzeit waren wir das bessere Team.»

Nun ja, diese Feststellung stimmt teilweise. In der Tat hatte das Heimteam mehr Spielanteile, liess den Ball auf dem holprigen Geläuf ganz ansehnlich durch die eigenen Reihen zirkulieren. Für Torgefahr war dann aber doch der Gast zuständig. Gleich drei grosse Gelegenheiten liess Chiasso liegen, die beste kam kurz vor der Pause: FCW-Goalie Joel Kiassumbua faustet einen Freistoss des überragenden Leonardo Melazzi vor die Füsse von Dragan Mihajlovic, der mit seinen Heber von der Latte zurückprallen sah. Und Wohlen?

Die letzte Präzision fehlte

Bis auf eine Hand voll Distanzschüsse brachte das Heimteam nichts gefährliches zustande. Das lag einerseits an der sicheren Abwehr des Leaders, andererseits auch, wie Schultz richtig erkannte: «An der fehlenden Präzision auf den letzten 20 Metern.»

Nach der Pause bauten die Freiämter, wie so oft in dieser Anfangsphase der Saison, stark ab. Das ermöglichte den Tessinern, besser aus den Kabinen zu kommen. Dennoch war das 1:0 durch Sergio Cortelezzi alles andere als zwingend.

Zuerst liess sich Marjan Urtic auf dem Flügel von Drissa Diarra und Melazzi düpieren, in der Mitte pennten mit Simon Dünki und Marko Muslin gleich beide Innenverteidiger, sodass Cortelezzi aus kurzer Distanz nur noch über die Linie köpfen musste, nachdem Alessandro Ciarrocchi den Ball noch mal mit dem Schädel quer legen durfte. 

Die beste Gelegenheit der Hausherren hatte danach in der 61. Minute Samir Ramizi. Der nahezu unsichtbare Mittelstürmer Nico Abegglen wurde von Schultz herrlich bedient, konnte sich nicht drehen und spielte rüber zu Ramizi, der aus acht Metern ans Aussennetz schoss.

Keine Kraft für die Schlussoffensive

In der 78. Minute war es dann Ciarocchi, der nach einer Ecke an der Strafraumgrenze zum Schuss kam und den Ball herrlich im unteren Eck versenkte. Und Wohlen? Wer von Martin Ruedas Spielern eine Schlussoffensive erwartete, wurde bitter enttäuscht. «Uns fehlte wohl die Kraft», suchte Schultz nach einer Erklärung, weshalb er und seine Teamkollegen Gäste-Keeper Andrea Guatelli nicht mehr beunruhigen konnten.

So verwandelte Mihajlovic in der Nachspielzeit nach einem etwas überspitzt gepfiffenen Foulpenalty die Wohler Niederlage in eine Ohrfeige - und Wohlen blieb die Enttäuschung, dass sie nicht an die überzeugenden Auftritte von Wil und Küsnacht anknüpfen konnten.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Liveticker Wohlen - Chiasso

Wohlen - Chiasso 0:3 (0:0)

Niedermatten. - 1050 Zuschauer. - SR Dudic. - Tore: 57. Cortelezzi 0:1. 78. Ciarocchi 0:2. 90+2. Mihajlovic (Foulpenalty) 0:3.

Wohlen: Kiassumbua; Urtic, Dünki, Muslin, Stadelmann (68. Lika); Geissmann, Weber (72. Lugo); Brahimi (84. Milicaj), Schultz, Ramizi; Abegglen. 

Chiasso: Guatelli; Lüchinger, Roullier, Madero, Monighetti; Maccoppi; Mihajlovic (90+4. Hassell), Diarra; Melazzi (75. Guarino) , Cortelezzi (90+3. Hanachi), Ciarrocchi.

Bemerkungen: Wohlen ohne Giampa und Grether (beide verletzt). Chiasso ohne Regazzoni (Verletzt). 34. Minute Lattenschuss Mihajlovic.

Verwarnungen: 32. Stadelmann, 60. Melazzi (Foul)

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