Christian Ianu hat sein Lachen wiedergefunden. Nach seiner Auswechslung beim Testspiel des FC Wohlen bei seinem Ex-Club in Luzern eilt der 1:0 Siegtorschütze zu seinem Sohn Liam und kickt mit dem Nachwuchs hinter dem Tor des Wohlen-Goalies Flamur Tahiray mit einem Schaumstoffball weiter. Dass der knapp zweijährige Sohnemann den Ball dabei mehrfach an Ianu vorbei aufs Spielfeld schiesst, erfreut die zahlreichen Schaulustigen auf der Allmend.

Nach dem Abpfiff schob der Rumäne dann noch auf dem Platz eine Extra-Einheit Torschusstraining mit seinem Jüngsten. Nachdem Ianu in Schaffhausen und Luzern vom Hof gejagt worden war, scheint es dem 32-jährigen in Wohlen zu gefallen. In den bisherigen drei Testspieleinsätzen stand der Rumäne immer in der Startelf und entpuppte sich als ständiger Gefahrenherd. Gegen Luzern rächte sich der Stürmer nun mit dem Siegtreffer an seinem Ex-Club. Nach einem Eckball in der 38. Minute von Alain Schultz köpfte Ianu den Ball gekonnt an Daniel Zibung vorbei ins lange Eck.

Das neue System erfordert grössere Aufmerksamkeit

Bestätigt Ianu die Leistungen auch in der Challenge League, kann sich der Rumäne zum Wohler Erfolgsgarant in der Rückrunde entwickeln. Trainer Martin Rueda hat in den letzten beiden Spielen für Ianu sogar extra ein neues System eingeübt. Statt nur mit einem Stürmer testete Rueda gegen Cham und gegen Luzern ein 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld.

Abwehrchef Marko Muslin erklärt die neue Formation mit zwei Angreifern: «Das neue System fordert in der Defensive grössere Aufmerksamkeit. Wir müssen mehr laufen, besser kommunizieren und die Räume besser aufteilen. Dafür haben wir in der Offensive einen Spieler mehr und sind so flexibler. Unsere Stürmer haben mehr freie Räume.»

Die Torwartfrage bleibt offen
«Durch das neue System wollen wir unberechenbarer werden», erklärt Rueda. Ob es auch beim Rückrundenauftakt in zehn Tagen gegen Winterthur zum Einsatz kommt, lässt sich der Coach offen. Ebenso die Goalie-Frage. Dort kämpfen Joel Kiassumbua und Tahiraj um den Platz zwischen den Pfosten. Gegen Luzern überzeugte die eigentliche Nummer 2, Tahiraj, über 90 Minuten und rettete den Freiämtern in der zweiten Hälfte gegen Yesil und Frey gleich mehrmals den Sieg.

«Ich gebe mein Bestes und freue mich, dass ich heute zu Null gespielt habe und mit meinen Paraden der Mannschaft helfen konnte. Alles Weitere entscheidet dann der Trainer», gab sich Tahiray nach der Partie zuversichtlich. Beim letzten Test am Samstag gegen YB wird wieder Kiassambua im Tor stehen. Erst danach will sich Rueda auf seine Nummer 1 festlegen.

Auch in der Viererkette ist die Stammformation noch nicht gefunden. Nur Innenverteidiger Muslin und Rechtsverteidiger Marijan Urtic sind gesetzt. Auf der Linksverteidiger-Position hat sich ein potenzieller Neuzugang aus Luzern in die Poleposition gespielt. Der 19-jährige Oliver Kleiner überzeugte beim Test in der zweiten Hälfte bereits im Trikot der Wohler und soll in den nächsten Tagen verpflichtet werden.