Challenge League

3:2 - Wohlen gewinnt auch gegen Winterthur

Der FC Wohlen führt nach 20 Minuten mit 2:0, doch der Gast aus Winterthur kämpft sich zurück ins Spiel. Dem Anschlusstreffer mit dem Pausenpfiff folgt der Ausgleich in der 63. Minute, doch Nicolas Bürgy erzielt postwendend den freiämter Siegtreffer.

Es lief die letzte Minute der Nachspielzeit, als die Zuschauer im Eisschrank Niedermatten nochmals den Atem anhielten. Der eingewechselte Stürmer Patrick Bengondo kam aus wenigen Metern zum Abschluss, Wohlens Torhüter Flamur Tahiraj konnte jedoch in Extremis noch zur Ecke lenken. Der späte Ausgleich wäre aber auch eine zu harte Strafe für offensiv nachlässige, phasenweise sogar sehr sorglose Freiämter gewesen.

Reihenweise liessen die Hausherren beste Torchancen liegen. Alleine Samir Ramizi hätte Winterthur in der ersten Halbzeit mit seinen drei Grosschancen im Alleingang abschiessen können. Auch in den Schlussminuten vergab Rexhep Thaqi zweimal kläglich.

«Wir hätten die Partie, wie so oft schon viel früher entscheiden müssen», haderte Captain Alain Schultz. Der 32-Jährige war beim 3:2-Heimsieg gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Winterthur nicht nur wegen seiner beiden Assists einmal mehr die grosse Figur auf dem Feld.
Er war stets der unermüdliche Antreiber und ruhende Pol einer Truppe, die zwar ganz ordentlich spielte, aber zuweilen noch etwas grün hinter den Ohren ist.

Oder in den Worten des Captains: «Insbesondere die Konter am Schluss haben wir teilweise blöd gespielt.» Zu Beginn sah es noch nach einem ruhigen, wenn auch unglaublich kalten Abend für den FC Wohlen aus. Keine sechs Minuten waren gespielt, schon brachte der an diesem Abend bockstarke Nico Abegglen das Heimteam in Führung.

Am zweiten Pfosten stand er nach einer schönen Vorarbeit von Schultz blitzblank und musste das Leder nur noch über die Linie drücken. 15 Minuten später, zwischendurch vergab Ramizi seinen ersten Hochkaräter, doppelte Joel Geissmann nach. Mustergültig bedient von dem ansonsten blassen Jordan Brown, schickte er seinen Gegenspieler mal kurz in die falsche Ausfahrt und schob überlegt zum verdienten 2:0 ein.

Hochgeschwindigkeitsfussball

Es war nicht der Champagnerfussball, den man aus Sforza-Zeiten des FCW kennt, vielmehr war es schnörkelloser, überfallartiger Konterfussball in Hochgeschwindigkeit. Wenn man im Abstiegskampf steckt, muss man sich eben auf diesen einstellen. Schultz erklärte: «Wir wussten, dass Winterthur eine spielstarke Mannschaft ist und wir aber Räume hinter der Abwehr kriegen würden. Diese haben wir genutzt.»

Nach einem Wohler Chancenfestival kam aber quasi mit dem Pausenpfiff der völlig überraschende Anschlusstreffer der Gäste. Der sonst inexistente Paiva musste nach einem Tahiraj-Abpraller nur noch einschieben. Dieser Rückschlag schien seine Spuren zu hinterlassen. Die bis dahin inferioren Gäste kamen wuchtig aus der Kabine und nach Christian Fassnachts Ausgleich in der 63. Minute schien das Spiel endgültig zu kippen. Aber Wohlen bewies Moral. Der junge Abwehrspieler Nicolas Bürgy verlängerte nur vier Minuten später eine Schultz-Ecke zum Siegtreffer.

Mit Mut ins Derby gegen Aarau

Wie wichtig dieser Wohler Sieg war, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Die Aargauer liessen nicht nur Winterthur und Le Mont hinter sich, der Vorsprung auf Kantonsrivale Aarau beträgt in der Woche vor dem Derby sechs Punkte. So kann man sich gut auf das Highlight vorbereiten, damit der nächste grosse Coup gelingt. Schultz: «Ganz Wohlen brennt darauf, endlich mal den FCA zu besiegen.»

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Calvin Stettler:

Wohlen Winterthur matchtracker

Liveticker Wohlen Winti

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