Ein letzter Angriff der Gäste in der 93. Minute. Und siehe da, Dario Vidosic hat nach einem erneuten Durcheinander in der FCB-Hintermannschaft die grosse Chance auf den Lucky Punch und den ersten Sieg der Walliser in Basel seit dem 2. August 1997. Doch der Australier sieht seinen Schuss im letzten Moment vom Bein eines Baslers abgelenkt.

So ist es «nur» ein lautes Pfeifkonzert, das die Rot-Blauen beim Gang in die Kabine begleitet. Die Quittung für das 1:1 gegen biedere Gäste und den nächsten enttäuschenden Auftritt vor heimischem Publikum. Auch die Fans merken: Der Prozess von Trainer Paulo Sousa ist in den vergangenen Wochen kräftig ins Stottern geraten. Der Portugiese dazu: «Wir sind in einer schwierigen Phase, haben keine Konstanz in unseren Leistungen. Wie wir weitermachen, ist entscheidend für den weiteren Verlauf der Saison.»

Nach dem missglückten Champions-League-Ausflug des FC Basel nach Bulgarien begann die Rückkehr in den Liga-Alltag mit der nächsten schlechten Nachricht. Sie betraf Marco Streller und dessen langwierige Verletzung. Nach Wochen der Unklarheit, woher die Schmerzen im rechten Oberschenkel stammen, ist seit gestern klar: Der Captain leidet an einem Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich. Zwar deutete im Freitagstraining noch alles auf den ersten Einsatz des 33-Jährigen seit dem 1. Oktober und dem 1:0 gegen Liverpool hin. Doch in der Nacht verschlimmerten sich plötzlich die Schmerzen, die Untersuchungen gestern Vormittag führten zur unschönen Diagnose. Eine Operation ist gemäss FCB zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig. Dennoch kann niemand sagen, wie lange Streller ausfallen wird.

Wie sehr der FCB auch in dessen voraussichtlich letzter Saison auf seinen Anführer angewiesen ist, zeigte sich schon am Mittwoch, als sich die Basler nach dem frühen Platzverweis gegen Serey Die zu fest in der Defensive einlullen liessen.
Diese Gefahr bestand gegen ein Sion ohne offensive Ambitionen zwar nicht. Trotzdem fehlte Rot-Blau auch gestern die ordnende Hand. Eine, wie sie Fabian Frei wäre. Doch Trainer Paulo Sousa verzichtete in der Liga zum wiederholten Male auf den nach Streller wichtigsten Führungsspieler – unerklärlich.

Mit Frei rotierten fünf (!) weitere Akteure aus der Startelf gegen Ludogorez. Die frischen Kräfte wandelten auf der Leistungskurve zwischen Totalausfall und Mitläufer. Die Folge war zwar ein optisches Übergewicht – einen geordneten Spielaufbau brachte das Heimteam jedoch nicht zustande. Über weite Phasen wirkten Sousas Spieler im Aufbau gar ratlos und überfordert. Die einzige nennenswerte Chance in der ersten Halbzeit bot sich Embolo nach einem Eckball.
Vorne keine Durchschlagskraft – hinten das nackte Chaos. Wie sich Safari und Xhaka bei Sions Führungstreffer kurz nach der Pause anstellen, ist mit einem Wort zu beschreiben: dilettantisch. Erst rutscht Safari mit dem Ball am Fuss aus, anschliessend lässt sich Xhaka von Torschütze Konate düpieren (48.). Nachdem sich in letzter Zeit vor allem im Spielaufbau Probleme offenbart haben, patzert nun auch wieder die Abwehr.

Sousa reagierte umgehend und brachte mit Gonzalez für den sehr schwachen Hamoudi und Sio für den müden Serey Die neue Offensivpower. Die Änderungen brachten zwar kurzfristig Erfolg in Form des Ausgleichstreffers durch Sio – kurz danach verfiel das Team jedoch wieder ins alte Fahrwasser.

Quo vadis, FC Basel?

Basel - Sion 1:1 (0:0)

26'722 Zuschauer. - SR Bieri. - Tore: 48. Konaté (Vidosic) 0:1. 64. Sio (Zuffi) 1:1.

Basel: Vaclik; Xhaka, Schär, Safari; Serey Die (56. Sio), Diaz; Degen, Zuffi, Hamoudi (60. Gonzalez); Gashi (76. Kakitani), Embolo.

Sion: Deana; Rüfli, Rouiller, Lacroix, Pa Modou; Kouassi, Ndoye; Christofi (80. Wüthrich), Vidosic, Carlitos (61. Akolo); Konaté (70. Assifuah).

Bemerkungen: Basel ohne Delgado, Ivanov, Samuel, Streller (alle verletzt) und Suchy (krank), Sion ohne Cissé, Karlen, Ramirez, Vanins, Vanczak, Yartey (alle verletzt), Ferati (krank) und Perrier (gesperrt). Verwarnungen: 41. Konaté (Foul). 47. Xhaka (Foul). 88. Akolo (Unsportlichkeit). 90. Degen (Unsportlichkeit). 93. Kouassi (Reklamieren). 94. Schär (Foul).

Rangliste: 1. Zürich 12/26 (24:12). 2. Basel 13/26 (26:17). 3. Thun 13/22 (21:17). 4. St. Gallen 12/21 (21:15). 5. Young Boys 12/18 (20:16). 6. Aarau 13/15 (14:17). 7. Sion 13/13 (11:15). 8. Grasshoppers 12/11 (13:22). 9. Vaduz 12/10 (8:18). 10. Luzern 12/6 (12:21).

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