Ein Schelm, wer behauptet, die FCB-Spieler hätten in den 93 Minuten gegen YB ihre Kräfte geschont für die Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff. Doch wer ihnen zuschaute und wer die Gesänge und das Gejohle in der Kabine hörte, dem ging automatisch dieser Gedanken durch den Kopf.

Es sei ihnen verziehen, boten Embolo, Streller, Callà, Frei und Co. in der dritten Halbzeit doch beste Unterhaltung. Embolo etwa, der jüngste im Bunde, hatte vom Verein zwar Redeverbot, hinterliess mit einer Champagner-Dusche dennoch seine Spuren bei den Journalisten. Das nächste Opfer war FCB-Sprecherin Andrea Roth, die eine Handvoll Spieler in die Kabine trugen und mit klebrigem Champagner übergossen.

Keine Feier-Routine

Oder Davide Callà, der Trainer Paulo Sousa während dessen Interviews eine Osterhasen-ähnliche Skulptur überreichte, den Portugiesen siegestrunken umarmte und rief: «Für Dich, Trainer des Jahres!» So ging das noch lange weiter – erst in der Kabine, später dann auf dem Barfüsserplatz mit den Fans. «Glaubt mir», sagte Fabian Frei und hob den Finger, «glaubt mir, es gibt keine Feier-Routine. Es ist jedes Mal wieder das beste Gefühl, das man sich vorstellen kann.»

Ähnliches sagte auch Marco Streller – und für den Captain war diese Meisterfeier tatsächlich etwas ganz Besonderes – war es doch seine letzte als Spieler. «Ich habe mir das so sehr gewünscht, mit dem Meistertitel abtreten zu können.» Der neuste ist gleichzeitig Strellers neunter Meistertitel mit dem FC Basel, 2007 wurde er zudem Meister in Deutschland mit dem VfB Stuttgart.

Was macht Streller?

Am 7. Juni haben Streller und der FCB die Chance, die jetzt schon tolle Saison mit dem Cupsieg zu veredeln. Und dann, Marco Streller? «Dann gehe ich erst einmal lange in die Ferien.» Später sehe er seine berufliche Zukunft in Basel, beim FCB. «Ich habe einige Angebote von Basler Banken und anderen Unternehmen, bei ihnen einzusteigen. Aber ich möchte gerne beim FCB bleiben.»

Definiert sei seine Aufgabe noch nicht, doch werde das jetzt, wo der Titel gesichert sei, schnell passieren. Einen Vorteil, dass er dem Klub erhalten bleibt, verrät Streller selbst: «Ich werde zwar nicht mehr spielen. Aber die Aufgaben, die ich als Captain neben dem Platz übernommen habe, die kann ich auf diese Weise weiterführen.»