Am letzten Donnerstag schaffte der FC St. Gallen ein veritables Husarenstück und siegte im St. Jakob-Park gegen den FC Basel mit 2:0. Beim FCB fehlte krankheitsbedingt Marco Streller, was Gästetrainer Jeff Saibene zur Aussage verleitete, dass „beim FCB ohne Streller nichts geht“.

Auch beim Sieg in Aarau fehlte Streller

Das ist falsch. Oder dezenter gesagt: Nur bedingt richtig. Im Auftaktspiel in Aarau fehlte Streller ebenfalls – und der Schweizer Meister siegte mit 2:1. Beim koketten 4:1-Heimerfolg über den FC Zürich spielte der FCB-Captain 75 Minuten lang – und konnte wenige Akzente setzen. Er stand im Schatten anderer. Sicher, gegen den FC Luzern (3:0), beim FC Thun (3:2) und zuletzt in Sion (3:2) erzielte der Ex-Internationale jeweils einen Treffer, obwohl er nur gerade im Wallis über die volle Spielzeit zum Einsatz kam.

Tatsache ist, dass Streller mehr als bloss ein normaler Spieler ist. Der Aescher ist Integrations- und Symbolfigur zugleich. Von den Hardcore-Anhängern der Muttenzer Kurve wird er als „einer von euis“ verehrt, ja teils sogar vergöttert – weil sich „Strelli“ selber als „totaler FCB-Fan“ bekennt. So etwas kommt in Basel an – die rot-blaue Anhängergemeinde will Spieler, die „sali zämme“ sagen können.

Streller ist nicht unentbehrlich

In einer Zeit, wo die Fussballwelt globalisiert ist, wo stete Wechsel nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind, ist Marco Streller fast schon ein Anachronismus. Und weil er starke Mit- und Nebenspieler hat, die ihn „füttern“ und lancieren, ist er substanziell für die Mannschaft wichtig. Aber nicht unentbehrlich. Das weiss auch Streller selber. Er war klug genug, den richtigen Zeitpunkt seines Nationalmannschaft-Rückzuges selber zu bestimmen. Er wird es auch sein, wenn er aus freien Stücken und vernünftigen Gründen seinen Rücktritt als FCB-Symbol geben wird. Dieser Tag könnte bereits im nächsten Frühjahr kommen. Und der FC Basel wird darob nicht schwächer werden…