«Es geht ihm gut», sagt Berater Christoph Graf über seinen Schützling Veljko Simic, der ein Leihjahr beim slowenischen Spitzenklub NK Domzale absolviert. Selbstverständlich sind die Worte von Graf nicht. 

Der Reihe nach: Im Frühling 2013 wechselt der damals 18-Jährige vom serbischen Traditionsklub Roter Stern Belgrad zum FC Basel. Präsident Bernhard Heusler sagte stolz: «Ein grosses Talent, an dem europäische Spitzenklubs interessiert waren.» Doch Simic hat bis heute keine einzige Pflichtspielminute im Basler Profiteam absolviert.

Migrationsgesetz als Hindernis

Der Grund: Das Bundesamt für Migration (BFM) erteilte ihm keine Arbeitserlaubnis. Der FCB rekurrierte, das Bundesverwaltungsgericht aber bestätigte im vergangenen Sommer den Entscheid des BFM: Aufenthalts- und somit Arbeitsbewilligungen für 18- bis 21-jährige Fussballer aus Drittstaaten gibt es nur, wenn sie zuvor mindestens ein Jahr Stammspieler in der höchsten Liga eines Landes waren. Simic schaffte es vor seinem Wechsel in die Schweiz lediglich zu zwei Einsätzen für Roter Stern Belgrad.

Der Fall löste eine Grundsatzdebatte aus: Kann man einen Jungprofi mit der Verweigerung der Arbeitserlaubnis bestrafen, nur weil er nicht EU-Bürger ist? Gehen damit den Schweizer Klubs nicht vielversprechende Talente durch die Lappen, die später einmal gewinnbringend verkauft werden können? Die Swiss Football League hat im Dezember beim BFM ein Konzept mit Änderungsanträgen eingereicht. Und der Bundesrat hat angedeutet, dass die Weisungen zum Ausländerrecht für Fussballer gegebenenfalls angepasst werden könnten.

In Basel wartet die nächste Hürde

Simic jedoch blieb im Sommer 2014 nichts anderes übrig, als sich ausleihen zu lassen. Die Wahl fiel auf den NK Domzale, ein Klub aus einem Vorort der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Zwar Fussball-Provinz, aber eine gute Wahl: Simic ist Stammspieler. «Veljko wollte alles andere als weg vom FCB. Aber er hat die Turbulenzen gut überstanden und bei Domzale einen super Trainer. Er fühlt sich mittlerweile richtig wohl», sagt Berater Graf.

Trotzdem bleibt Slowenien für Simic nur der Umweg zum Glück: Die Arbeitserlaubnis für die Schweiz dürfte im Sommer nur noch Formsache sein. Und dann will er in der nächsten Saison endlich für die FCB-Profis spielen. «Die Klasse dazu hat er zweifellos», so Graf.

Der FCB hat seine Scouts und Talentmanager Marco Walker mehrmals nach Slowenien geschickt, um Simic zu beobachten. Sportdirektor Georg Heitz: «Er wird bei uns die Vorbereitung absolvieren, dann schauen wir weiter. Die Leistungshürde muss er wie jeder andere überspringen.» Eine weitere Ausleihe sei nicht ausgeschlossen.