An Selbstvertrauen, das muss man ihm lassen, mangelt es Eran Zahavi nicht: Wie Weltfussballer Cristiano Ronaldo, der sich als «CR7» vermarktet, hat auch der Israeli ein Modelabel gegründet: «EZ7». Sein Herz hat Zahavi dem israelischen Model «Shay» geschenkt. Er ist der mit Abstand bestverdienende Spieler der israelischen Ligat ha’Al.

Und wie es sich für einen Superstar gehört, ist auch Zahavis Vergangenheit gezeichnet mit Eskapaden: Im vergangenen November prügelte er sich im Derby gegen Hapoel Tel Aviv mit einem gegnerischen Fan, der ihm den Wechsel zum Erzrivalen Maccabi nicht verziehen hat und Zahavi während der Partie an die Gurgel wollte.

Eindrückliche Bilanz

In erster Linie ist Eran Zahavi jedoch ein begnadeter Fussballer. In Zahlen ausgedrückt: 105 Spiele für Maccabi seit Januar 2013, 78 Tore. In dieser Saison sind es nach fünf Partien schon wieder acht Treffer, sechs davon in der Champions-League-Qualifikation. Nach seinem Doppelpack im Playoff-Hinspiel in Basel jubelte die israelische Zeitung «Ha’aretz»: «Es war Glück dabei, Aber Glück begleitet die Besten.»

In der Heimat hat der Hype um Zahavi seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Als «einen der drei besten Spieler aller Zeiten» bezeichnen ihn die Experten. Dabei galt Zahavi schon als gescheitertes Supertalent. 2006 von den Junioren zu den Profis von Hapoel Tel Aviv gestossen, wurde er schnell zum Stamm- und Nationalspieler.

Der Nachfolger des legendären Yossi Benayoun (ehemals Liverpool und Chelsea) schien geboren. Doch der Schritt 2011 ins Ausland endete im Desaster: nur 2 Tore in 25 Spielen für Palermo, im Januar 2013 die Rückkehr nach Israel. Nicht zu Stammklub Hapoel, sondern zu Maccabi. Womit er für die Hapoel-Fans zur Persona non grata wurde.

Zahavi war schon einmal der Held

Im heimischen Nest blühte Zahavi wieder auf. Gar phänomenal die Quote in der Saison 2013/14 unter Trainer Paulo Sousa: In 41 Spielen traf er 33-mal. Kein Wunder, wollte Sousa seinen Lieblingsspieler mitnehmen, als er 2014 nach Basel weiterzog. Doch Zahavi blieb in Tel Aviv und verbindet dort das süsse Leben mit dem Toreschiessen: 29 Tore in 39 Spielen waren es in der letzten Saison.

Und nun ist der Tag gekommen, an dem der 28-Jährige seine Karriere krönen will. Dass er heute Abend erneut gegen den FC Basel trifft, ist wahrscheinlich: Schliesslich waren seine zwei Tore im Hinspiel nicht die ersten gegen Rot-Blau, auch beim 3:3 in der Champions-League-Qualifikation 2013 traf er.

Man unterschätzt Basel nicht

So liegen die Hoffnungen der israelischen Fans auf Zahavi, der sagt: «Das 2:2 im Hinspiel war ein gutes Resultat. Doch, um die Gruppenphase zu erreichen, müssen wir weiter leiden und schwere Momente überstehen.»

Wie es geht, weiss er aus eigener Erfahrung: 2010 qualifizierte sich mit Hapoel letztmals ein Klub aus Tel Aviv für die Gruppenphase. Den entscheidenden Treffer gegen Red Bull Salzburg in der Nachspielzeit erzielte – na klar, Eran Zahavi.