FC Basel vor Cup-Knaller

Vailati muss «gegen das schwerste Los überhaupt» definitiv verletzt passen

Germano Vailati (Mitte) verlässt zusammen mit Physiotherapeut Nicolas Unternährer (links) und Vereins-Arzt Felix Marti (rechts) nach seiner Verletzung den Platz.

Germano Vailati (Mitte) verlässt zusammen mit Physiotherapeut Nicolas Unternährer (links) und Vereins-Arzt Felix Marti (rechts) nach seiner Verletzung den Platz.

Am Sonntag um 15.30 Uhr bestreitet der FC Basel im Cup-Viertelfinal gegen FC Sion das letzte Spiel der Hinrunde. In der Final-Revanche muss Fischer aber auch unzählige verletzte Spieler verzichten – seit neustem auch definitiv auf Germano Vailati.

Noch 90 Minuten, im schlechtesten Fall 120, und dann ist die Hinrunde des FC Basel zu Ende. In der Liga war man so gut wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Und in der Europa League war man überhaupt noch nie so gut. Europäisch als Gruppensieger überwintern, das ist selbst für den erfolgsverwöhnten FCB speziell und aussergewöhnlich. 

Sogar das letzte bedeutungslose Gruppenspiel von gestern Abend gegen Lech Posen konnte noch gewonnen werden. «Man kann zufrieden sein, ja. Wir haben bei allen Spielen in dieser Gruppenphase einen guten Eindruck hinterlassen. Ausser im Heimspiel gegen Belenenses (der FCB verlor das Spiel gegen die Portugiesen 1:2, Anm. d. Red.)», so Cheftrainer Urs Fischer kurz nach der Landung in Basel heute Freitagabend.

Auch über das gestrige Spiel wusste er fast nur Gutes zu berichten: «Das war irgendwo überzeugend. Wir haben phasenweise mit drei ganz jungen Spielern gespielt, mussten sogar noch den Goalie austauschen und haben das gut gemeistert.» Und genau dieser Tausch ist es, der das gestrige Spiel etwas überschattet. Kurz vor der Pause musste Germano Vailati, die Nummer 2 im Basler Tor, den Platz verlassen. Weil die etatmässige Nummer 1, Tomas Vaclik, verletzungsbedingt gar nicht erst mitgereist war, wurde er durch Mirko Salvi ersetzt. 

Salvi, die Nummer 3, hatte bis gestern noch kein einziges Spiel für die Profis des FC Basel bestritten. 21 Jahre ist er jung, war letzte Saison an Biel ausgeliehen und wurde aufgrund seiner guten Leistungen dort zum FCB zurückgeholt. 

Jetzt kommt Salvi ziemlich unverhofft innert vier Tagen gleich noch zu seinem zweiten Einsatz für die Basler, wenn es am Sonntag im Cup-Knaller und der Wiederholung des letztjährigen Finales nach Sion geht. Denn: «Germano Vailati wird es nicht reichen. Es sieht aus, als hätte er sich eine Zerrung zugezogen», erklärte Fischer. Eine abschliessende Diagnose konnte er noch nicht stellen, weil Vailati erste heute Freitagabend seine letzte Untersuchung hat. 

Für den FC Basel ist die Situation alles andere als optimal, ist Vailati doch schon der 13.(!) Spieler mit einer Muskelverletzung in der Hinrunde. Fischer zeigt sich aber trotzdem positiv: «Die Jungen haben gestern gezeigt, dass sie für solche Aufgaben gewappnet sind», sagt er und spricht damit nicht nur das Profi-Debüt von Salvi, sondern auch jenes von Adonis Ajeti an. Der Zwillingsbruder von Albian Ajeti kam gestern in der zweiten Halbzeit in die Partie, weil Michael Lang vorsichtshalber ausgewechselt wurde. 

Ebenfalls angeschlagen runter musste Birkir Bjarnason, der ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen geblieben ist und sich umgehend nach seiner Auswechslung den Fuss hatte abtapen lassen müssen. «Das war natürlich ganz unglücklich, dass wir gleich drei Mal verletzungsbedingt haben auswechseln müssen. Aber sowohl Birkir (Bjarnason) als auch Michi (Lang) sollten am Sonntag wieder fit sein.»

Joker in der Hinterhand 

Dann geht es im 32. Spiel der Hinrunde gegen die Cup-Mannschaft schlechthin, den FC Sion, um den Halbfinal-Einzug. «Dass sie eine gute Cup-Mannschaft sind, wissen wir ja nicht erst seit gestern. Es ist wahrscheinlich das schwerstmögliche Los überhaupt, gegen Sion auswärts antreten zu müssen. Aber die Mannschaft hat in dieser Hinrunde immer wieder gezeigt, dass sie auch auswärts fähig ist, ein gutes Resultat zu erzielen.»

Eine wichtige Komponente dabei wird die Regeneration sein. Genau wie Sion musste der FCB am Donnerstagabend noch spielen, hatte aber im Gegensatz zu den Sittenern noch eine Rückreise vor sich. Angst, dass der Tank bei den Spielern langsam aber sicher und vor allem in diesem so wichtigen Spiel für den FCB leer ist, hat Fischer aber nicht: «Es soll mir mal einer sagen, wieso wir im 31. Spiel noch Energie hatten und diese im 32. nicht mehr haben sollten», so die selbstbewusste Ansage. 

Als Vorbereitung auf das Aufeinandertreffen mit Sion hat sich Fischer auf dem Rückflug schon einmal das gestrige Spiel der Sittener in der Europa League gegen den FC Liverpool angeschaut, bei dem sich Sion sensationell dank einem 0:0 für die K.O.-Phase der Europa League hat qualifizieren können. «Das ist super! Schön, dass sich eine zweite Mannschaft qualifiziert hat. Aber das hat sie sicher auch Kraft gekostet.» 

Es bleibt also abzuwarten, wer für Sonntag (ab 15.30 Uhr) mehr Kräfte mobilisieren kann. Fischer hat aber im Gegensatz zu Sion doch den einen oder anderen Joker in der Hand: «Sion hat mit der besten Mannschaft gespielt. Wir konnten in Posen mit Behrang Safari und Breel Embolo zwei Spieler schonen.» Und nicht zu vergessen: Captain Matias Delgado war gar nicht erst mitgereist, damit er sich schonen konnte. Und die in Posen gesperrten Marek Suchy und Marc Janko werden auch wieder mittun können. 

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