Super League

Roger Federer macht den Tag für Tomas Vaclik perfekt

Die Hände eines Helden: Zweimal hält Tomas Vaclik mit Glanzparaden seinen Kasten rein. Walter Samuel freut sich mit ihm.

Die Hände eines Helden: Zweimal hält Tomas Vaclik mit Glanzparaden seinen Kasten rein. Walter Samuel freut sich mit ihm.

Der FCB-Goalie hält den Sieg fest. Dank ihm bauen die Basler ihre Leaderposition um weitere drei Punkte aus. Als nach der hart umkämpften Partie Tennis-Ass Roger Federer in die Kabine tritt, verschlägt es dem sonst so taffen Vaclik die Sprache.

Ein letztes Mal rollt die gelb-schwarze Welle in Richtung FCB-Tor. Nuzzolo schiesst, hofft – doch Tomas Vaclik macht sich lang und begräbt den Ball unter sich. Dann pfeift Schiedsrichter Alain Bieri ab.

Es passt, dass der Schlusspunkt dem Basler Goalie gehört. Und nicht Renato Steffen oder Taulant Xhaka, zu deren Privatduell die Partie im Vorfeld hochstilisiert worden ist: Die beiden bleiben unauffällig, was für Abräumer Xhaka und gegen Flügelflitzer Steffen spricht.

Vacliks rettende Hand

Tomas Vaclik also: An ihm ist kein Vorbeikommen, dank ihm gewinnt der FCB diese Partie. In zwei Szenen erinnert der Tscheche gar an den Besten seines Fachs, an Bayern-Goalie Manuel Neuer. 36. Minute: Nach Vilotic’ Kopfball schnellt Vacliks rechter Arm blitzschnell nach oben und kratzt den Ball über die Latte.

60. Minute: Kubo macht nach einem Sulejmani-Freistoss alles richtig, köpfelt aufs Tor – doch irgendwie bringt Vaclik seine Hand hinter den Ball und lenkt diesen an den Pfosten. «Das war wichtig für mich. Ich wollte der Mannschaft etwas zurückgeben», sagt Vaclik zu seiner Glanzvorstellung. Hintergrund: Vor vier Wochen beim Auswärtsspiel in Bern zog er einen schwarzen Abend ein, trug beim 3:4 die Schuld an zwei Gegentoren.

Bauchfrei vor Journalisten

Nach Spielschluss steht Vaclik in der Interviewzone. Er weiss, dass nach den Fragen zu seinen Paraden auch jene zur 67. Minute kommen. Zur Schlüsselszene, nach der YB-Verteidiger Gregory Wüthrich nach Foul an Vaclik vom Platz flog. Bevor wir fragen, lupft Vaclik sein Shirt, sagt: «Siehst du, ich glaube, der Platzverweis war korrekt.» Sein Bauch ist übersät mit roten Abdrücken von Stollenschuhen. Der Anblick lässt erahnen, dass der Zusammenprall mit Wüthrich heftig war.

Schon vor einer Woche in Sion war Vaclik hart angegangen worden, musste deswegen in der Europa League gegen Belenenses (1:2) passen. Gestern sagt er: «Ich bin froh, dass der Schiri Wüthrich vom Platz gestellt hat. Wir Goalies müssen geschützt werden, wir sind kein Freiwild. Im Fussball gehören Schmerzen dazu, aber es kann nicht sein, dass Spieler mit zwei Beinen voraus in den Goalie springen und unbestraft bleiben.» Naturgemäss haben die YB-Spieler eine andere Sicht auf die Dinge. Sie sagen unisono, der Platzverweis sei zu hart.

Was Vaclik nicht weiter stört. Er kann über das Andenken an die umkämpfte Partie lachen. Der Grund ist ein Tennisspieler und heisst Roger Federer: Bevor der Baselbieter heute Montag in die Swiss Indoors startet, schaute er sich FCB-YB an und gratulierte danach in der Kabine zum Sieg. Vaclik: «Seit ich ihn das erste Mal am TV gesehen habe, liebe ich seine Art, zu spielen. Als er vor mir stand, konnte ich erst einmal nichts sagen.» Nicht weiter schlimm: Auch Federer wird in dem Moment bemerkt haben, dass Vaclik gerade den perfekten Tag erlebt.

Die Basler Spieler posieren mit Roger Federer:

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