FC Basel

Marc Janko: «Mit dem Schnee ist auch unser Spiel eingefroren»

Marc Janko (Mitte) verlässt gedankenversunken das Spielfeld in St. Gallen. key

Marc Janko (Mitte) verlässt gedankenversunken das Spielfeld in St. Gallen. key

Auf den Österreicher Janko war bei der 1:2-Niederlage in St. Gallen einmal mehr Verlass. Nicht so bei seinem Teamkollegen Birkir Bjarnason. Der Isländer sündigte im Abschluss erneut schwer.

Auf ihn ist Verlass, auch in schwierigen Momenten: Erst köpfelte Marc Janko den FCB mit seinem elften Saisontor in Führung, im Anschluss an die 1:2-Niederlage sorgte er für den Spruch des Tages: «Mit dem Schnee ist auch unser Spiel eingefroren.» Hätten auch seine Teamkollegen einen so kühlen Kopf wie der Österreicher bewahrt, vielleicht hätte der FCB die komfortable Ausgangslage nach dem frühen 1:0 (5. Minute) in einen Sieg umgemünzt.

Es kam bekanntlich anders. Den plötzlichen Wintereinbruch Mitte der ersten Halbzeit als Grund anzugeben für den eklatanten Leistungseinbruch, wäre jedoch zu billig. Auf unerwartete Ereignisse erfolgreich reagieren zu können, das darf man vom FC Basel erwarten. Konnte er aber nicht und musste das kaum mehr bespielbare Terrain den kämpferischen St. Gallern überlassen. Marc Janko: «An einen Spielaufbau mit flachen Pässen war nicht mehr zu denken. Wir hatten keine Alternative in der Hand, das hat St. Gallen in die Karten gespielt. Ihre langen Bälle waren das richtige Mittel bei diesen Verhältnissen.»

Erstaunlich: In der Halbzeitpause hatten Urs Fischer und seine Spieler Gelegenheit, den Masterplan für mehr Durchschlagskraft im Angriff auszuarbeiten. Klappte nicht, der FCB war nach dem Seitenwechsel noch harmloser als zuvor. Und das, obwohl der Platz vom Schnee befreit war und zeitweise sogar die Sonne in die AFG-Arena strahlte. Doch mehr als die Doppelchance von Zuffi und Bjarnason (86.), die beide an Lopar scheiterten, war nicht.

Kurios: Der Isländer vergab bereits zum zweiten Mal in dieser Saison eine sogenannt 1000-prozentige Torchance: Es war am 18. Oktober in Sion, als Bjarnason aus vier Metern das leere Tor verfehlte. «Ich hoffe, das passiert mir nicht so schnell noch einmal», sagte er damals. Vergeblich: Einen Monat später schoss er aus noch kürzerer Distanz den am Boden liegenden Goalie Lopar an. Konnte Bjarnason in Sion noch scherzen, weil sein Fauxpas ohne Folgen blieb (der FCB gewann 2:0), schlich er gestern wie ein geprügelter Hund aus der Kabine: Sein Fehlschuss besiegelte die Niederlage endgültig.

Jetzt kommt Sousa

2:3 gegen GC, 1:2 in St. Gallen: Zwei Pleiten in Serie gab es für Rot-Blau zuletzt in der Saison 2011/12. Ausser Philipp Degen war damals noch keiner des aktuellen FCB-Kaders dabei. Ein Beleg einerseits für die riesige Fluktuation im Kader, andererseits für die Dominanz in den vergangenen Jahren. Also kommen bei den Spielern auch keine Zweifel auf: «Wir haben vorher zu vieles richtig gemacht, um jetzt alles zu hinterfragen», so Marc Janko. Und Michael Lang fügt an: «Gegen GC war viel Pech dabei, gegen St. Gallen haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Das lässt sich korrigieren, wenn man die richtigen Schlüsse zieht.» Die erste Chance zur Korrektur hat der FCB bereits am Donnerstag, wenn das Duell gegen Ex-Trainer Paulo Sousa und dessen Fiorentina ansteht. Zumindest die Motivation müsste dann bei allen stimmen.

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