FC Basel

Hat YB Angst vor dem FCB?

Basel-Torhüter Thomas Vaclik im Disput mit Berns Renato Steffen.

Basel-Torhüter Thomas Vaclik im Disput mit Berns Renato Steffen.

Die Berner Young Boys hadern nach der 0:1-Niederlage gegen Basel vor allem über die ungenügende Chancenauswertung. Die Bebbi plagen derweil einige Verletzungssorgen.

«Am Ende ist es wieder eine bittere Niederlage». Raphael Nuzzolos Worte stehen stellvertretend für die Young Boys, nach der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Basel. Die Berner waren vor allem in der zweiten Halbzeit überlegen, schlugen aber aus ihren vielen Chancen kein Kapital, sodass Trainer Uli Forte konstatieren musste: «Hätte, Wenn und Aber gibt es im Fussball nicht, deshalb ist das Schlussresultat Basel: eins, YB: null.»

Wieder einmal verloren die Young Boys ein Spitzenspiel gegen Basel, nicht weil sie die schlechtere Mannschaft gewesen wären, aber weil «uns heute der Killerinstinkt fehlte», wie es Forte beschrieb. Der FCB spielte nicht überragend, der Sieg war nicht zwingend. Aber YB schien in der ersten Halbzeit beinahe Angst zu haben, vor dem entrückten Kontrahenten. Das sah auch Renato Steffen so: «Wir hatten Angst, Fehler zu machen».

An die eigene Nase fassen

Doch genau ein solcher Fehler – ein pitoyabler Fehlpass von Alain Rochat – brachte Basel das Siegestor. «Wir müssen uns an der eigenen Nase fassen. Das sind halt die Basler. Von ihnen werden Fehler bestraft, die brauchen wenig Chancen», beschrieb es Steffen nach dem Spiel treffend. Bleibt die Frage, weshalb YB in der ersten Halbzeit so verhalten spielte. Hatten die Berner vielleicht wirklich Angst vor dem FC Basel? Forte konnte es nicht schlüssig beantworten: «Ich weiss es nicht, muss das zuerst mit meinen Jungs besprechen. Wir wollten eigentlich auch in der ersten Halbzeit pressen, aber haben das schlecht umgesetzt, waren zu zögerlich».

Am kommenden Donnerstag geht es in der Europa League gegen Napoli. Auch dort wird man sich keine erste Halbzeit wie gegen Basel erlauben können. Deshalb gibt Steffen schon einmal den Tarif durch: «Dann müssen wir von der ersten Sekunde an nach vorn spielen».

Vaclik wie Neuer

Beim FC Basel war man erleichtert. Trotz mässiger Leistung hat man einen nationalen Hauptkonkurrenten distanziert. Dies auch dank einer herausragenden Leistung von Goalie Tomas Vaclik. Gross gewachsen, blonde Haare, grünes Torwart-Trikot – Vaclik erinnerte im Stade de Suisse an Manuel Neuer.

Doch nicht nur optisch, auch sein Spiel mahnte an jenes des Welttorhüters. Er strahlt Ruhe und Sicherheit aus, was sich positiv auf seine Vordermänner auswirkt. Und er spielt sehr gut mit. Immer wieder fängt er Flanken ab, und gleich zweimal klärte er weit ausserhalb des Strafraums. «Massimo (Colomba, Basels Torwarttrainer, Anm. d. Red.) möchte, dass ich mitspiele, also probiere ich hoch zu stehen. Heute konnte ich dem Team helfen, das ist mein Job», sagte Vaclik nach dem Spiel bescheiden.

Teamstützen angeschlagen

Für den FCB geht es am Mittwoch in der Champions League gegen Ludogorets Razgrad. «Das sind zwei sehr wichtige Spiele, für den weiteren Verlauf in unserer Gruppe», weiss Vaclik. Während der FCB zweimal auf die Bulgaren trifft, muss Liverpool gegen Real Madrid ran – die Chance für Basel, die Engländer zu distanzieren.
Doch trotz des Sieges gegen YB gibt es Grund zur Sorge. Die beiden Teamstützen Fabian Schär und Marco Streller sind angeschlagen und standen gegen die Berner nicht im Aufgebot.

Schär schlägt sich mit Knieproblemen herum, ist aber laut Trainer Paulo Sousa bereits wieder im Training. Ein Einsatz am Mittwoch ist gut möglich. Bei Streller ist es heikler. Den Captain plagt weiter eine Oberschenkelverletzung aus dem Liverpoolspiel. Sousa sagte, Streller entscheide selbst, ob er sich fit genug fühle, um in den Flieger nach Bulgarien zu steigen.

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