Der FC Basel ist zum sechsten Mal in Folge Schweizer Fussballmeister. Ein einzigartiger, ein herausragender, ein verdienter – und ein logischer Erfolg: Der FCB operiert ökonomisch in anderen Sphären als die nationale Konkurrenz, er hat die besten Strukturen, das grösste Stadion mit den meisten Zuschauern und die besten Spieler.

Dies ist das Ergebnis der Entwicklung, die 2009 ihren Lauf nahm: Damals wurde der FC Zürich Meister und befand sich sportlich auf Augenhöhe mit dem FCB. In Bern schien der schlafende Riese YB zu erwachen. Was tun, um wieder der Alleinherrscher zu sein? Man zog den Schlussstrich unter eine Ära, entliess Trainer Christian Gross, Bernhard Heusler übernahm die operative Leitung– kurz: Der Klub erfand sich neu.

Sechs Jahre später befindet sich Rot-Blau in einer ähnlichen Situation. Nicht an der Spitze: Dort ist es mit dem Duo Heusler/Heitz bestens aufgestellt . Nein – neu erfunden werden muss heuer die Mannschaft. Mit Marco Streller verlässt der Letzte der «Basler Dynastie» den Verein: Beni Huggel, Alex Frei, Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Yann Sommer, Valentin Stocker und allen voran Streller – sie waren nicht nur sportliche Stützen, sondern Identifikationsfiguren für die Fans, sie waren die Seele der Mannschaft.

Mit dem Abgang von Streller (und wohl mit jenen von Fabian Frei und Fabian Schär, die unbedingt ins Ausland wollen) gehen Leadership, Winnermentalität und Identifikation verloren. Eigenschaften, die man nicht einfach mit Geld kaufen kann. Kommt dazu: Wer nächste Saison auf dem Trainerstuhl sitzt, ist unsicher. Grosse Herausforderungen vor einer neuen Ära.