Sie zucken mit den Schultern, kratzen sich am Hinterkopf, schauen zu Boden, ringen nach Worten. Es sind die typischen Gesten, die Fussballer bemühen, wenn sie Minuten nach dem Schlusspfiff eine Niederlage erklären müssen. Die Sätze gleichen sich: «Es ist uns nicht gelungen, klare Chancen herauszuspielen», sagte etwa Davide Callà. «Wir sind einfach nicht ins Spiel reingekommen», befand Fabian Schär.

Dabei wäre es gestern für einmal ganz einfach gewesen, die zweite Heimniederlage der Saison, die fünfte insgesamt, zu erklären: Ein Spiel, in dem von A bis Z nicht viel gepasst hat. Ein Tag zum Vergessen, der auch dem Liga-Dominator zwei, drei Mal pro Saison zusteht. «Stimmt, so kann man das sehen», sagte Callà und fügte an: «Wenn wir am Mittwoch in Vaduz die drei Punkte holen, relativiert sich die Niederlage gegen Luzern.»

Eine lange Liste an Unzulänglichkeiten

Die Liste der Basler Unzulänglichkeiten zog sich durch die ganze Mannschaft: Im Abwehrzentrum spielte Marek Suchy so schlecht wie wohl noch nie in seinen knapp eineinhalb Jahren beim FCB. Der Tscheche, sonst ein Garant für Defensiv-Arbeit auf höchstem Niveau, verlor in der ersten Halbzeit gefühlt jeden Zweikampf.

Vor ihm trat Fabian Frei derart uninspiriert auf, sodass man sich fragen musste, ob da tatsächlich der richtige Frei spielte oder etwa sein geheimer Zwillingsbruder. Schliesslich war auch Supertalent Breel Embolo ein Totalausfall, was sich auch nach der frühen Einwechslung von Marco Streller nicht änderte.

Der einzige Basler, der zufrieden über seine persönliche Leistung von dannen gehen durfte, war Goalie Tomas Vaclik: Dank seinen Paraden bestand bis zum Schluss die Hoffnung, doch noch den Ausgleichstreffer zu erzielen.

Das Luzern-Trauma

Bleibt der Blick auf einen Nebenschauplatz, der Kurioses zu Tage trägt: Seit die Liga vor der Saison 2012/13 die Anspielzeiten neu bestimmte, trat der FC Basel 19-mal am Sonntag um 13.45 Uhr an. Dabei verlor Rot-Blau drei Mal – und jetzt kommts: Drei Mal war der Bezwinger der FC Luzern. Ein Fakt, für den es keine Erklärung gibt – auch wenn man sich – wie gestern die Spieler des FC Basel – noch so anstrengt.