Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und für dieses eine Mal ist diese alte Fussball-Floskel wirklich sehr passend.

Erst gegen 13 Uhr ist der FC Basel heute Donnerstag in Basel gelandet, nachdem man am Mittwochabend noch gegen Lech Posen in der Champions-League-Qualifikation gespielt hat. Und bereits zur ungewöhnlichen Anspielzeit von 15 Uhr geht es Samstag für den FCB schon weiter. Die Anspielzeit ist dem geschuldet, dass der 1. August und damit der Nationalfeiertag der Schweiz ausgerechnet am Samstag ist, und die Swiss Football League deshalb die Anstosszeiten auf den Nachmittag verschoben hat, um die abendlichen Feierlichkeiten nicht zu tangieren.

Dies bedeutet aber auch, dass zwischen dem Posen-Spiel und dem Spiel gegen Sion gerade einmal knappe zweieinhalb Tage liegen. Kann man sich da überhaupt erholen? «Erholen ist das falsche Wort», sagt FCB-Trainer Urs Fischer. «Im Moment kommt man nicht zum Erholen, es geht alles Schlag auf Schlag.»

Dass dabei die Regeneration etwas kurz kommt, ist klar. «Wenn man gewinnt ist es aber einfacher, dass man weniger Zeit zum Regenerieren hat», gibt Fischer aber zu. Nichtsdestotrotz wird er rotieren und «frisches Blut» ins Spiel bringen.

Eine neue Kraft könnte Walter Samuel sein, der die Reise nach Posen nicht mitgemacht hat, weil er ohnehin aufgrund seines Platzverweises im Achtelfinal gegen Porto nicht spielberechtigt war. «Er hat sehr gut trainiert und konnte davon profitieren, dass er hier geblieben ist.» Man kann also davon ausgehen, dass nach den vielen Umstellungen im Mittelfeld gegen Sion auch mal in der Defensive rotiert wird.  Fischer wird entweder Hoegh oder Suchy eine kleine Verschnaufpause gönnen.

Spitzenteam Sion

Fischer selber hat wenig Zeit, um durchzuatmen. Bereits im Flugzeug auf dem Weg nach Hause wurde die Zeit genutzt, um Sion zu analysieren. «So können wir den Spielern morgen Freitag alles zeigen.» Denn spätestens seit dem verlorenen Cupfinal weiss man beim FCB, was einen mit Sion erwartet.

«Das war kein guter Tag vom FCB. Aber solche Tage gibt es», so der Cheftrainer, der den Final damals zu Hause verfolgt hatte. Für ihn ist aber auch klar, dass die Qualitäten Sions nicht erst seit der sehr dominanten und überzeugenden Cupfinal-Leistung bekannt sind.

«Bei Sion scheint eine gewisse Ruhe eingekehrt zu sein. Und wenn sie diese Ruhe bewahren können, sind sie ein ganz starkes Team.» Rein vom Kader her gehören die Sittener für Fischer aber bereits zu den Spitzenteams der Super League.

Herausragend in dieser «Mannschaft, in der alle für einander und miteinander arbeiten», ist für Fischer Moussa Konaté. Der Stürmer des FC Sion, der bereits in der letzten Saison mit äusserst starken Leistungen zu überzeugen wusste, sei auch diese Saison wieder «gut drauf. Allein durch seine Geschwindigkeit ist er sehr gefährlich.»

Auch deshalb will Fischer die Bälle in die Tiefe, mit denen Sion oft und noch schneller operiert als Lech Posen, unterbinden. Es sei wichtig, dass diese Angriffe unterbunden werden und «Druck auf den Ballführenden ausgeübt wird.» Dies sei einer der Mittel, um das kompakt stehende Sion zu schlagen.

Nicht helfen kann dabei Yoichiro Kakitani, der zwar auf dem Weg der Besserung sei, aber noch nicht einsatzbereit. Angesichts der vielen strengen Wochen, die dem FCB bevorstehen, wird aber auch er zu seine Einsatzminuten kommen.