Als es sich Urs Fischer im Mannschaftsbus für die Rückfahrt von Solothurn nach Basel bequem machte, wirkte er rundum zufrieden. Da war einerseits dank eines Last-Minute-Treffers von Callà der Sieg im zweitletzten Testspiel gegen Eindhoven – und Siege, auch wenn sie keine Punkte einbringen, sind laut Fischer «immer wichtig und schön».

Viel wichtiger war für den neuen Cheftrainer jedoch die Erkenntnis, dass jene elf Akteure, die er gegen den holländischen Meister spielen liess, den Eindruck hinterliessen, als wären sie bereit für den Saisonauftakt in einer Woche gegen Vaduz.

Lang und Embolo überzeugen

Darf man mit dieser Elf gegen die Liechtensteiner rechnen? «Ja, das könnte sein», sagte Fischer. Einzig Zdravko Kuzmanovic könnte noch ins Team stossen, wenn er bis dahin die nötige Matchfitness erreicht.

Zehn ehemalige oder aktuelle Nationalspieler standen während 74 Minuten auf dem Platz, einzig Luca Zuffi hat diesen Status noch nicht erreicht. Sie bildeten ein für diese frühe Phase der Saison erstaunlich homogenes Gebilde, aus dem drei Akteure herausstachen: Neuzugang Michael Lang lief am rechten Flügel auf und ab, als täte er dies schon seit Jahren im FCB-Dress. Eine seiner scharfen Hereingaben versenkte Breel Embolo kurz vor der Halbzeit volley zum 2:1. Womit Embolo zum Matchwinner wurde, provozierte er doch mit geschicktem Körpereinsatz bereits in der 21. Minute den Penalty, den Gashi zum 1:0 verwertete.

Kakitani blüht auf

Schliesslich bot auch Yoichiro Kakitani eine vorzügliche Leistung: Der Japaner wieselte durch die Abwehr der Holländer, so wie man dies von ihm in der vergangenen Saison nie sah. Ganz klar: Nachdem er unter Paulo Sousa die Freude am Fussball verloren hatte, scheint Kakitani unter Fischer aufzublühen. Weil er Vertrauen spürt. Nicht nur auf, auch neben dem Platz macht er einen viel zufriedeneren Eindruck.

Dass der Sieg gegen Eindhoven knapp ausfiel, lag an der Effizienz der Holländer: Zwei Mal nutzten sie Fehler von Hoegh und Suchy zu Toren aus, ansonsten musste FCB-Goalie Vaclik nur einen weiteren Schuss parieren. Auf der anderen Seite vergaben die Basler viele Chancen etwas gar leichtfertig, was Michael Lang zur Aussage bewog: «Das darf nicht passieren, auch wenn es ein Testspiel ist. Wir müssen in allem, was wir tun, noch konsequenter werden.» Abgesehen von der einen oder anderen Unkonzentriertheit zu viel war es jedoch ein starker Auftritt von Rot-Blau. Trainer Fischer: «Wir sind voll im Fahrplan. Vieles, das ich gesehen habe, hat mir gut gefallen.»

Nicht im Aufgebot stand der neue Captain Matias Delgado, den in den vergangenen Tagen Rückenschmerzen plagten. Er soll nächste Woche ins Teamtraining zurückkehren – so wie der am Oberschenkel verletzte Philipp Degen. Ebenso fehlten gegen Eindhoven die Neuzugänge Janko und Kuzmanovic, die stattdessen an ihrer Fitness arbeiteten.