Überraschend kommt die Bestätigung nicht, dass Derlis González den FC  Basel verlassen wird. Bereits gestern machten Gerüchte aus der südamerikanischen Presse die Runde, dass es González zu Dynamo Kiew ziehen werde. Und am Abend nach dem Qualifikations-Hinspiel gegen Lech Posen bestätigte auch Präsident Bernhard Heusler, dass González wohl gehen wird.

Gegen viertel vor 11 Uhr heute Morgen folgte nun noch die fällige Bestätigung von Seiten des FC Basel. «Der 21-jährige paraguayische Nationalspieler Derlis Alberto González Galeano wechselt per sofort vom FC Basel zum ukrainischen Rekordmeister Dynamo Kiev, bei dem er heute einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hat», so der FCB in seinem Communiqué.

Über die Ablösemodalitäten haben die beiden Clubs, wie dies beim FCB so üblich ist, Stillschweigen vereinbart. Das Online-Portal transfermarkt.de attestiert González einen Marktwert von 3,75 Millionen Euro. Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die Ablösesumme im Bereich von 10 Millionen Euro bewegt.

Mit González verlässt ein Spieler den FC Basel, der erst im vergangenen Sommer zum FCB gestossen ist. Vom paraguayischen Verein Olimpia Asunción zum FCB gewechselt unterschrieb er einen bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag.

Eine spezielle Geschichte

Doch González und der FCB, das war nie eine Liebesgeschichte. Alleine die Art und Weise, wie er damals von seinem Wechsel erfahren hatte, ist sinnbildlich dafür. Es war nicht der Spieler selbst, der sich für den FCB entschieden hatte, sondern sein Berater. Mit den Worten «Derlis, siehst du die Mannschaft dort in den rotblauen Trikots, bei denen wirst du nächste Saison spielen», soll González von seinem Wechsel erfahren haben. Da zu diesem Zeitpunkt bereits sämtliche Vertrags-Modalitäten verhandelt waren, blieb ihm nichts anderes übrig, als zu unterschreiben.

Trotz des etwas ungewöhnlichen Starts konnte González die Zeit beim FCB optimal nutzen. Insbesondere in der Champions League konnte er durch starke Auftritte grössere Klubs auf sich aufmerksam machen. Dass er jetzt, nach einem gewonnenen Meistertitel und 6 Toren in 36 Spielen beim FCB bereits wieder geht, sei der Wunsch des Spielers: «Der FCB entspricht mit dem Wechsel zu Dynamo Kiew dem ausdrücklichen Wunsch des Spielers», so der FC Basel.

Ob dies effektiv der Fall ist, bleibt offen. Als González nämlich im Sommer an der Copa América weilte, machte er einen ganz anderen Wunsch publik: auf Twitter schrieb er, dass er davon träume, wieder zu seinem früheren Verein «Club Olimpia» zurückzukehren und mit ihm in der Copa Libertadores zu spielen. Nun aber wechselt er zu Dynamo Kiew. Dort wird er künftig zusammen mit dem ehemaligen FCB-Verteidiger Aleksandar Dragovic spielen.

Der FCB verliert mit González einen hochtalentierten Spieler, der vor allem mit seiner Schnelligkeit und seiner Schlitzohrigkeit auf dem Flügel fehlen wird. Ob und wie der FCB auf den jüngsten Abgang reagieren wird, ist noch nicht klar. Präsident Heusler tönte gestern eine eventuelle Verpflichtung eines Ersatz jedoch schon an: «Wir haben Alternativen in der Hinterhand. Es ist möglich, dass wir etwas machen. Es wird aber keinen Schnellschuss geben – wenn, dann holen wir einen Spieler, den wir schon länger beobachten.»