Breel Embolo verwirft die Hände. Kopfschüttelnd wendet er sich ab und schliesst für ein paar Sekunden die Augen. Der Gesichtsausdruck des 18-Jährigen: Wütend und traurig zugleich.

Was ist passiert? Im Cup-Halbfinal zwischen Basel und St. Gallen läuft die 18. Minute, als Breel Embolo im Zweikampf gegen Geoffrey Tréand einen Wimpernschlag zu spät kommt und dem St. Galler auf den Fuss tritt. Kein böses Foul, aber eines mit bösen Folgen.

Trotz flehenden Blicks von Embolo - Schiedsrichter Klossner zeigt ihm die Gelbe Karte. Weil es Embolos zweite im laufenden Wettbewerb ist, verpasst das 18-Jährige Supertalent den Cupfinal am 7. Juni gegen Sion. Die Entscheidung ist aus neutraler Sicht vertretbar.

Übertriebener Jubel in Wohlen

Embolo, der zwei der drei Basler Tore zum 3:1-Sieg mustergültig vorbereite, sieht das naturgemäss anders: «Ich gehe zum Ball, es ist in meinen Augen keine Gelbe Karte. Und es war mein erstes Foul im Spiel.»

Noch grösser wird der Frust beim frischgebackenen  Schweizer Nationalspieler, wenn er sich an das Zustandekommen der ersten Gelben Karte erinnert: Im Achtelfinal in Wohlen war die Freude über sein 3:1 derart gross, dass Embolo sich zu einem Hechtsprung in die Arme der jubelnden  FCB-Fans hinreissen liess. Für den Unparteiischen ein übertriebener Torjubel. Und übertriebener Torjubel hat im Fussball nun mal eine Verwarnung zur Folge.

Breel Embolo kassiert nach seinem Jubel im Cup-Spiel gegen Wohlen die Gelbe Karte.

Breel Embolo kassiert nach seinem Jubel im Cup-Spiel gegen Wohlen die Gelbe Karte.

Bereits im letzten Jahr nicht dabei

«Jetzt brauche ich erst einmal Zeit für mich», sagte Embolo und schlich in die Garderobe. Dort dürfte er sich gefragt haben, ob die Ehe zwischen ihm und dem Schweizer Cupfinal zum Scheitern verurteilt ist, bevor sie überhaupt geschlossen wird: Denn bereits in der vergangenen Saison fehlte er im Endspiel gegen den FCZ  - damals nicht wegen einer Sperre, sondern wegen einer Verletzung.

Realistisch gesehen ist es jedoch so: Embolo steht noch immer am Anfang seiner Karriere – die nächste Chance, doch noch einen Cupfinal zu bestreiten, wird schon bald folgen.