Darüber, wer im St. Jakob-Park das bessere Team ist, kann es keine zwei Meinungen geben. Die Gäste aus Porto dominieren die Partie vom Anstoss weg, haben immer über 60 Prozent Ballbesitz. Der FC Basel hat grösste Mühe, sich aus der Umklammerung zu befreien.

Eine Passfolge über mehrere Stationen? Fehlanzeige. Erinnerungen an die Worte von Trainer Paulo Sousa am Vortag kommen auf: «Wir werden schwierige Phasen durchmachen. Aber wir haben die Qualität, Porto wehzutun.»

Sousa hätte auch sagen können: «Wir haben Fabian Frei.» 11 Minuten sind gespielt, als der Thurgauer zum Geniestreich ansetzt: Von Walter Samuel im Mittelkreis angespielt, schaut Frei auf, nimmt Mass und spielt einen Pass, der allein das Eintrittsgeld wert ist.

Er erreicht damit Derlis González, der sich im perfekten Moment von seinem Gegenspieler Alex Sandro löst und keine Mühe mehr hat, zum 1:0 einzuschieben.

Wenn der Achtelfinal für den FCB das Dessert ist, dann ist dieser Treffer der Zuckerguss auf der Torte. Doch die Basler kommen nicht dazu, diese anzuschneiden. Stattdessen essen sie gegen die bärenstarken Portugiesen weiter hartes Brot. Erst hält Vaclik den perfiden Schuss von Danilo.

Dann hat das Heimteam Glück, dass Schiedsrichter Mark Clattenburg beim Einsatz von Walter Samuel gegen Jackson Martínez ein Auge zudrückt und Porto den fälligen Penalty verwehrt.

Samuels Handspiel

Ebenfalls mit einem blauen Auge davon kommt Basel in der 48. Minute: Zwar ist es korrekt, dass Clattenburg das vermeintliche 1:1 durch Danilo wegen einer Offside-Position annulliert.

Aber nicht jeder Schiedsrichter hat den Mut, dies zu tun, wenn der Treffer bereits auf dem Stadionbildschirm angezeigt wird und sich die beiden Teams in ihren Platzhälften zum Wiederanpfiff aufstellen.

Diese Anhäufung glücklicher Umstände – das kann für den FCB auf Dauer nicht gut gehen, ist man sich auf der Tribüne einig. Und dieser Verdacht wird in der 79. Minute bestätigt: Im Anschluss an einen der zahlreichen Corner des FC Porto rutscht Walter Samuel in eine Hereingabe von Danilo und bekommt den Ball an die Hand.

Dieses Mal bleibt dem Unparteiischen nichts anderes übrig als der Penaltypfiff. Danilo, an diesem Abend der Beste der Portugiesen, belohnt sich mit dem Ausgleich gleich selber für seinen herausragenden Auftritt.

Wird der Drache noch erlegt?

Dass es beim 1:1 bleibt, verdient sich der FCB dank seines Kampfwillens, mit dem er sich – so gut es geht – gegen die dominierenden portugiesischen Gäste wehrt. Aber er kann den Fakt nicht widerlegen, sich gegen Mannschaften aus dem südlichen Teil Europas nicht entfalten zu können. Ganz anders, als er dies in jüngerer Vergangenheit zu Hauf gegen Mannschaften von der britischen Insel getan hat.

Erinnern wir uns noch einmal an die Worte von Paulo Sousa: Ja, der FCB hat die Qualitäten, Porto wehzutun. Das gilt auch für das Rückspiel am 10. März auswärts im Estadio Dragão. Doch braucht es dann mehr als einen genialen Moment des 26-jährigen Fabian Frei, um die Drachen – wie der Übername des FC Porto lautet – doch noch zu erlegen.

Basel - Porto 1:1 (1:0)

34'464 Zuschauer. - SR Clattenburg (Eng). - Tore: 11. Gonzalez (Frei) 1:0. 79. Danilo (Foulpenalty) 1:1.

Basel: Vaclik; Suchy, Samuel, Safari; Xhaka, Elneny, Frei, Zuffi; Gonzalez (25. Callà), Gashi (83. Hamoudi); Streller (63. Embolo).

Porto: Fabiano; Danilo, Maicon, Marcano, Alex Sandro; Herrera, Casemiro, Oliver Torres (68. Ruben Neves); Tello (81. Quintero), Martinez, Brahimi (61. Quaresma).

Bemerkungen: FCB ohne Schär (gesperrt), Ivanov (rekonvaleszent), Porto ohne Lopez (verletzt). Verwarnungen: 22. Frei, 29. Casemiro, 36. Elneny (alle Foul) und Oliver Torres (Unsportlichkeit), 46. Samuel, 51. Alex Sandro, 57. Gashi (alle Foul), 62. Suchy (Foul/gesperrt im Rückspiel), 87. Danilo (Foul). 49. Tor von Casemiro wegen Offside-Position annulliert.

Hier können Sie den Verlauf der Partie noch einmal von Minute zu Minute nacherleben:

Matchtracker: Basel-Porto 18.02.2015

Scribblelive FC Basel - Porto