Fussball

Drei Schlüssel führten für den FC Basel zum Sieg

Lange Zeit passierte wenig im Zürcher Letzigrund. Doch dann brach die 69. Minute an und mit ihr folgten drei Tore innerhalb von fünf Minuten. Dies reichte den Baslern, um einen ungefährdeten Sieg aus Zürich mitzunehmen.

Drei WM-Teilnehmer hat der FC Basel kurz vor Ende der Transferphase abgeben. Was seine Kollegen in der Super League mit allen Mitteln zu verhindern versucht hätten, kommentierte Präsident Bernhard Heusler mit folgenden Worten: «Wir mussten am Schluss mithelfen, dass die Spieler uns verlassen konnten.» Gemeint war, den Preis für die Spieler zu senken. Marcelo Diaz (Hamburg) und Geoffroy Serey Die (Stuttgart) sind jetzt Hoffnungsträger bei Traditionsvereinen der Bundesliga, Giovanni Sio will seine Karriere in Bastia neu lancieren.

Einwechselspieler machten den Unterschied

Das Trio gehörte zwar nicht zur Stammformation – aber doch hiess es von verschiedenen Seiten, die qualitative Breite fehle nun im Kader des Titelverteidigers. Denkste!
Es waren die drei Einwechselspieler, die den FCB im Letzigrund auf die Siegerbahn führten: Walter Samuel, das schon als Transfer-Flop abgeschriebene Abwehr-Schlachtross, verlieh der Hintermannschaft die in der ersten Halbzeit vermisste Stabilität. Matias Delgado sorgte dafür, dass Sturmspitze Marco Streller den Ball endlich in die Füsse statt auf Brusthöhe zugespielt bekam. Und Davide Callà erstickte mit seinem Tor zum 4:2 endgültig die GC-Hoffnung auf einen Punktgewinn. Streller sagte denn auch: «Der Schlüssel zum Sieg war heute die Ersatzbank.»

Ansonsten sei es, so der Captain, ein «typisches Startspiel» gewesen. Spielerisch habe vor dem Seitenwechsel nicht viel gepasst, «das war von beiden Mannschaften schwach». In der Tat: Mohamed Elnenys erst drittes Pflichtspieltor (28.) in zwei Jahren FCB war der einsame Höhepunkt.
Als kurz nach Wiederanpfiff Munas Dabbur nach einem Stellungsfehler Safari’s den Ausgleich erzielte, sah sich Sousa zum Handeln gezwungen. Er brachte für den bereits kränkelnd in die Partie gestarteten Fabian Schär den 36-jährigen Samuel und für den wirkungslosen Philipp Degen Matias Delgado. Einher ging mit dem personellen Austausch ein Systemwechsel – der zweite Schlüssel zum Sieg: Xhaka begab sich auf die rechte Abwehrseite, Zuffi machte auf der Zehnerposition Delgado Platz und gesellte sich in die Schaltzentrale neben Elneny. Der Ball lief nun flacher und somit besser nach vorne. Mit der Folge, dass Shkelzen Gashi in der 69. Minute zum 2:1 traf und vier Minuten später Streller nach wunderbar öffnendem Pass von Samuel nachdoppelte.

Das Ende einer Durststrecke

Die Nummer drei der guten Gründe für den gelungenen Rückrundenstart war die Effizienz. Nachdem Lang einen schwachen Moment von Marek Suchy zum 2:3 ausnutzte, traf Callà mit der nächsten FCB-Chance zum Schlussresultat (81.). Viele Möglichkeiten erspielte sich Rot-Blau gegen die massive Fünfer-Abwehr von GC nicht, genauer gesagt waren es gerade mal fünf. Doch weil 80 Prozent davon zu Treffern führten, gebührt den Baslern auch die Auszeichnung «Meister der Effizienz». «Trotz durchschnittlicher Leistung vier Tore– das ist mal ein Ausrufezeichen!», sagte Streller.
In der Freude ging fast etwas unter, dass der FCB gestern eine dreijährige Durststrecke beendete: So lange gelang es ihm nicht, die Grasshoppers im Letzigrund zu bezwingen. Am 10. März 2012 trafen Shaqiri und Degen zum 2:0-Sieg, der Trainer hiess Heiko Vogel. Auch damals stand der FCB in den Achtelfinal der Champions League und führte im Februar die Super League mit grossem Vorsprung an. Bis heute gilt 2011/12 in Basel als «Jahrhundert-Saison». Viel deutet darauf hin, dass Rot-Blau drei Jahre später noch einen drauf setzt.

Matchtelegramm:

Grasshoppers - Basel 2:4 (0:1).

6300 Zuschauer. - SR Bieri. - Tore: 28. Elneny 0:1. 49. Dabbur (Flanke Pavlovic) 1:1. 69. Gashi (Streller) 1:2. 73. Streller (Samuel) 1:3. 74. Lang (Ngamukol) 2:3. 81. Callà 2:4.

Grasshoppers: Vasic; Gülen (72. Ravet), Dingsdag, Grichting; Bauer, Lang, Abrashi, Pavlovic; Caio (72. Ben Khalifa); Dabbur, Ngamukol (86. Tarashaj).

Basel: Vaclik; Schär (57. Samuel), Suchy, Safari (79. Callà); Degen (57. Delgado), Xhaka, Elneny, Zuffi; Gonzalez, Gashi; Streller.

Bemerkungen: GC ohne Salatic (gesperrt), Basel ohne Frei (krank), Ivanov und Traore (beide verletzt). 35. Pfostenschuss von Ngamukol. Verwarnungen: 31. Abrashi (Reklamieren). 55. Bauer. 83. Gonzalez. 86. Delgado (alle wegen Fouls).

Die weiteren Resultate vom Wochenende: Luzern - Young Boys 1:1 (0:0). St. Gallen - Zürich 1:4 (0:2). Thun - Aarau 1:1 (0:0). Vaduz - Sion verschoben.

Rangliste: 1. Basel 44. 2. Zürich 36. 3. Young Boys 34. 4. Thun 30. 5. St. Gallen 29. 6. Grasshoppers 19. 7. Vaduz 18. 8. Aarau 17. 9. Sion 15. 10. Luzern 14.

Hier können Sie den Verlauf der Partie von Minute zu Minute nachlesen: 

Matchtracker: GC - Basel 08.02.2015

Scribblelive bz: GC - Basel

Meistgesehen

Artboard 1