Super League

Der FC Basel gewinnt dank Gashi-Doppelpack und Streller-Tor 3:0

Marco Streller (r.) setzt sich gegen Thuns Dennis Hediger durch

Marco Streller (r.) setzt sich gegen Thuns Dennis Hediger durch

Der Tabellenführer FC Basel gewinnt gegen den FC Thun verdient und klar überlegen mit 3:0. Die Tore haben Shkelzen Gashi (2) und Marco Streller erzielt. Die Bekanntgabe seines Rücktritts scheint ihn beflügelt zu haben.

Als der Schlusspfiff längst verhallt ist, die Tribünen leer sind, hat der Stadion-DJ ein goldenes Händchen. «Tage wie diese», der Ohrwurm der Toten Hosen – es gibt in diesem Moment keinen Song, der besser passen würde.

Es ist der Tag, an dem Marco Streller das erste Spiel nach seiner Rücktritts-Ankündigung bestreitet. Und er wird sich gewünscht haben – so wie aus den Boxen klingt –, dass dieser Tag nie endet. Das hat neben vielen anderen Dingen vor allem mit der 52. Minute zu tun: Statt selber zu schiessen, wartet Derlis Gonzalez, bis sein Captain in Position gelaufen ist, schlägt eine butterweiche Flanke auf Strellers Kopf – 2:0. Nach dem Schlusspfiff wird Streller sagen: «Dass ich getroffen habe, ist das i-Tüpfelchen auf einen wunderbaren Tag.» Lachend fügt er an: «Und es zeigt, dass ich noch mithalten kann.»

Teil eins von Strellers Abschiedstour begann gestern kurz vor halb acht. Als er mit seinen Teamkollegen zum Warmlaufen aus der Senftube läuft, skandiert die Muttenzer-Kurve erstmals seinen Namen. Wie noch viele Male im Lauf des Abends. Als Schiedsrichter Pascal Erlachner die Partie freigibt, tönt es sogar von der Handvoll mitgereister Thuner Fans: «Streller, Streller, Streller!» Ein Zeichen dafür, welche Anerkennung der 33-Jährige mittlerweile weit über die Basler Stadtgrenzen hinaus geniesst. Die, die ihn früher ausgepfiffen haben, klatschen ihm heute zu.

Am Freitag, als er seinen Rücktritt erklärte, sagte Streller: «Dass es jetzt raus ist, kann befreiend wirken.» Dass dem so ist, wird schnell klar. Auf dem Platz steht ein anderer Streller als der, der wie seine Teamkollegen in den vorherigen Partien verkrampft wirkte.

Tage wie diese

Herrlich, wie er in der 15. Minute mit der Hacke auf Frei ablegt – dessen anschliessender Freistoss landet am Lattenkreuz. Lobenswert, wie er kurz darauf am Mittelkreis den Ball erobert und so die nächste Chance durch Gonzalez einleitet. Einfach gut, wie er kurz vor der Pause im Fallen den Ball in den Lauf von Gashi spitzelt, der Thun-Goalie Faivre umkurvt und aus spitzem Winkel zum 1:0 trifft. Nach seinem persönlichen Highlight, dem Treffer zum 2:0, der gleichzeitig die Partie entschied, ist Streller auch am 3:0 durch Gashi beteiligt. «Wir haben einen hervorragenden Match gemacht. Das freut mich heute am meisten», sagt er danach. Und dass er die Tränen zurückhalten musste, als er hörte, dass die Fans extra für ihn ein Lied neu getextet haben.

Es war ein Abend ganz im Sinne von Streller und seinem FC Basel. Für den sind diese Tage nicht nur wegen der Nachricht, dass sein wichtigster Spieler bald von Bord geht, besonders. Am Dienstag schon folgt der nächste Aufreger, das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinal in Porto. Gestern gegen Thun, Tabellenvierter und als abwehrstärkstes Team der Liga nach Basel gereist, hat die Mannschaft bewiesen, dass sie spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht hat. Gross genug, um in knapp 48 Stunden im Estadio do Dragão den Viertelfinal-Coup zu landen?

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