18 Treffer hat der 26-Jährige mittlerweile in dieser Meisterschaft für den FC Basel erzielt. Nur eines weniger als in der letzten Saison, als er die Torjägerkrone noch für die Grasshoppers gewann. 18 Treffer, das sind sieben mehr als sein ärgster Verfolger, der Sittener Moussa Konaté. Am Samstag in Luzern erzielte Gashi bereits wieder zwei Tore. Zwei Tore, die dem FCB halfen, in einem Spiel, das deutlich komplizierter war, als es das 4:1 ausdrückt, ungeschoren davon zu kommen.

Wer mit Gashi nach seinen Toren spricht, der steht vor einer Herausforderung. Was tun, um ihm mehr zu entlocken als das Übliche «mir ist es egal, wer die Tore schiesst, wichtig ist nur die Mannschaft»? So muss der Zuhörer Gashis Worte schon ziemlich genau dekodieren, um etwas Selbstlob herauszuhören. In Luzern war das allenfalls möglich, als Gashi grosszügig den jungen Luzerner Torhüter Jonas Omlin lobte. Jenen Omlin, der zuvor Gashis Freistoss ziemlich unbedarft zum 0:1 passieren liess. Merke: Der Freistoss-Schütze gab dem Ball ein tückisches Flattern mit auf den Weg.

Er braucht den Status

Um als Fussballer beim FC Basel anzukommen, musste Gashi einen ziemlich komplizierten Weg gehen. Er, der schon früh als grosses Talent galt, stolperte lange über die vielen Flausen im Kopf. Darüber, dass er seinen Trainern manchmal das Gefühl gab, eigentlich das Meiste besser zu wissen. Beim FCZ galt er schon als gescheitert.

Es folgte eine Tour de Suisse, er war in Schaffhausen, Bellinzona, bei Xamax, bis er schliesslich in der Challenge League bei Aarau mit René Weiler jenen Trainer fand, der ihn zu Höchstleistungen antrieb. Weiler sagt einmal: «Ohne einen gewissen Status im Verein funktioniert bei Gashi wenig.» Als Gashi mit Aarau Challenge-League-Topskorer wurde und zu GC wechselte, bestätigten sich diese Worte. Seine Leistungen explodierten erst 18 Monate später, als Izet Hajrovic den Verein verliess. Seither geht es steil aufwärts.

Mit Lockerheit zum Überraschungstor

Die Integration beim FCB gelang mühelos. Gashi schiesst seine Tore einfach weiter. Häufig so, als wäre dies schlicht selbstverständlich. Dabei musste sich Gashi – wie viele andere in dieser FCB-Ausgabe – das Vertrauen von Trainer Paulo Sousa erarbeiten. Dass er in den ersten drei Champions-League-Spielen nicht spielen durfte, hat ihn getroffen. Auch wenn er das so öffentlich kaum zugeben würde. Denn Gashi ist sensibler, als man auf den ersten Blick meinen würde. Gerade weil er in seinem Fussballer-Leben schon so vieles erlebt hat, äussert er sich heute im Zweifel lieber vorsichtig.

Mit wem man auch immer über ihn spricht, eines kommt ziemlich zum Vorschein: die Bewunderung über seinen Torinstinkt und seine Lockerheit. Davide Callà sagt: «Manchmal fragst du dich: Spielt Gashi überhaupt mit? Und im nächsten Moment schiesst er ein Tor.»

Irgendwann sehr bald geht es für den FCB dann auch um das Sichern der beiden wichtigsten Trophäen der Saison – Meistertitel und Cupsieg. Die Prognose sei gewagt: Auf dem Weg dazu wird es noch einige Gashi-Tore zu bestaunen geben.

Zuvor hat Gashi allerdings noch ein anderes Ziel. Heute fliegt er zur albanischen Nationalmannschaft nach Tirana. Da möchte er seinen Betrag dazu leisten, um in der EM-Qualifikation Armenien mit Trainer Bernard Challandes zu besiegen.