FC Basel

Breel Embolo - das Wunderkind und seine Traumwelt

Breel Embolo erzielte gegen den FCZ drei Tore.

Breel Embolo erzielte gegen den FCZ drei Tore.

FCB-Stürmer Breel Embolo schoss den FC Zürich beim 5:1 mit seinen drei Toren praktisch im Alleingang ab. Der rasante Aufstieg des 18-jährigen Neo-Natispielers geht damit ungebremst weiter.

Es sind gerade wieder einmal aufregende Tage im Leben des Breel Donald Embolo. Kaum 18-jährig durfte er vor 13 Tagen gegen die USA erstmals im Schweizer Nationaltrikot auflaufen. Nun prägte er zum ersten Mal in seiner Karriere ein Spiel des FC Basel gegen den FC Zürich.

Gut gelaunt, das Cap bis tief ins Gesicht gezogen und mit schimmernden Steckern an beiden Ohren arbeitet Embolo den spektakulären Nachmittag auf. «Drei Tore zu schiessen gegen den FCZ, das ist ein Traum – schliesslich habe ich die Rivalität zwischen den Vereinen von klein auf eingetrichtert bekommen», sagt er. Eigentlich wären es gar dreieinhalb Tore. Aber den Assist beim finalen Eigentor von Djimsiti nimmt Embolo nicht für sich in Anspruch.

Breel Embolo: Goals und Talente

Breel Embolo: Goals und Talente.

Es ist schon ziemlich imponierend, wie cool sich Embolo vor dem gegnerischen Tor verhält. Beim 2:0 ist er schneller als die gesamte FCZ-Abwehr, beim 3:0 und 4:1 vollendet er alleine vor dem insgesamt sehr unglücklich wirkenden Zürcher Torhüter Brecher so überlegt, als hätte er die Erfahrung von Marco Streller.

Erste Rückrundentore

Wenn der FCB-Captain auf seinen jungen Copain angesprochen wird, strahlen seine Augen fast so sehr wie Embolos Schmuck. «Der Junge ist ein Wahnsinn! Sein sonniges Gemüt kombiniert mit dem kühlen Kopf vor dem Tor ist unbeschreiblich. Ich freue mich über seine Tore fast mehr, als wenn ich sie erzielen würde.»

Für Fabian Frei wird der Fussballer Embolo «immer faszinierender» und das, obwohl er ihn jeden Tag im Training sehe. «Er befindet sich im Moment in einer Traumwelt. Er soll sie geniessen und sich daran erinnern, wenn es einmal nicht ganz so unbeschwert läuft. Denn auch diese Momente werden kommen.» In den letzten vier Spielen hat der FCB nun 18 Tore erzielt – und Embolo war an zehn davon beteiligt.

Das ist eine herausragende Quote. Gegen Luzern, Aarau und St. Gallen im Cup fiel er als brillanter Vorbereiter auf, nun erzielte er auch seine ersten Tore der Rückrunde. Eine Erlösung? Embolo lächelt und sagt in bester Shkelzen-Gashi-Manier: «Es ist doch egal, wer die Tore erzielt!» Das ist es natürlich nicht immer, besonders nicht für einen Stürmer.

Breel Embolo kassiert nach seinem Jubel im Cup-Spiel gegen Wohlen die Gelbe Karte.

Breel Embolo kassiert nach seinem Jubel im Cup-Spiel gegen Wohlen die Gelbe Karte.

Bei Streller abgeschaut

Am 16. März 2014, also vor knapp 13 Monaten, debütierte Embolo gegen den FC Aarau in der Super League, vier Minuten nach seiner Einwechslung traf er bereits. Es war der Beginn eines rasanten Aufstiegs, dessen Ende zum heutigen Tage nicht abschätzbar ist. «Ich habe mir schon immer viel zugetraut», sagt Embolo, «aber das alles in diesem Tempo? Nein, definitiv nicht.»

Noch geniesst Embolo die Unterstützung und die Tipps von Streller auf und neben dem Platz. «Marco sagte mir, manchmal muss ich vor dem Tor noch etwas egoistischer werden», erzählt Embolo, «früher fragte ich ihn noch etwas häufiger um Rat, mittlerweile schaue ich mir gewisse Dinge einfach ab von ihm – zum Beispiel seine Abschlüsse vor dem Tor.»

Was aber, wenn Streller in der nächsten Saison als Fussball-Pensionär nicht mehr auf dem Rasen steht? «Breel wird auch ohne mich zurechtkommen. Im Notfall kennt er ja meine Nummer, ich werde immer irgendwo in der Nähe des Stadions sein.»

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