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Albian Ajeti: «Wenn ich Heimweh habe, sind es nur drei Stunden nach Basel»

Albian Ajeti freut sich auf das Abenteuer in der Bundesliga und sagt: «Augsburg betrachtet mich als Verstärkung.»

Albian Ajeti freut sich auf das Abenteuer in der Bundesliga und sagt: «Augsburg betrachtet mich als Verstärkung.»

Vom FC Basel zum FC Augsburg in die Bundesliga. Ist dieser Schritt für den 18-jährigen Stürmer Albian Ajeti nicht zu gross? Der schweizerisch-albanische Doppelbürger sagt im Interview, warum er das anders sieht.

Albian Ajeti überraschte alle: Nachdem er beim FCB von den Profis in die U21 zurückgestuft wurde, wurde vor einer Woche sein Transfer zum Bundesligisten FC Augsburg bekannt (Vertrag bis 2020). Am Samstag kam es zum Testspiel zwischen Augsburg und Basel (2:0) und für Ajeti somit schneller als gedacht zum Wiedersehen mit den Ex-Teamkollegen. Im Interview verrät der 18-jährige Stürmer, wie er sich eingelebt hat und begründet den Schritt in die Bundesliga, obwohl er beim FCB nie über die Rolle des Talents hinausgekommen ist.

Nach der ersten Woche als Bundesligaprofi beim FC Augsburg – wie haben Sie sich eingelebt?
Albian Ajeti: Ich muss sagen, sehr sehr gut. Die Mannschaft hat es mir einfach gemacht, es sind alles lockere Typen hier. Auch der Trainerstaff kümmert sich gut um mich. Ich fühle mich wirklich wohl, es war ein tolles Trainingslager.

Neben Ajeti ist auch Jeffrey Gouweleeuw (links) neu zu den Schwaben gestossen.

Neben Ajeti ist auch Jeffrey Gouweleeuw (links) neu zu den Schwaben gestossen.

Am Sonntag fliegen Sie zurück nach Deutschland. Wo werden Sie wohnen?
Vorerst im Hotel. Aber wir haben in der nächsten Woche ein, zwei freie Tage, an denen ich mir Wohnungen anschauen werde. Ich möchte in die Augsburger Innenstadt ziehen.

Gehen Sie alleine nach Augsburg?
Zu Beginn wird mein Vater oft bei mir sein. Aber danach möchte ich schnell auf den eigenen Beinen stehen und mich einleben. Und wenn ich Heimweh habe, sind es ja nur drei Stunden mit dem Auto nach Basel.

Es wird das erste Mal sein, dass Sie alleine wohnen.
Ja, nach 18 Jahren bei meinen Eltern und mit meinen Brüdern war es nicht einfach, sich jetzt von der Familie zu trennen. Aber ich liebe Abenteuer – und Augsburg ist ein grosses Abenteuer, auf das ich mich sehr freue.

Kurzer Plausch unter Ex-Kollegen vor dem Testspiel gegen die Basler.

Kurzer Plausch unter Ex-Kollegen vor dem Testspiel gegen die Basler.

Können Sie uns erklären, warum es zum Transfer kam? Sie sind 18 Jahre alt und waren noch längst kein Stammspieler beim FCB.
Ich danke dem FCB und dem FC Augsburg, dass es so reibungslos geklappt hat. Ich wollte den Schritt ins Ausland jetzt machen. Ich werde den FCB immer verfolgen, freue mich aber jetzt auf die Rückrunde in der Bundesliga.

Sind Sie nicht hauptsächlich darum gewechselt, weil Sie beim FCB keine Perspektiven mehr sahen? Mit Andraz Sporar wurde im Winter ein zusätzlicher Stürmer verpflichtet, der in der Hierarchie vor Ihnen gestanden wäre.
Das denke ich nicht. Konkurrenz ist normal im Fussball. Bei Augsburg ist es nicht einfacher als in Basel. Ich bin eine Person, die gerne die Dinge selber in die Hand nimmt. Das war ein wichtiger Aspekt, dass es zum Wechsel gekommen ist.

Sie hatten auch andere Angebote – von welchen Klubs?
Aus England gab es Anfragen und von anderen Klubs aus der Bundesliga. Aber ich will mich sportlich und persönlich entwickeln – dafür ist Augsburg genau der richtige Verein.

Es hiess, Sie waren bei Newcastle United im Probetraining – stimmt das?
Nein, nein. Das waren alles falsche Gerüchte. Ich war immer in Basel und habe mich fit gehalten für den Transfer zum FC Augsburg.

FCA in Estepona || Tag 01 || Ajeti & Gouweleeuw

Ajeti auch an Bord: Tag 1 im Trainingslager des FC Augsburg.

Seit wann hat Augsburg Interesse an Ihnen?
So ein Wechsel klappt nicht von heute auf morgen, die Gespräche liefen schon länger. Der Vorstand und der Trainer haben sich wirklich sehr bemüht um mich, das schätze ich und davon möchte ich jetzt etwas zurückgeben.

Mit Marwin Hitz spielt bereits ein Schweizer in Augsburg – passt er jetzt auf Sie auf?
Wir reden oft, das stimmt. Aber ich habe auch Boba (Raul Bobadilla; d. Red.), den ich von früher beim FCB kenne. Und sonst sind die anderen Jungs wirklich alle gut drauf.

Welche Pläne hat der FC Augsburg mit Ihnen – werden Sie ab sofort fix zum Budesliga-Kader gehören oder sollen sie behutsam an das Niveau herangeführt werden?
Wann ich das erste Mal spiele, kann niemand sagen. Aber Augsburg betrachtet mich als Verstärkung, weiss aber auch, dass ich erst 18 Jahre alt bin. Ich versuche, mich hier in aller Ruhe weiterzuentwickeln.

Vergangenen Oktober gab Albian Ajeti sein Debüt für die Schweizer U21-Nationalmannschaft.

Vergangenen Oktober gab Albian Ajeti sein Debüt für die Schweizer U21-Nationalmannschaft.

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