Waren die letzten drei Liga-Spiele eher ein Schaulaufen, gilt es für den FC Basel am Sonntag wieder ernst. Der Cupfinal steht an. Der vierte in Folge für den FCB – wovon die letzten zwei jedoch verloren gingen. Und jetzt trifft man gegen Sion ausgerechnet auf das Team, das alle seiner bisherigen 12 Cupfinals gewonnen hat. Dass das Spiel im heimischen Joggeli stattfindet, macht es noch spezieller.

Motivation sollte also genug vorhanden sein für den FCB, nach dem Meistertitel auch noch den zweiten Titel der Saison und damit erstmals seit 2012 wieder das Double zu holen. Doch konnte der FCB die Spannung und die Konzentration nach den Meister- und Streller-Festwochen aufrechterhalten?

«Das ist ein neuer Wettbewerb, ein Final, in einer fantastischen Umgebung und mit einem Top-Gegner», will Sousa an der Vorschau-Medienkonferenz Zweifel an der Spannung gar nicht erst aufkommen lassen. Und auch Fabian Frei sagt, man habe sich in den Wochen seit dem Gewinn der Meisterschaft «keineswegs gehe lassen», und deshalb sei es auch nicht so schwer, wieder voll fokussiert zu sein. «Wir sind seit Montag in Cupfinal-Modus«, so Frei.

Ausserdem sei er «überzeugt, dass wir bereit sind. Und wenn wir eine Top-Leistung abrufen können, holen wir dieses Ding.» Bei einem allfälligen Sieg des FCB würden gleich zwei Serien gleichzeitig reissen: jene von zwei verlorenen Cupfinals in Folge für den FCB und jene der Unbesiegbarkeit des FC Sion ihn Endspielen des Schweizer Cups. «Dass wir die beiden letzten Finals verloren haben, ist sicher im Hinterkopf, aber es hemmt uns nicht«, sagt Frei. Und der Sion-Serie ein Ende zu bereiten wäre lediglich «ein Zückerchen. Am Ende geht es um den Titel. Und von Titeln kann man nie genug haben, ich jedenfalls nicht», so der Vize-Captain.

Fabian Frei, wechseln Sie ins Ausland?

Für ihn könnte der Titel im Schweizer Cup gleichbedeutend sein mit seinem (vorerst) letzten Titel für den FCB. Neben den Abschieden von Marco Streller und Fabian Schär, der den FCB im Sommer verlässt, gilt Frei als einer der heissesten Anwärter darauf, den Verein im Sommer zu verlassen. Auf einen möglichen Transfer angesprochen, beschwichtigt Frei jedoch: «Ich gehe das Spiel nicht so an, als könnte es mein letztes sein.»

Ebenso gehe er davon aus, dass «ich am 26. Juni wieder hier sein muss nach meinen Ferien», um mit dem FCB in die Vorbereitung für die neue Saison zu starten.

Frei habe seinem Berater gesagt, wenn es kein wirklich konkretes Angebot gäbe, solle er ihn in Ruhe lassen damit. «Ab Montag werde ich mir das dann anschauen.» Jetzt sei er völlig auf den Cupfinal fokussiert. «Es ist ja auch nicht so, dass es pressiert. Ich habe es hier wunderschön, und weiss, dass es auch wenn ich hier bleibe super wird.» Deshalb verspüre er überhaupt keinen Druck. Auch Schärs Abschied habe keinen Druck ausgelöst, er wünsche «Fabi einfach alles Gute. Ich bin mir sicher, dass ich mir um seine Zukunft keine Sorgen machen muss.»

Paulo Sousa, spielt Derlis González im Cupfinal?

Sorgen machen muss man sich nicht um Derlis González, aber seine Abwesenheit wirft Fragen auf. Das letzte Saisonspiel und die offizielle Meisterfeier verpasste er, weil er mit seiner Nationalmannschaft in Paraguay weilt und sich dort auf die Copa América vorbereitet. Auf González angesprochen, wirkt Sousa etwas gereizt. «Ich weiss nicht, ob er für den Cupfinal zurückkommen wird. Ich kann darauf keine Antwort geben. Das müsst ihr den Klub fragen.»

Der Cheftrainer weiss also nicht, ob ihm ein Spieler, der, wie er immer wieder betont, «eine Wichtigkeit hatte während der Saison», für den Cupfinal zur Verfügung steht. Doch wie so üblich will sich Sousa nicht um abwesende Spieler kümmern, sondern seinen Fokus «auf jene legen, die mir zu Verfügung stehen.» Während González fraglich ist (aber es eher schlecht aussieht, dass er doch noch auftauchen wird), stehen Sousa der rekonvaleszente Ivan Ivanov und der gesperrte Breel Embolo sicher nicht zur Verfügung.

Sousa wolle mit einem Sieg «eine weitere Seite in der Erfolgsgeschichte des FC Basel schreiben.» Würde es mit dem Titel klappen, hätte der FCB eine «outstanding Season» – eine herausragende Saison also – gespielt.