FC Basel

2:1 für den FCSG! Der FC Basel verliert überraschend in St. Gallen

Der FCB verliert gegen den FC St. Gallen unnötig aber doch verdient, weil er nach dem ersten Gegentreffer merklich abgebaut hat. Durch die Nullrunde für die Basler rückt GC auf sieben Punkte in der Tabelle an den FCB heran.

Der Überfluss spricht gerne von Genügsamkeit. So gesehen ist es nichts als logisch, wenn sich in der Mannschaft des FC Basel auch mal Genügsamkeit einschleicht. Schliesslich ist der FCB in der Schweiz seit Jahren das Mass aller Dinge. Und mit sechs Meistertiteln in Folge Rekordhalter. Kurz: Die Basler feiern Erfolge scheinbar im Überfluss.

Gestern kassierte der FCB nach dem 2:3 gegen die Grasshoppers die zweite Niederlage in Folge. Warum? Weil er nach der frühen Führung, Marc Janko verwertete mit dem Kopf einen Eckball von Taulant Xhaka, genügsam wurde. Eine Einschätzung, die Trainer Urs Fischer nicht ganz teilt. Jedenfalls macht er nicht Genügsamkeit, sondern fehlende Konsequenz auf den letzten, entscheidenden Metern verantwortlich für das 1:2 in der AFG-Arena.

«Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, weil wir genau das machten, was wir uns vorgenommen haben», resümiert Fischer. «Aber mit dem Schneefall kam ein Bruch in unser Spiel. Wir hatten nicht mehr die Organisation, die es im heutigen Fussball braucht. Kurz: Mit den ersten 25 Minuten kann ich leben. Den Rest müssen wir noch genauer anschauen.»

Zwei Niederlagen in Serie - eine Seltenheit 

Der Rest, das sind rund 70 Minuten, in denen der FCB eine ungewohnte Verwundbarkeit und Genügsamkeit offenbart. Der FC St. Gallen findet im Schneefall den Schlüssel zum Spiel, weil er härter und mehr arbeitet. Weil er die weiteren Wege geht. Weil er keine Schmerzen scheut. Symptomatisch dafür, dass sich Geoffrey Tréand in der Pause übergeben muss und Roy Gelmi sich hinlegen muss, weil ihm schwindlig ist. Trotzdem beenden beide Spieler die Partie. «Wir wussten, dass wir mehr laufen müssen als der FC Basel, um eine Chance zu haben», sagte St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer.

Mario Mutsch, Passgeber zum 2:1 durch Doppeltorschütze Yannis Tafer, sagte: «Drei Siege in Serie. Die Mannschaft beginnt langsam, das aufzusaugen, was der Trainer von uns erwartet.» Der Fussball Marke Zinnbau basiert auf sehr viel Laufarbeit und aggressivem Pressing gegen den Ball. Also ein kampfbetontes Spiel, wie es das Ostschweizer Publikum liebt. «Wir dürfen den Sieg gegen Basel aber nicht auf die hohe Kante legen», sagt Zinnbauer. «Aber punkto Einsatzbereitschaft ist das schon irgendwie ein Benchmark.»

Zurück zum FC Basel. Letztmals kassierte Basel im Mai 2012 zwei Niederlagen in Serie. Weil die Basler zu jenem Zeitpunkt bereits Meister waren, blieben diese folgenlos. Gerumpelt hat es hingegen, als der FCB im August 2011 erst gegen den FC Zürich (1:2), danach in Luzern (1:3) verlor. Die Folge war eine Team-Aussprache. Und wenig später wechselte der damalige Trainer Thorsten Fink zum Hamburger SV.

Was hingegen nicht im Zusammenhang mit jenen Niederlagen steht. Trotzdem: Urs Fischer wird gefragt, ob er sich nun Sorgen mache. Der FCB-Trainer lächelt süffisant und sagt: «Nein, Sorgen mache ich mir keine. Aber es reicht halt einfach nicht, wenn man nur 25 Minuten gut spielt.» Verteidiger Michael Lang sagte: «Nach der Führung dachten wir, dass auch weniger als 100 Prozent ausreichen.»

Problemzone Chancen kreieren

Der FCB offenbarte nicht nur mentale, sondern auch fussballerische Probleme. Das grösste dieser Art: Die Basler kreieren viel zu wenige Torchancen. Neben Jankos Treffer sorgte einzig Michael Lang (28.) mit einem Schuss ans Lattenkreuz für Aufregung. Und natürlich kam in der Schlussphase, als St. Gallen nur noch verteidigte und Basel nur noch angriff, die Chance zum Ausgleich.

Doch St. Gallens Torhüter Daniel Lopar reagierte erst gegen Zuffi, danach gegen Bjarnasson hervorragend. Dass die Ostschweizer überhaupt noch in die Bredouille kamen, lag einerseits an ihrer mangelhaften Chancenauswertung, andererseits an Basels Keeper Tomas Vaclik, der gegen Cavusevic (25.) und zweimal Salli (42. und 45.) herausragend parierte.

Genügsamkeit übersättigt manchmal sehr rasch. Aus Basler Optik ist zu hoffen, dass sich diese These bewahrheitet.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Matchtracker: FC St. Gallen - FC Basel, 22.11.2015

FC St Gallen - FC Basel, 22.11.2015

Meistgesehen

Artboard 1