Cup

Zwei missglückte Relaunchs und die Chance zur Beschwichtigung

Marco Schällibaum fordert von seiner Mannschaft kontrollierten Mut gegen den FCL.

Marco Schällibaum fordert von seiner Mannschaft kontrollierten Mut gegen den FCL.

Die Stürmerfahndung beim FC Aarau beunruhigt Petar Sliskovic und Mart Lieder nicht. Sie glauben an ihre Fähigkeiten. Derweil verfolgt Aarau im Cup-Viertelfinal gegen den FC Luzern eine Beschwichtigungspolitik.

Die Adventszeit schreibt Besinnung vor. Geistige Klarheit und bewusste Wahrnehmung. Also besinnen wir uns: Auch wenn der FC Aarau im Cup-Viertelfinal gegen den FC Luzern triumphieren sollte, kann er das Fussballjahr 2015 nicht beschönigen. Aber es ist die Chance zur Beschwichtigung. Bescherung und Nächstenliebe ist es zwar, was wir mit dem Monat Dezember assoziieren. Doch er animiert auch zur Bilanzierung.

Wettbewerbsübergreifend fuhren die Aarauer in 40 Partien nur neun Vollerfolge ein. «Ein schwierige Zeit», bestätigt FCA-Stürmer Petar Sliskovic. Er gehört zu den meistgescholtenen Akteuren vom Brügglifeld. Seit seiner Ankunft im letzten Winter erzielte der Kroate mickrige fünf Treffer während 1753 Einsatzminuten für den FC Aarau. Für einen, der nach Aarau kam, um seine Karriere neu zu lancieren, definitiv zu wenig. Das weiss auch Sliskovic. Beunruhigen lässt er sich aber nicht. Es tue gut, dass das neue Jahr ansteht: «So kann ich das Vergangene hinter mir lassen.» Sein Neujahrsvorsatz ist klar: Endlich in den Rhythmus kommen. Er spricht von einem Groove, den er sich in der Mannschaft bereits gegen den FC Luzern wünscht. Die Vorfreude auf das Cup-Derby ist gross. «Erstmals in diesem Jahr können wir ohne Druck aufspielen.»

Babbel erwartet keinen schönen Fussball

Ähnlich sieht das Cheftrainer Marco Schällibaum. Er fordert kontrollierten Mut. «Wir müssen auch mal etwas probieren, sonst werden wir hinterher enttäuscht sein.» Erstmals als Underdog in ein Spiel gehen zu können, sieht Schällibaum als grosse Chance. «Nach der verkorksten Vorrunde ist dieser Match das wichtigste Spiel des Jahres», warnt derweil Luzern-Trainer Markus Babbel, der auf Kryeziu, Arnold und Jantscher verzichten muss. «Ich erwarte keinen schönen Fussball, sondern einen Kampf.»

Haufenweise Chancen werden sich den Aarauern, die auf Mobulu und Lüscher verzichten müssen, aber nicht bieten. Die Sturmabteilung ist in der Pflicht. Dieser gehört neben Sliskovic auch Teamkollege Mart Lieder an. Auch der Holländer blickt auf ein kompliziertes Halbjahr zurück. Seit Sommer ist er im Brügglifeld, erst vor einer Woche gegen Le Mont feierte er seine Torpremiere in der Challenge League.

Keine Angst vor Konkurrenz

«Ein wichtiger Treffer», konstatiert Lieder, «nachdem ich endlich wieder eine Chance erhielt.» Aber auch für den Holländer gestaltet sich der Karriere-Relaunch schleppend. Im Training verkörpert das Duo Sliskovic/Lieder dennoch Gelassenheit. «Ich hatte immer eine gute Einstellung und arbeite einfach hart weiter», erklärt der 24-jährige Kroate. Auch an Kollege Lieder prallt die Kritik ab: «Ich bin überzeugt von meinen Qualitäten.»

Die Aarauer Suche nach einem neuen Stürmer ist längst öffentlich. Dass das Duo, welches in der Challenge-League-Hinrunde zusammen zwei Treffer erzielte, Konkurrenz erhält, lässt sie kalt. «Ich mache mir da keine Gedanken, Konkurrenzkampf gehört dazu», so Sliskovic. «Es ist das Recht des Klubs», erklärt derweil Lieder.

Für Trainer Schällibaum ist die Stürmersuche nichts als logisch: «Wenn man die stärkste Abwehr und die schwächste Offensive der Liga hat, weiss man, wo Handlungsbedarf herrscht. Da müssen sich die beiden selber hinterfragen.» Bewerten wollen sich Sliskovic und Lieder nicht. Der 24-jährige Kroate lässt sich aber zum Satz verleiten, dass sich nicht viele im Verein eine gute Note geben können. Er nimmt das Kollektiv in die Pflicht. Auch gegen Luzern.

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