Apropos

Wie damals bei Aarau: Der stramme Max geht ans Limit

Aarau gewann am 27. Mai 1985 den Cupfinal gegen Xamax mit 1:0. Max Richner (stehend, zweiter von rechts) war damals Ersatztorhüter.

Aarau gewann am 27. Mai 1985 den Cupfinal gegen Xamax mit 1:0. Max Richner (stehend, zweiter von rechts) war damals Ersatztorhüter.

In der 70er- und 80er-Jahren war Max Richner der sichere Rückhalt im Tor des FC Aarau. Heute hat er die Fussballschuhe längst an den Nagel gehängt. Nicht so den Sport: Mit Frau Birgit hat er in Australien die «Crocodile Trophy» absolviert.

Erinnern Sie sich an den Schlager des verstorbenen Udo Jürgens? Den Song von 1977, der vor allem alternden Menschen Mut machen soll? Wie singt oder besser gesagt sang Jürgens so schön: «Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Mit 66 Jahren, da hat man Spass daran.»

Max Richner ist 66 Jahre alt. Beim früheren Klassetorhüter, der für den FC Aarau in der Zeit von 1971 bis 1989 mehr als 300 Spiele ausgetragen hat, trifft Jürgens’ Ohrwurm voll ins Schwarze. Vom 17. bis 25. Oktober dieses Jahres kam Richner quasi ein zweites Mal auf die Welt. Der gebürtige Gränicher ging mental und körperlich an seine Grenzen. Richner nahm mit seiner Frau Birgit und weiteren 104 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am härtesten Mountainbike-Marathonrennen der Welt in Australien teil.

Die «Crocodile Trophy» führte über acht Etappen à rund 100 Kilometer. Die besondere Herausforderung waren Tausende von Höhenmetern. Rund ein Drittel der wackeren Radler gab auf. Nicht so Max und Birgit Richner: Die zwei erreichten den Zielstrich gemeinsam – so wie es sich für ein harmonisches Ehepaar gehört.

Biker Richner erzählt und erzählt. Der Goalie, der 1981 mit dem FC Aarau in die Nationalliga A aufgestiegen und 1985 im Kader der Cupsieger-Mannschaft war, ist nicht zu stoppen. Für mich ist er ein kleiner Held. Er schaffte es, den inneren Schweinehund zu überwinden.

Blickt Richner auf die schwachen Leistungen des FC Aarau, würde er sich wünschen, dass die Spieler künftig nicht nur Dienst nach Vorschrift leisten, sondern sich voll und ganz mit dem Klub identifizieren. Er fragt sich, wo Tugenden wie Herzblut und Leidenschaft bleiben. Klar ist: Richner war bei den Aarauern sein Geld wert. In den Spitzenzeiten seiner Karriere verdiente er 25'000 Franken. Nicht etwa im Monat, nein, im Jahr! Für diesen Betrag würden die FCA-Schlusslichter der Challenge League nicht mal die Bälle pumpen.

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