FC Aarau

Überlebenskampf statt Euphorie: Lausanne vermiest Schällibaum-Debüt

Aaraus Plan, die rote Laterne wieder an Wohlen abzugeben, misslingt. Roux brachte den Gast in der 36. Minute in Front. Margairaz und Feuillassier erhöhten nach der Pause auf 3:0. Im ersten Spiel der Ära Schällibaum gibts die höchste Saisonniederlage.

Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verlässt der harte Kern der FCA-Fans bereits das Stadion Brügglifeld. Sie haben ganz offensichtlich genug gesehen. Die 0:3-Niederlage ihres FC Aarau steht zu diesem Zeitpunkt bereits fest, sie verpassen nichts mehr. Der Grossteil der insgesamt 3201 Zuschauer verharrt die fünf noch verbleibenden Minuten bis zum Schlusspfiff – und verabschiedet die FCA-Spieler mit einem Pfeifkonzert in die Garderobe.

FC Aarau - FC Lausanne

Eiskalte Westschweizer

Nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, wie sich der FCA in der zweiten Halbzeit vom Challenge-League-Leader vorführen liess. Nachdem Jocelyn Roux die Waadtländer in der 36. Minute völlig entgegen des Spielverlaufs in Führung gebracht hatte, dauerte es nach Wiederaufnahme der Partie gerade einmal anderthalb Minuten, bis es zur Vorentscheidung kam. Xavier Margairaz setzte sich in der 47. Minute nach starkem Zuspiel von Ming Yang Yang gegen die FCA-Verteidigung durch und schob eiskalt zum 2:0 für Lausanne ein. Schliesslich war es der eingewechselte Santiago Feuillassier, der einen Konter in der 82. Minute mustergültig abschloss und zum Endstand von 3:0 traf.

Dabei hatte in der Startphase nichts auf diese schlussendlich deutliche Pleite hingedeutet. Es waren die Aarauer, die das Heft zuerst in die Hand nahmen und in der ersten Viertelstunde zu zwei guten Chancen kamen. In der 12. Minute lancierte der frisch verheiratete Carlinhos Ridge Mobulu über die linke Seite. Doch der Flügel knallte den Ball aus spitzem Winkel zwar, aber aus kurzer Distanz über das Tor von Lausanne-Goalie Thomas Castella. Nur zwei Minuten später hämmerte Luca Radice einen Freistoss aus gut 22 Metern ans Lattenkreuz.

Schällibaum verfolgt Niederlage auf der Tribüne

Unmittelbar vor dem ersten Gegentreffer wurde Luca Radice im Strafraum der Gäste von Innenverteidiger Nicolas Gétaz zu Fall gebracht, doch die Pfeife von Schiedsrichter Lukas Fähndrich blieb stumm. Der Aktion war eine herrliche Kombination von Michael Perrier, über Carlinhos und Mart Lieder auf der linken Seite vorangegangen.

Dass das Challenge-League-Schlusslicht gleich im Gegenzug in Rückstand geriet, passt zur aktuellen Situation. Nie und nimmer hätte der FCA zur Pause im Rückstand liegen dürfen. Mit etwas mehr Vermögen und dem nötigen Quäntchen Glück hätte man sogar führen können. So aber lag die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum, der die Partie wegen seiner Sperre aus Chiasso von der Tribüne aus verfolgen musste, zurück.

Nun im Cup gegen Le Mont

Es sei schwierig gewesen, die Partie aus der Distanz zu beobachten, gab Schällibaum nach dem Schlusspfiff zu Protokoll. Nichts wurde es mit dem Neuanfang unter dem neuen Trainer. 13 Punkte Rückstand hat der FCA nun auf Lausanne. Nichts wurde daraus, auf Schlagdistanz zum Leader zu bleiben. Vielmehr geht es bei den Aarauern langsam aber sicher ums nackte Überleben. Sowohl Captain Sandro Burki als auch die Klubverantwortlichen hatten im Vorfeld der Partie betont, dass man sich in der aktuellen Situation nicht am Rückstand auf den Leader messen dürfe – sie sollten recht behalten.

Damit bleibt wohl nur noch der Cup – das Achtelfinal-Heimspiel gegen Le Mont steht bereits am kommenden Donnerstag (19.15 Uhr) an – um in einer bis anhin verkorksten Saison ein Ausrufezeichen zu setzen.

Telegramm:

Aarau - Lausanne-Sport 0:3 (0:1)

Brügglifeld. – 3201 Zuschauer. – SR Fähndrich. – Tore: 36. Roux 0:1. 47. Margairaz 0:2. 82. Feuillassier 0:3.
Aarau: Pelloni; Lüscher, Thaler, Garat, Martignoni (69. Romano); Burki, Perrier; Radice, Carlinhos (85. Teichmann), Mobulu; Lieder (62. Spielmann).
Lausanne: Castella; Lavanchy, Monteiro, Gétaz, Bühler; Custodio, Yang Yang (64. Dessarzin); Pasche, Margairaz (74. Feuillassier), Marazzi (76. Krasniqi); Roux.
Bemerkungen: Aarau ohne Sliskovic, Nganga (beide verletzt), Stoller (ohne Aufgebot) und Trainer Schällibaum (gesperrt). Lausanne ohne Sessolo, Kwame (beide verletzt), Descloux, Lotomba und Eto (alle ohne Aufgebot). 14. Freistoss von Radice ans Lattenkreuz. – Verwarnungen: 13. Custodio (Foul). 34. Garat (Foul). 53. Perrier (Foul). 55. Pasche (Foul). 82. Krasniqi (Foul). 84. Mobulu (Reklamieren). 85. Burki (Reklamieren).

Lesen Sie den Spielverlauf im Liveticker nach:

«Es war ein bitterer Abend»: Captain Sandro Burki und Interims-Trainer Sascha Stauch im Interview nach dem Spiel gegen Lausanne.

«Es war ein bitterer Abend»: Captain Sandro Burki und Assistenztrainer Sascha Stauch im Interview nach dem Spiel gegen Lausanne.

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