Es war ein launiger Empfang, den das Wetter dem FC Aarau bei seiner Ankunft vor acht Tagen in der Südtürkei bot. Es war kalt, stürmisch und vor allem regnerisch. Und auch als der Himmel ab dem Wochenende endlich aufgeklärt hatte, sorgte ein rauer Wind immer wieder für teilweise garstige Bedingungen. «Das Wetter kann man sich halt nicht aussuchen», sagt FCA-Trainer Marco Schällibaum dazu.

Trotzdem hat er sich keine Sekunde gewünscht, man hätte auf die acht Tage in Belek verzichtet. «Das Ritual Trainingslager gehört einfach dazu. Zudem waren die Trainingsbedingungen trotz der kühlen Temperaturen (in der Nacht sank das Thermometer meist unter den Gefrierpunkt, Anm. d. Red.) ausgezeichnet.» Schällibaum spricht damit die einwandfreien Trainingsplätze an, die der FCA hier nutzen konnte.

«Wir haben gut gearbeitet»

Kommt hinzu, dass sich zahlreiche Mannschaften aus vielen europäischen Ligen in der Türkei auf die Rückrunde vorbereiten, was es einfacher macht, gegen qualitativ gute Teams Testspiele zu bestreiten. Doch der Wert eines solchen Trainingslagers geht für den 53-Jährigen weit über die Arbeit auf dem Fussballplatz hinaus. «Hier habe ich meine Mannschaft den ganzen Tag zur Verfügung. Neben intensiverem Training können wir so beispielsweise auch viele Gespräche führen. Und ich sehe, wie die Spieler abseits des Platzes funktionieren. Auch das ist für einen Trainer sehr wichtig», sagt er.

Schällibaums Bilanz des heute zu Ende gehenden Trainingslagers in Belek ist durchwegs positiv. «Wir haben gut gearbeitet. Die Arbeitsmoral war hoch, das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde noch einmal verstärkt.» Auch mit den beiden Siegen in den Tests gegen Sturm Graz (4:1) und RNK Split (2:0) ist er verständlicherweise zufrieden. Er sieht sein Team für den Rückrundenauftakt in neun Tagen mit dem Heimspiel gegen den FC Biel (17.45 Uhr) gewappnet.

«Die Basis ist gut. Es bleiben jetzt noch ein paar Tage, um an den Details zu feilen», sagt der Fussballlehrer. Er vergleicht das, was dann auf seine Mannschaft zukommt, mit einer Prüfung in der Schule. «Wenn man sich darauf gut vorbereitet, dann kann man 80 Prozent der Fragen locker beantworten und den Rest dank des angeeigneten Wissens erarbeiten. Ebenso verhält es sich im Fussball. Wir müssen auf jede mögliche Situation eine Antwort bereithalten.»

Möglichst schnell unten raus

Er ist sich bewusst, dass die Aufgabe in der Rückrunde nicht einfach werden wird. «Die Realität ist, dass wir aktuell auf dem Abstiegsplatz liegen. Um das zu ändern, haben wir nun 18 Spiele.» Er ist überzeugt, dass sich seine Mannschaft die nötige Selbstsicherheit erarbeitet hat, um mit diesem Druck umzugehen.

«Wir wollen möglichst schnell da unten raus», bekräftigt er das, was die Mannschaft Mitte des Trainingslagers gemeinsam mit dem Präsidium beschlossen hat: Bis Ende März will der FCA nichts mehr mit dem Abstiegskampf in der Challenge League zu tun haben. «Dass wir gut gearbeitet haben und uns zudem in der Winterpause qualitativ haben verstärken können, garantiert natürlich noch nichts, aber die gute Basis stimmt mich optimistisch», sagt Schällibaum.

Der Trainer begrüsste es, dass mit Präsident Alfred Schmid und Vizepräsident Roger Geissberger auch die Führung des FCA während der ersten fünf Tage in Belek vor Ort war. «So haben sie selber gesehen und auch gespürt, dass wir bereit sind, die Herausforderung anzunehmen», sagt Schällibaum.

Und mit der heutigen Rückkehr in die Schweiz rückt diese Herausforderung in grossen Schritten näher.