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Tormusik hängt in den Wolken: Sven Lüschers Warten auf den ersten Treffer

Sven Lüscher verfolgt die Flugbahn seines Schusses – der Torjubel bleibt ihm verwehrt.

Sven Lüscher verfolgt die Flugbahn seines Schusses – der Torjubel bleibt ihm verwehrt.

Aaraus Mittelfeldspieler Sven Lüscher hat eine eigene Single-CD mit drei Liedern – abgespielt wurden die Songs bisher noch nicht. Gegen Vaduz hatte der 30-Jährige seine beste Gelegenheit, um «Musik-Premiere» zu feiern.

«Wenn de Sven abzieht, de wüsse alli was passiert, de gits es Goal, e Pfanne, e Topf – und s ganze Brügglifeld stoht Kopf.»

Dieser auf einer CD verewigte Tormusik-Song wird in Zukunft abgespielt, wenn Sven Lüscher im Brügglifeld einen Treffer erzielt. Die Premiere lässt allerdings auf sich warten: Gegen den FC Vaduz am vergangenen Mittwoch lag die Betonung jedenfalls auf dem Wort «wenn». Nach 27 Minuten lag Lüschers Song buchstäblich in der Luft. Er kam nahe vom Elfmeterpunkt freistehend zum Schuss, drosch den Ball zum Entsetzen der FCA-Fans aber in die Wolken. Diese Szene beschäftigte Lüscher noch lange nach dem Spiel: «In der Regel ist das ein Tor», blickt der 30-jährige Mittelfeldspieler zurück. «Weil der Ball im dümmsten Moment aufgesprungen ist, habe ich ihn nicht richtig getroffen. Es war also auch ein wenig Pech mit im Spiel.»

Nicht bei 100 Prozent

Fehlzündung statt Tormusik-Song: Lüscher deswegen in die Pfanne zu haben, wäre falsch, grundfalsch sogar. Beim FC Aarau ist er einerseits der Mann der ruhenden Bälle, anderseits mangelt es ihm nicht an zündenden Ideen und dem einem oder andern Schuss Kreativität. Momentan kann er sein Leistungspotenzial jedoch nicht voll ausschöpfen. Der Routinier leidet seit einigen Wochen an einem Anriss des Syndesmosebandes. Die Verletzung im rechten Fuss behindert ihn. Lüscher wäre allerdings nicht Lüscher, wenn er sich nicht trotz des Handicaps voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellen würde.

Spielen statt pausieren

«Um ganz fit zu sein, wäre eine mehrwöchige Pause nötig», sagt Lüscher. «Das ist momentan nicht möglich, also stehe ich auch für das Spiel morgen in St. Gallen zur Verfügung.» Der Mann, der seinen Vertrag beim FC Aarau unlängst bis 2017 verlängert hat, beisst sich also durch. Dass Lüscher gerne Verantwortung übernimmt, beweist die Tatsache, dass er vor dieser Saison das Amt des Vizecaptains übernommen hat. Lüscher bildet zusammen mit Captain Sandro Burki, Stürmer Dante Senger und Torhüter Joël Mall den FCA-Spielerrat.

Wieder in der Aussenseiter-Rolle

Nach dem 1:1 gegen Vaduz ist der FC Aarau in St. Gallen Aussenseiter. Der Kräfteverschleiss der Mannschaft in der Schlussphase des Spiels gegen den Aufsteiger aus dem Ländle war erschreckend. «Das hat nichts mit der physischen Verfassung der Spieler zu tun», erklärt Aaraus Trainer Sven Christ. «Das war psychisch bedingt. Und man darf eines nicht vergessen: Aarau war während 75 Minuten tonangebend und hätte zu diesem Zeitpunkt 2:0, ja sogar 3:0 hätten führen können.»

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