In den letzten Sekunden der Nachspielzeit muss Joël Mall doch noch zittern: Nach starkem Zuspiel von Yassine Chikhaoui trifft FCZ-Mittelfeldspieler Francisco Rodriguez nur die Latte. Kurz darauf pfeift Schiedsrichter Nikolaj Hänni die Partie ab. Es bleibt beim 0:0 und damit dem Punktgewinn für die Aarauer. «Das war eine Schrecksekunde zum Schluss», sagt FCA-Goalie Mall. «Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als der Ball von der Latte wegsprang.»

Alles in allem ist Mall zufrieden mit dem Spiel. «Das ist ein Punkt für die Moral. Wir haben damit ein kämpferisches Zeichen gesetzt. So muss es weitergehen.» Nach dem debakulösen 0:4 gegen den FC Luzern vom vergangenen Sonntag habe man Anfang der abgelaufenen Woche viel analysieren müssen. «Wir wussten, dass wir mehr können. Nun haben wir gezeigt, dass das Team lebt.»

Einmal abgesehen vom Lattenknalle Rodriguez' in der Nachspielzeit wäre für den FCA sogar mehr möglich gewesen. Der kroatische Stürmer Petar Sliskovic verpasste das leere Tor in der ersten Halbzeit aus knapp vier Metern kläglich, in der zweiten Halbzeit wurde ihm nach einem Foulspiel ein Penalty verwehrt. In den Startminuten hatte zudem Stephan Andrist mit einer Direktabnahme nach einem Eckball das frühe 1:0 knapp verfehlt: Der Zürcher Avi Rikan konnte für seinen bereits geschlagenen Torhüter David Da Costa auf der Linie klären. Hätte, wäre, wenn. «Im Moment schiessen wir halt einfach die Tore nicht», sagt Mall.

Gygax setzt ein Zeichen

Zum ersten Mal in der laufenden Rückrunde kam im Zürcher Letzigrund Daniel Gygax zum Einsatz - und das gleich von Beginn weg. Zum letzten Mal in der Startformation gestanden war der 33-Jährige im vergangenen Oktober beim 0:0 in Thun. «Es war cool, wieder einmal spielen zu können. Dafür trainiere ich die ganze Woche.» Nach einer guten ersten Halbzeit verliess ihn mit Fortdauer der Partie etwas die Kraft. «Das ist klar. Ich hatte jetzt einige Zeit keine Spielpraxis», erklärt Gygax.

Persönlich hätte er sich noch den einen oder anderen Abschluss mehr gewünscht. «Da hat mir auch etwas das Glück gefehlt, aber ich bin zufrieden. Jetzt hoffe ich, dass es so weiter geht - sowohl für mich, als auch für die Mannschaft.» Auch Gygax betont die Qualität die in der Mannschaft steckt: «Wir wissen das und gegen Zürich haben wir das auch gezeigt. Der FCZ hat nicht schlecht gespielt, sondern wir waren einfach gut. Das gibt mir Hoffnung für die kommenden Spiele und das was bis Ende Saison noch ansteht.»

Nun steht der Cup-Viertelfinal an

Bereits am kommenden Mittwoch steht für Gygax, Mall und Co. der nächste Ernstkampf auf dem Programm. Der FC Aarau trifft dann im Cup-Viertelfinal auswärts auf den FC Sion (20.30 Uhr). Mit dem Auftritt gegen den FCZ haben die Aarauer zumindest gezeigt, dass im Wallis durchaus etwas drinn liegen könnte. Das sieht auch Captain Sandro Burki so: «Wir gehen nicht nach Sitten um ein Ausfährtchen zu machen», sagt er vielsagend.