FC Aarau

Torflaute beim Schlusslicht: 7 Stürmer, 55 Spiele, 3 Tore

Heute Sonntag trifft der FCA im Brügglifeld auf den FC St. Gallen. Um aus der Krise zu finden, braucht es dringend ein paar Tore der bisher nicht besonders überzeugenden Aarauer Stürmer.

Sechs Spieler teilen sich beim FC Aarau den Titel des besten Torschützen. Das klingt im ersten Moment vielversprechend – zumindest, wenn man zwei Dinge nicht berücksichtigt: Erstens muss man dafür nach 22 Runden nur zwei Tore erzielt haben. Zweitens ist unter diesen sechs Toptorschützen mit Dante Senger gerade einmal ein Stürmer.

Solche Ladehemmungen kennt kein anderes Team in der Super League. Selbst Aufsteiger Vaduz hat mit Pascal Schürpf und Markus Neumayr zwei Spieler mit je vier Toren. Beim FCA hat bisher neben Senger und Edgars Gauracs, der seinen einzigen Treffer bei seinem Debüt erzielte, keiner der fünf weiteren Aarauer Stürmer getroffen. Sieben Stürmer – 55 Einsätze – drei Tore. So lautet die ernüchternde Bilanz. Die «Schweiz am Sonntag» hat die sieben Stürmer unter die Lupe genommen:

Petar Sliskovic (4 Spiele/0 Tore): Die gute Nachricht: Der Kroate bemüht sich und kommt zu Chancen. Die schlechte Nachricht: Entweder trifft er den Pfosten oder verfehlt das Ziel. Auffallend: Wird Sliskovic angespielt, kann er den Ball in den meisten Fällen nur ungenügend kontrollieren. Das lässt auf technische Mängel schliessen.

Dante Senger (12/2): Seine Kopfbälle sind gefürchtet. Das ist aber auch schon alles. Der Argentinier ist ein guter Typ, hat aber längst nicht mehr die Power für 90 Minuten. Senger hat den Zenit der Karriere überschritten.

Edgars Gauracs (2/1): Der Lette erzielte beim 1:0-Sieg gegen Sion in der Vorrunde den Siegtreffer, fiel dann aber wegen eines Kreuzbandrisses monatelang aus. Er ist momentan im Aufbautraining.

Daniel Gygax (14/0): Der frühere Nationalspieler ist ein Kämpfer und zeigt spielerisch gute Ansätze. Mehr aber nicht. Im Abschluss lässt er es an jeglicher Kaltblütigkeit vermissen.

Ognjen Mudrinski (9/0): In diesem Fall bringen Serben kein Glück. Schiesst er mal ein Tor, steht er im Abseits.

Frank Feltscher (12/0): Der Venezolaner ist technisch stark und antrittsschnell. Er geht aber selten dorthin, wo es wehtut. Von Torgefahr ist bei ihm nichts, aber auch gar nichts zu sehen.

Joy-Slayd Mickels (2/0): Mickels? Wer um Himmels willen ist Mickels? Der Deutsche kam vom Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach. Er sollte eine Investition in die Zukunft sein. Momentan spielt er im Team Aargau U21. Das wird seine Gründe haben.

Natürlich spielt auch das fehlende Wettkampfglück eine Rolle. So hat Sliskovic in den letzten Wochen gleich mehrere hochkarätige Chancen vergeben, Gauracs hat sich bereits in seinem zweiten Einsatz verletzt und auch Senger musste sich mit körperlichen Problemen herumplagen. Dass der FCA aber beispielsweise in den 22 absolvierten Runden noch keinen einzigen Penalty zugesprochen erhalten hat, zeigt auch auf, weshalb man das nötige Quäntchen Glück in der Offensive nicht auf die eigene Seite zwingen kann: Die Stürmer gehen nicht genug zielstrebig da hin, wo es wehtut. Das muss sich schleunigst ändern. Am besten bereits heute gegen St. Gallen.

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