Trainer-Rausschmiss

Sportchef Raimondo Ponte reisst das Steuer beim FC Aarau an sich

Raimondo Ponte lässt die Muskeln spielen.

Raimondo Ponte lässt die Muskeln spielen.

Aaraus Sportchef Raimondo Ponte war die treibende Kraft bei der Entlassung von Trainer Bordoli. Als Trainer wird er dem FCA allerdings nicht zur Verfügung stehen. Er konzentriert sich auf seine Aufgaben als Sportchef.

Es ist eine kuriose Szenerie, an diesem Dienstagmorgen im Brügglifeld. Auf der Tribüne des Aarauer Stadions tummeln sich mehrere Dutzend Schüler der Primarschule Suhr und der Kreisschule Buchs-Rohr. Im Rahmen einer Themenwoche stehen am Dienstag bei den Schülergruppen der FC Aarau und das Brügglifeld auf dem Programm.

FC-Aarau-Trainer Livio Bordoli entlassen

FC-Aarau-Trainer Livio Bordoli entlassen: «Ich akzeptiere diesen Entscheid»

Ausgerechnet an diesem Morgen: Denn gleichzeitig informiert die FCA-Führung um Präsident Alfred Schmid, Vizepräsident Roger Geissberger und Sportchef Raimondo Ponte Trainer Livio Bordoli über seine sofortige Freistellung. Damit hat Ponte – der vor Monatsfrist vom Chefscout und Mitglied des Sportausschusses zum Sportchef befördert wurde – ein erstes Ausrufezeichen gesetzt.

«Wir haben bessere Resultate erwartet», begründet der 60-Jährige den Entscheid, den er als treibende Kraft initiiert hat. Für einen Klub mit Aufstiegsambitionen sind zwölf Punkte aus elf Meisterschaftspartien und der neunte Tabellenplatz schlicht und einfach zu wenig. Kommt hinzu, dass «das Verhältnis zwischen Spieler und Trainer immer schwieriger wurde», wie Ponte anfügt.

FC-Aarau-Trainer Bordoli nach Rausschmiss: «Wir haben die beste Abwehr der Schweiz»

FC-Aarau-Trainer Bordoli nach Rausschmiss: «Wir haben die beste Abwehr der Schweiz»

Am vergangenen Donnerstag hatte er die Spieler zu einer Aussprache gebeten – bewusst ohne den Trainer. «Während dieser Diskussionsrunde gab es ausschliesslich kritische Stimmen. Kein Spieler hat sich für den Trainer starkgemacht», sagt Ponte. Der neue starke Mann beim FCA sah sich danach zum Handeln gezwungen. «Trotzdem hat nach dem Entscheid niemand im Klub gejubelt. Schliesslich wollen wir alle nur das Beste für den FCA.»

Sofortige Trennung von Bordoli

Das heisst: die sofortige Trennung von Trainer Bordoli. Jenem Mann, der nach der vergangenen Saison den FC Lugano als Aufstiegstrainer verliess, um beim Super-League-Absteiger in Aarau anzuheuern. Nun geht es darum, mit dem 52-jährigen Tessiner, dessen Vertrag noch bis Saisonende gelaufen wäre, eine Lösung zu finden. Es ist davon auszugehen, dass sich die beiden Parteien auf eine Abfindung in fünfstelliger Höhe einigen werden. Das lässt auch Bordoli vermuten: «Wir werden eine Lösung finden. Mein Verhältnis mit der Klubführung ist weiterhin gut», sagt Bordoli.

Kurz nachdem er über seine Freistellung informiert worden war, verabschiedete sich Bordoli von der Mannschaft. Als er das Brügglifeld um halb elf Uhr verlässt, stehen seine ehemaligen Spieler bereits wieder auf dem Trainingsplatz. Geleitet wird die erste Einheit der Nach-Bordoli-Ära von Sascha Stauch. Der Technische Leiter des Teams Aargau ist im Besitz der Uefa-Pro-Lizenz und übernimmt das Team bis auf weiteres. Ponte legt nämlich Wert darauf, dass er weiterhin Sportchef bleibt und das Traineramt keinesfalls selber übernehmen will. «Ich finde es toll, dass man mir das Vertrauen schenkt», sagt Stauch, der die Mannschaft nun möglichst schnell besser kennenlernen will. Ambitionen, den Posten des Cheftrainers fix zu übernehmen, hegt er keine.

Die Nachfolgersuche läuft

Einen neuen Trainer kann Ponte zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht präsentieren. «Die Suche läuft jetzt intensiv an. Wir haben noch keinen Nachfolger in der Hinterhand.» Zufrieden mit der Interimslösung ist auch Vizepräsident Geissberger: «So können wir die Trainersuche ohne Druck angehen. Wir wollen nicht einfach irgendeine, sondern die beste Lösung für den Klub.» Es ist davon auszugehen, dass Stauch noch mindestens am kommenden Sonntag bei der Auswärtspartie gegen den FC Winterthur (Anpfiff 15 Uhr) an der Seitenlinie stehen wird.

Meistgesehen

Artboard 1