FCA-Traumtor

Senger: «Dass ich beim Tor auf dem Feld war, ist ein Wunder»

Dante Senger traf herrlich zum 1:0 für Aarau.

Dante Senger traf herrlich zum 1:0 für Aarau.

Kleiner Wahnsinn mit Dante Senger: Der 32-jährige Argentinier wird zum Matchwinner des FC Aarau, obwohl er sich kurz zuvor am linken Fuss verletzt hatte.

Der Schlusspfiff. Dante Senger reisst die Arme hoch, humpelt in Richtung Fans des FC Aarau, winkt in die Menge und lässt sich feiern.

Dann macht er sich mit schmerverzerrtem Gesicht auf den Weg in die Umkleidekabine. Vor dem Interview-Marathon herzt er noch kurz Sportchef Urs Bachmann. «Dieser Sieg ist für den FC Aarau lebenswichtig», erklärt Senger. «Jetzt glauben wir wieder an den Ligaerhalt.»

Endlich! Sengers Traum-Goal gegen Vaduz.

Sengers Traum-Goal gegen Vaduz.

Und was sagt er zu seinem Traumtor? «Der Schuss passte wirklich genau in den Winkel», fügt der Argentinier hinzu. «Dass ich beim 1:0 überhaupt noch auf dem Spielfeld war, ist allerdings ein kleines Wunder.»

Ponte wechselt nicht aus

Ein kleines Wunder? Was ist passiert? Senger erlebte während des Spiels im Vaduzer Rheinpark ein veritables Wechselbad der Gefühle. Mehr noch. Es war der absolute Wahnsinn.

Dass er bei seinem Traumtor nach gut einer halben Stunde noch mit dabei war, ist nämlich reiner Zufall. Senger zog sich in der Startphase nach einem Zweikampf mit Vaduz-Regisseur Markus Neumayr eine starke Prellung im linken Fuss zu und klagte danach über starke Schmerzen.

«Ich konnte nach dieser Szene kaum noch laufen und signalisierte Trainer Raimondo Ponte, dass er mich auswechseln soll», blickt der 32-jährige Argentinier zurück. «Glücklicherweise nahm mich Ponte nicht sofort vom Feld. So war der Weg frei für mein 1:0.»

FC Vaduz - FC Aarau: Interviews mit Captain Sandro Burki und Torschütze Dante Senger sowie die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Raimondo Ponte und Giorgio Contini.

FC Vaduz - FC Aarau: Interviews mit Captain Sandro Burki und Torschütze Dante Senger sowie die Pressekonferenz mit den beiden Trainern Raimondo Ponte und Giorgio Contini.

Pontes Zögern bedeutete für den FC Aarau also das grosse Glück. Ausgerechnet Senger war es nämlich, der nach gut einer halben Stunde den so wichtigen Führungstreffer für die Aarauer erzielte.

Drei Minuten nach dem goldenen Schuss mit dem gesunden rechten Fuss war für den Mittelstürmer dann aber doch Feierabend. Ponte nahm Senger vom Feld.

Warum aber hat der FCA-Trainer nicht sofort reagiert? Warum hat Ponte Senger nicht früher ausgewechselt?

«Ich weiss es nicht genau», hält der 60-Jährige fest. «Im Fussball gibt es nichts, was es nicht gibt. Ich kann mir noch immer nicht genau erklären, was da passiert ist. Klar ist nur, dass das Glück endlich einmal auf der Seite des FC Aarau war. Und», fügt Ponte mit einem schelmischen Lächeln hinzu, «wenn dieser Schuss von Senger nicht zum Tor des Monats April gewählt wird, verstehe ich die Welt nicht mehr.»

Schützenkönig mit drei Toren

Für einmal verstanden alle Aarauer die Welt. Allen voran Senger: Mit drei Treffern ist er in dieser Saison nun der Torschützenkönig des FC Aarau.

Erinnern Sie sich noch an seine Tore Nummer eins und zwei? Den ersten Treffer erzielte Senger am 27. Juli 2014 beim 1:1 im Stade de Suisse gegen die Young Boys. Und am 6. August schoss er im Heimspiel gegen Vaduz das zwischenzeitliche 1:0. Nach einem Treffer von Pascal Schürpf glichen die Liechtensteiner allerdings noch aus. Diesmal aber war alles anders. Ganz anders. Diesmal wurde Senger zum Matchwinner. Und war trotz der Schmerzen im linken Fuss mit Abstand der Glücklichste aller Aarauer Spieler.

Endlich: Der FC Aarau holt seinen vierten Saisonsieg und schlägt Vaduz auswärts mit 2:0

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