Die Erwartungen beim FC Aarau und Wohlen vor der Auslosung für die 1/16-Finals im Cup waren riesig. Man wünschte sich einerseits Heimvorteil, anderseits einen zugkräftigen Gegner. Im Fussball ist es aber wie im normalen Leben: Wunschkonzerte sind selten. Weil dem so ist, zog man zwei Nieten. Nun stehen die beiden Aushängeschilder des Aargauer Fussballs in der Runde der letzten 32 Mannschaften vor beschwerlichen Reisen.

Um an die Spielorte Chiasso respektive Genf zu gelangen, müssen beide Teams jeweils mehr als 250 Kilometer zurücklegen. Lucien Tschachtli ist einigermassen ernüchtert. «Scheiden wir gegen Servette aus, ist der Cup für uns ein Verlustgeschäft», erklärt der Chefstratege des FC Wohlen. «Kommen wir weiter, wünschen wir uns für die Achtelfinals ein Heimspiel und einen Gegner, der viele Zuschauer garantiert.»

Ohne Stress nach Genf

Wie wichtig der Cup für den FC Wohlen ist, beweist die Tatsache, dass die Mannschaft schon einen Tag vor dem Spiel in die Romandie reisen wird. Nach dem Training am Samstag geht es vom Stadion Niedermatten in Richtung Genf. So gibt’s keinen Stress. Man kann sich konzentriert auf das Spiel am Sonntag, 15 Uhr, im Stade de Genève vorbereiten.

Die Ausgangslage für die Freiämter ist vielversprechend. Ein Blick in die Statistik zeigt: Wohlen gewann gegen Servette zuletzt dreimal in Folge. In der Rückrunde der vergangenen Meisterschaft gab es ein 5:1 und ein 5:0. In der zweiten Runde dieser Saison siegte das Team von Trainer Ciriaco Sforza nach einem Offensivspektakel mit 4:2.

Cup hat eigene Gesetze

Beim FC Wohlen gibt es mit Roman Buess und Mergim Brahimi zwei Spieler, die sich Cupsieger nennen dürfen. Buess gewann die Trophäe 2012 mit dem FC Basel im Penaltyschiessen gegen Luzern. Mergim Brahimi siegte 2013 mit GC im Penaltyschiessen gegen Basel. «Der Cup ist ein spezieller Wettbewerb. Er hat eigene Gesetze», sagt Brahimi. «Es spielt keine Rolle, gegen wen wir spielen müssen. Wichtig ist einzig, dass wir eine Runde weiterkommen.»

Der FC Aarau gastiert bereits am Samstag (17.30 Uhr) beim Challenge-Ligisten Chiasso. Der Superligist reist einen Tag vor dem Spiel ins Tessin. Nach einer ruhigen Nacht in einem Hotel in Lugano will die Mannschaft von Trainer Sven Christ ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Mit Ausnahme der verletzten Edgar Gauracs und Dante Senger und dem nach einer Lebensmittelvergiftung immer noch geschwächten Igor Nganga stehen alle Spieler zur Verfügung. «Der Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders ist gross», sagt Christ. «Ich habe jetzt sogar die Möglichkeit, auf der einen oder andern Position zu rotieren.» Vor den zwei Auswärtsspielen gegen den FCZ und GC in der nächsten Woche ist ein Sieg gegen die Südschweizer Pflicht.