FC Aarau

Schonfrist für Schällibaum und Ponte vorbei: Die Top 3 ist das Ziel

Der FC Aarau blieb in der Hinrunde sehr vieles schuldig. Statt auf einem Aufstiegsplatz ist der Super-League-Absteiger zur Halbzeit Tabellenletzter. Mit der Hilfe von Verstärkungen soll nun der Weg in die Top 3 doch noch geebnet werden.

Endlich Ferien! Endlich abschalten! Endlich alles vergessen und neuen Mut fassen! Aber halt: So weit ist der FC Aarau noch nicht. Erst steht am kommenden Samstag (Anpfiff 18 Uhr) noch der Cup-Viertelfinal zu Hause gegen den FC Luzern auf dem Programm. Die schwache Hinrunde können die Aarauer aber auch mit einem allfälligen Sieg und der Halbfinal-Qualifikation nicht mehr beschönigen.

Entsprechend fällt es auch nicht schwer, bereits vor dem Cup-Spiel Bilanz zu ziehen: Der FC Aarau beschliesst die Hinrunde als Schlusslicht der Challenge League.

Die nackten Zahlen bei Saisonhalbzeit sprechen eine deutliche Sprache: 18 Spiele, 3 Siege, 9 Unentschieden und 6 Niederlagen, 18 Punkte. Das erfüllt die eigenen Ansprüche nicht im Ansatz. «Ich ziehe ein durchzogenes Fazit. So haben wir die Hinrunde nicht erwartet. Wir waren überzeugt, dass unsere Mannschaft vorne mitspielt», sagt FCA-Präsident Alfred Schmid.

Rangliste der Challenge League nach 18 Spielen

Das zeigte sich bereits im vergangenen Sommer, als die Klubverantwortlichen nach dem Abstieg aus der Super League vom direkten Wiederaufstieg gesprochen hatten. Dass dies ganz offensichtlich vermessen war, zeigte sich schon bald: Gute Resultate liessen auf sich warten. Ende August trat Sportchef Urs Bachmann nach anhaltender Kritik an seiner Person zurück. Wenige Tage später feierte der FCA in der 7. Runde seinen ersten Saisonsieg (2:1 gegen Xamax).

Raimondo Ponte, der nur wenige Monate zuvor als Abstiegstrainer entlassen und dann als Chefscout wieder eingestellt worden war, übernahm das Amt des Sportchefs. Mitte Oktober wurde der auf diese Saison hin verpflichtete Trainer Livio Bordoli freigestellt und durch Marco Schällibaum ersetzt.

Erster Sieg im sechsten Anlauf

Auch dessen Bilanz ist auf den ersten Blick ernüchternd. Der 2:1-Sieg gegen Le Mont vom Samstag war im sechsten Anlauf der erste Vollerfolg unter seiner Leitung. Allerdings ist anzumerken, dass Schällibaum seit seinem Amtsantritt mit dem arbeiten muss, was ihm Vorgänger Bordoli hinterlassen hat. Kommt hinzu, dass die Zusammenstellung der Mannschaft teilweise infrage gestellt werden muss: Zum Kader zählen nur zwei Stürmer.

Aaraus Präsident Alfred Schmid gibt die Top 3 als neues Ziel aus.

Aaraus Präsident Alfred Schmid gibt die Top 3 als neues Ziel aus.

Und diese präsentieren sich bisher beide verletzungsanfällig und nicht gerade eben treffsicher – je ein Meisterschaftstor haben Petar Sliskovic und Mart Lieder in der Hinrunde erzielt. Gleichzeitig scheint es im Mittelfeld ein Überangebot an Kaderspielern zu geben. So sind die beiden im Sommer verpflichteten Henry Acosta und Fabian Stoller nur zu zwei beziehungsweise einem Teileinsatz gekommen – wobei Stoller zwei Monate verletzungshalber ausfiel. Christopher Teichmann kam in fünf Spielen nur zu 54 Einsatzminuten.

Verstärkung(en) im Angriff gesucht

Gefordert werden in der Winterpause Sportchef Ponte und Trainer Schällibaum sein. Sie stehen nun in der Pflicht. Die beiden müssen das Team verstärken und werden in der Rückrunde auch daran gemessen. Dass bereits in den vergangenen Tagen und Wochen mehrere Testspieler in den Trainings des FCA zu Gast waren, zeigt, dass die Verantwortlichen ihre Sache ernst nehmen. «Wir haben die Fühler bereits früh ausgestreckt», sagt Schällibaum. Und der 53-Jährige hat klare Vorstellungen davon, was ein Neuzuzug mitbringen muss: «Ich will nur Spieler, die motiviert sind, zu uns zu kommen. Ich kann keinen gebrauchen, der nicht gewillt ist.»

Von einer bis drei Neuverpflichtungen ist im Umfeld des Klubs die Rede. Im Fokus stehen dabei in erster Linie Stürmer. Denn hier wurde in der Hinrunde das grösste Problem des FCA geortet. 16 magere Tore hat das Team in 18 Spielen erzielt, nur gerade zwei der Treffer gehen auf das Konto der beiden nominellen Stürmer. Dass der FC Aarau gemeinsam mit Leader Lausanne und Winterthur die beste Defensive (22 Gegentore) der Liga hält, verkommt deswegen zur Makulatur.

Angst vor dem Abstieg in die Promotion League hat Präsident Schmid nicht: «Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Rückrunde zulegen können.» Entsprechend sieht die Zielsetzung für die Rückrunde aus: «Wir peilen einen Platz in den Top 3 an. Wir wollen uns nicht verstärken, um dann Zweitletzter zu werden ...» Je nach Ausgang des Montagabendspiels zwischen Xamax und Chiasso beträgt der Rückstand des FCA auf den dritten Rang mindestens sieben und maximal acht Punkte.

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