«I can’t get no sleep», lautet die wohl bekannteste Textzeile der britischen Elektro-Musiker Faithless. Marco Schällibaum dürfte sich in der Nacht auf Dienstag wie die Hauptfigur des Songs «Insomnia» gefühlt haben. Der 53-Jährige hat schlecht geschlafen. Die Gedanken an die 0:3-Niederlage gegen Leader Lausanne liessen dem neuen Trainer des FC Aarau keine Ruhe.

«Wir haben die Chance verpasst, ein Zeichen zu setzen», sagt Schällibaum am Tag nach der Pleite auf dem Trainingsplatz des FCA. «Man kann gegen Lausanne verlieren, aber nicht so.» Ohne grossen Aufwand spielte sich der Leader zum deutlichen Sieg. Das 1:0 mit der ersten Torchance in der 35. Minute leitete den Niedergang des FCA ein.

«Es war ein bitterer Abend»: Captain Sandro Burki und Interims-Trainer Sascha Stauch im Interview nach dem Spiel gegen Lausanne.

«Es war ein bitterer Abend»: Captain Sandro Burki und Interims-Trainer Sascha Stauch im Interview nach dem Spiel gegen Lausanne.

Das 2:0 unmittelbar nach der Pause und das 3:0 durch einen Konter in der Schlussphase besiegelten ihn. Natürlich hätte auch alles anders kommen können. Dann nämlich, wenn Schällibaums Mannschaft in der guten Phase in den ersten 30 Minuten der Partie eine ihrer Chancen genutzt hätte. «Hätte, wäre, wenn. Das bringt uns jetzt auch nicht weiter. Insgesamt war mir das einfach zu wenig. Es fehlte mir an der nötigen Kampfbereitschaft der Spieler», erklärt der Trainer.

Für den Cup-Achtelfinal gegen Le Mont am Donnerstag (19.15 Uhr) erwartet Schällibaum von seiner Mannschaft «ehrliche und harte Arbeit. Meine Spieler sind zu lieb. Wir brauchen mehr Biss und mehr Leidenschaft.» Schällibaum selber muss während der Partie noch ein letztes Mal auf der Brügglifeld-Tribüne Platz nehmen.

Marco Schällibaum muss von Tribüne aus mitleiden

Aarau - Lausanne 0:3 - Marco Schällibaum muss von der Tribüne aus mitleiden

Danach sind seine drei Spielsperren abgesessen. Wie gegen Lausanne darf er während der 90 Minuten keinen Einfluss nehmen. «Es ist schwierig auf der Tribüne. Ich habe am Montag noch viel mehr gelitten als sonst schon», sagt Schällibaum, der von Sascha Stauch vertreten wurde.

Schwieriges Spiel für Deana

Einen undankbaren Abend erlebte auch Torhüter Steven Deana. Die Sion-Leihgabe erhielt keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen. Trotzdem zappelte der Ball dreimal im Netz. Das ist für den 25-Jährigen auch deshalb unglücklich, weil Schällibaum am Wochenende bekannt gegeben hat, dass beide Goalies je eine Chance erhalten werden. Erst danach will er sich für eine Nummer 1 entscheiden.

Neustart beim FCA mit Trainer Marco Schällibaum

22.10.2015: Neustart beim FCA mit Trainer Marco Schällibaum

Deana erhielt seine Chance am Montagabend. Ist er nun im Nachteil? Deana verneint: «In diesem Moment geht es mir nicht um mich, sondern um das Team. Wir sind in einer schwierigen Situation, da muss jeder für jeden gehen. Wir kommen da nur gemeinsam raus.» Eine lobenswerte und professionelle Einstellung, die er an den Tag legt.

Läuft alles nach Plan, wird morgen sein Konkurrent Ulisse Pelloni zum Einsatz kommen. Der 21-Jährige wird darauf hoffen, dass er etwas mehr Unterstützung von seinen Mitspielern erhält als Deana gegen Lausanne. Und mit einer guten Leistung kann Pelloni dazu beitragen, dass Schällibaum in der Nacht auf Freitag besser schlafen kann.