Ein Sprint-Trainer beim FC Aarau? Das ist neu: Robert Meyer heisst der Mann, der die Mannschaft seit dieser Saison einmal pro Woche während knapp anderthalb Stunden an körperliche und mentale Grenzen führt.

«Ich will die Spieler zu schnellkräftigen Modellathleten mit möglichst viel Power machen», sagt der frühere Bobpilot und Leichtathlet. «Ich lege die Aufmerksamkeit auf eine saubere Lauftechnik, Wendigkeit, Antritt und Sprungkraft.»

Meyer ist ein Weggefährte von Sven Christ. Die beiden arbeiten seit 2009 zusammen und blicken auf erfolgreiche Zeiten mit Schötz, dem SC Cham und Baden zurück.

Nachdem Christ im letzten Frühling das Amt des Aarauer Cheftrainers übernommen hatte, war klar: Meyer folgt ihm ins Brügglifeld und arbeitet während eines Athletiktags mit Konditions- und Rehabilitationstrainer Reto Jäggi zusammen. «Reto ist der Chef», erklärt Meyer. «Er trifft alle Entscheidungen. Meine Aufgabe ist es, ihm als Ergänzung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.»

Umstellung für die Spieler

Während der 90-minütigen Einheit wird oft in zwei Gruppen trainiert. Je nach Formstand oder Fitness gibt es auch individuelle Trainings. Während Jäggi grossen Wert auf Kondition und Ausdauer legt, richtet Meyer das Augenmerk auf Schnell- und Sprungkraft.

Für die Spieler war die neue Trainingsform mit extremen Belastungen eine Umstellung: «Die hohe Intensität hat mich zu Beginn schon ziemlich gefordert», sagt FCA-Captain Sandro Burki. «Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Robert Meyer ist ein guter Typ. Er hat grosse Ausstrahlung. Das wirkt sich positiv auf die Stimmung in der Mannschaft aus.»

Meyer hält einen Rekord

Der gelernte Landwirt ist im luzernischen Grosswangen aufgewachsen. Er betreibt im 3000-Seelen-Dorf einen biologischen Ackerbaubetrieb. In seiner Zeit als Spitzensportler machte er sich in den Sparten Bob und Leichtathletik einen Namen. Im Bob war er von 1998 bis 2002 Anschieber von Reto Götschi. Als Pilot war er 2009 die Schweizer Nummer 5. Schlagzeilen machte Meyer auch als Leichtathlet. 2001 rannte er die 400 Meter Hürden in 51,31 Sekunden. Diese Zeit ist bis heute Innerschweizer Rekord.