Fussball-Randale

Nach FC-Aarau-Abstieg: Mit Krawallen rechnet die Polizei auch eine Liga tiefer

Basler Fans stürmen nach Spielschluss das Feld. Ein Basler Hooligan wird angeklagt und vor Gericht gestellt, vier Aarauer und fünf Basler Fans wurden per Strafbefehl mit Geldstrafen belegt. Gegen die Strafen haben drei Basler Einsprache erhoben, diese Fälle werden vor Gericht entschieden. Die übrigen sechs Geldstrafen sind rechtskräftig.

15. 5. 2014: «Schlacht vom Brügglifeld»:

Basler Fans stürmen nach Spielschluss das Feld. Ein Basler Hooligan wird angeklagt und vor Gericht gestellt, vier Aarauer und fünf Basler Fans wurden per Strafbefehl mit Geldstrafen belegt. Gegen die Strafen haben drei Basler Einsprache erhoben, diese Fälle werden vor Gericht entschieden. Die übrigen sechs Geldstrafen sind rechtskräftig.

Mit dem Abstieg des FC Aarau in die Challenge League dürften sich die Polizeieinsätze wegen Hooligans reduzieren. Arbeitslos werden die Sicherheitskräfte aber nicht: Auch eine Liga tiefer gibt es Risikofans.

Es war das letzte Heimspiel des FC Aarau in der Super League für mindestens ein Jahr – und vom Resultat her ein gelungener Abschluss der Saison: Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedeten sich die Aarauer von ihren Fans. Diese präsentierten sich aber nicht annähernd so positiv wie die Mannschaft.

Während des Spiels stürmten vermummte Hooligans aufs Feld, der Schiedsrichter musste die Partie unterbrechen, weil Pyrofackeln und Rauchpetarden gezündet wurden, und nach Spielschluss griffen Aarau-Anhänger die Polizei an. «Das kommt zum Glück sehr selten vor, viel häufiger kommt es zu Schlägereien zwischen verschiedenen Fangruppen, bei denen wir eingreifen müssen», sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei.

Angreifer wieder auf freiem Fuss

Diesmal hätten ungefähr 30 vermummte FCA-Hooligans beim Gais-Kreisel gezielt die Polizei attackiert. Weil die Sicherheitskräfte klar in der Unterzahl waren, zogen sie sich unter Einsatz von Pfefferspray zurück und forderten Verstärkung an. «Später konnten wir drei der mutmasslichen Angreifer verhaften», sagt Graser. Diese wurden von der Polizei befragt, sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuss. Ihnen droht laut Graser ein Strafverfahren wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte.

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt nach der Schlägerei zwischen Aarau- und Zürich-Fans Strafverfahren gegen insgesamt 13 Personen. Dies in vier Fällen wegen Anstiftung zu Landfriedensbruch, in neun Fällen wegen Landfriedensbruchs. Die Verfahren sind alle noch hängig.

22.11.2014: Schlägerei am Bahnhof Aarau.

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führt nach der Schlägerei zwischen Aarau- und Zürich-Fans Strafverfahren gegen insgesamt 13 Personen. Dies in vier Fällen wegen Anstiftung zu Landfriedensbruch, in neun Fällen wegen Landfriedensbruchs. Die Verfahren sind alle noch hängig.

FCZ gegen FCA: Massenschlägerei im November 2014 am Bahnhof Aarau.

FCZ gegen FCA: Massenschlägerei am Bahnhof Aarau am 24.11.2014.

Ausschreitungen gibt es nicht nur zwischen Fangruppen, im Herbst traf es auch einen Anwohner des FCA-Stadions. Nach dem Heimspiel vom 29. November gegen den FC Luzern kam es im Brügglifeld-Quartier zu Ausschreitungen. «Dabei hat ein FCL-Fan einen unbeteiligten Anwohner auf dessen Grundstück tätlich angegriffen und verletzt», sagt Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft. Der gewalttätige Luzerner wurde zu einer Geldstrafe und einer Busse von 500 Franken verurteilt.

Polizei passt Dispositiv an

Bis zum Start der neuen Fussballsaison, die Mitte Juli beginnt, muss sich die Polizei nicht mehr mit randalierenden Fussballfans beschäftigen. Graser geht davon aus, dass sich die Belastung des Korps mit dem Abstieg des FC Aarau in die Challenge League grundsätzlich reduzieren wird.

Nach der Randale in der Innenstadt wurden sieben St. Galler wegen Landfriedensbruchs, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Verstosses gegen das Vermummungsverbot und Abbrennens von Pyros zu Bussen und Geldstrafen verurteilt. Zwei haben Einsprache gegen die Strafbefehle erhoben.

18.10.2014 St. Galler Fans randalieren

Nach der Randale in der Innenstadt wurden sieben St. Galler wegen Landfriedensbruchs, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Verstosses gegen das Vermummungsverbot und Abbrennens von Pyros zu Bussen und Geldstrafen verurteilt. Zwei haben Einsprache gegen die Strafbefehle erhoben.

«Die Erfahrung hat gezeigt, dass es weniger Hochrisikospiele gibt, die ein Grossaufgebot nötig machen», sagt der Polizeisprecher. Zudem sei der Zuschaueraufmarsch in der Challenge League insgesamt geringer, damit könne das Dispositiv angepasst werden.

Das heisst aber nicht, dass die Sicherheitskräfte in der Challenge League nichts zu tun hätten, wenn der FC Aarau spielt. Die sogenannte «Ereignisliste Hooliganismus» des Bundesamtes für Polizei weist für Spiele mit Beteiligung des FCA in der Challenge-League-Saison 2012/13 insgesamt 18 Vorfälle aus.

In der Super-League-Saison 2013/14 wurden 27 Hooligan-Ereignisse registriert, also 50 Prozent mehr als in der Challenge League. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Sicherheitskosten. In der Saison 2012/13 (Challenge League) betrugen sie 417'720 Franken, in der Saison 2013/14 (Super League) lagen sie bei 1,24 Millionen Franken.

Mai 2015: Die «Schande von Aarau» wird zum Gerichtsfall.

«Die Schande von Aarau» wird zum Gerichtsfall (19. Mai 2015)

Nach dem Match ihrer Teams im Mai 2014 gingen Anhänger des FC Basel und des FC Aarau im Brügglifeld aufeinander los. 5 FCB- und 5 FCA-Anhänger wird nun Landfriedensbruch vorgeworfen. Mehrere wollen sich gegen die Bestrafung wehren.

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