Cup

Luzern-Fans stellen dem FC Aarau Forderungen – und fahren Teilsieg ein

Die Luzerner Fanvereinigung fordert, dass sie im Stadion Brügglifeld einen grösseren Gästesektor erhalten.

Die Luzerner Fanvereinigung fordert, dass sie im Stadion Brügglifeld einen grösseren Gästesektor erhalten.

Grosser Andrang aufs Cup-Viertelfinale: Die Luzerner Fanvereinigung USL forderte für Samstag eine Erweiterung des Gästesektors im Brügglifeld. Der FC Aarau reagierte. Eine Vermischung der Fanparteien scheint dennoch möglich.

Eines vorneweg: Es gibt für einen Fussballverein Leichteres als ein Spiel in einem infrastrukturell veralteten Stadion wie dem Brügglifeld auszutragen.

Auch deshalb ist es im Vorfeld des Cup-Viertelfinals zwischen dem FC Aarau und dem FC Luzern zu diesen Nebengeräuschen gekommen. Am Mittwoch veröffentlichte die Fanvereinigung United Supporters Luzern (USL) ein Statement. Darin forderte sie den FC Aarau dazu auf, den Gästesektor zu vergrössern.

Was war der Auslöser für diesen Appell? Der FC Aarau übergab der Luzerner Fanarbeit 700 Tickets für den Gästesektor im Brügglifeld. Nicht nur, weil die beiden Equipen den Cup-Halbfinal erreichen können, sondern auch aufgrund des Derby-Etiketts, das an dieser Begegnung haftet, waren die Tickets innert kürzester Zeit vergriffen.

Es gibt klare Anzeichen, dass mehr Luzerner diesem Spiel beiwohnen werden. Auch deshalb liess die USL verlauten: «Mit jedem Tag der Untätigkeit steigt die Anzahl jener FCL-Fans, die sich mit Tickets für Heimsektoren eindecken.»

Der FC Aarau steht unter Druck: Kommt er der Forderung der USL nach einer Erweiterung des Gästesektors nicht nach, sind Probleme im Heimsektor vorprogrammiert.#AlliufAarau

Posted by fcl.fan-fotos.ch on Mittwoch, 9. Dezember 2015

FCL-Fan

Erinnerungen an die Ausschreitungen vom Mai 2014

Was die Vermischung beider Fan-Lager bedeuten könnte, skizzierte die Fanvereinigung gleich selbst: «Je nach Spielverlauf drohen verbale oder gar handgreifliche Auseinandersetzungen zwischen den im selben Sektor befindlichen Luzerner und Aarauer Fans.»

Ob eine Erweiterung des Gästesektors die Ausschreitungsgefahr reduzieren würde, ist allerdings fraglich. Als der FC Aarau letztmals eine solche Vergrösserung vollzog, kam es im Mai 2014 nach dem Meisterschaftsspiel gegen den FC Basel zum Platzsturm der Basler Fans.

Die Forderung der Luzerner Fans nahmen die Verantwortlichen des FC Aarau zur Kenntnis. «Dass man per se annehmen muss, dass es in gemischten Sektoren zu Schlägerein kommt, ist eine bedenkliche Entwicklung», so Aaraus Medienchef Remo Conoci gegenüber «zentral+».

Das stimmt zwar, löst aber das Problem nicht. «Eine Vergrösserung des Gästesektors liegt nicht nur in den Händen des FC Aarau», erklärt Conoci weiter.

Im Interview mit dem Online-Magazin beziffert Conoci das Kontingent für den Gästesektor gemäss Sicherheitsauflagen auf 800 Fans.

Aarau gibt 100 zusätzliche Tickets frei

Bereits am Donnerstagnachmittag wollte sich niemand mehr beim FCA zu den Themen Ticketing und Gästesektor äussern. Stattdessen liess der Klub via Communiqué verlauten, dass die aktuelle Situation am Donnerstag nochmals erörtert wurde.

Bei diesen Gesprächen nahmen Kantonspolizei, Sicherheitsverantwortliche des FC Luzern und des FC Aarau sowie Fan-Vertreter von beiden Klubs teil.

Als weiteres Vorgehen wurde beschlossen, dass zu den bisherigen 700 Tickets weitere 100 Eintrittskarten an die Luzerner Fanarbeit übergeben werden. Zusätzliche 200 Billetts seien über den elektronischen Vorverkauf abgesetzt worden.

Immerhin ein Teilerfolg für die Luzerner Fanvereinigung. Laut dem FCA-Communiqué sehen die Auflagen der Aargauer Kantonspolizei aber vor, dass die Kapazität des Gästesektors auf 1000 Plätze beschränkt werden muss. Massgebend seien dabei Vorschriften in Bezug auf Fluchtwege. Die Erweiterung des Sektors kommt somit nicht infrage.

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