FC Aarau

Livio Bordolis Spiel der Wahrheit gegen Schaffhausen

In welche Richtung geht es für FCA-Trainer Livio Bordoli? Die Klubleitung will nach dem Schaffhausen-Spiel von heute eine Bilanz ziehen.freshfocus

In welche Richtung geht es für FCA-Trainer Livio Bordoli? Die Klubleitung will nach dem Schaffhausen-Spiel von heute eine Bilanz ziehen.freshfocus

Erinnern Sie sich an die Aussage von Roger Geissberger vor dem Heimspiel gegen Xamax Ende August? «Momentan gibt es keine Trainerdiskussion», erklärte der Vizepräsident des FC Aarau. «Eine erste Bilanz ziehen wir nach zehn Spielen.»

Erinnern Sie sich an die Aussage von Roger Geissberger vor dem Heimspiel gegen Xamax Ende August? «Momentan gibt es keine Trainerdiskussion», erklärte der Vizepräsident des FC Aarau. «Eine erste Bilanz ziehen wir nach zehn Spielen.»

Knapp vier Wochen später ist es so weit: Die Mannschaft von Trainer Livio Bordoli trifft in der zehnten Runde der Challenge League im Brügglifeld auf den FC Schaffhausen. Dass der FC Aarau gegen Xamax (2:1), Le Mont (0:0), La Chaux-de-Fonds (3:0) und Lausanne (1:1) zuletzt viermal in Folge nicht verloren hat, ist aller Ehren wert. Gute Ansätze waren zweifellos da, aber überzeugen oder sogar brillieren konnte der Super-League-Absteiger im Verlauf dieser Saison noch nie.

Für das Mittelmass gibt es viele Gründe: Die Mannschaft ist viel zu fragil, zu instabil, um stilsicher auftreten zu können. Es gibt im Zentrum des Mittelfelds keinen Aggressivleader. Und die kreativen Elemente? Mangelware! Die fehlende Klasse ist das eine, die fehlende Rasse, die fehlende Leidenschaft das andere. Gerade in schlechten Zeiten wie diesen sollten die Spieler Charakterstärke zeigen. Das geht nur mit Beissen, Kratzen, Austeilen und Einstecken.

Schauen wir den Tatsachen ins Gesicht: Mit acht Punkten aus neun Spielen ist der FC Aarau auf Rang 9 klassiert. Punktgleich mit dem Letzten Le Mont. Das Torverhältnis von 8:10 spricht Bände. Die gute Nachricht: Der FC Aarau hat in der Challenge League am wenigsten Treffer kassiert. Die schlechte Nachricht: Der FC Aarau ist mit einem Schnitt pro Partie von 0,888 Toren in offensiver Hinsicht das schwächste Team. Und die ganz schlechte Nachricht: Die beiden Stürmer Mart Lieder und Petar Sliskovic haben in den neun Spielen weder ein Tor geschossen noch ein Tor vorbereitet. Da stellt man sich logischerweise die Frage: Was wäre möglich, wenn der FC Aarau vor der Saison seine Hausaufgaben wenigstens teilweise gemacht und mindestens einen torgefährlichen Stürmer verpflichtet hätte?

Die Gewinner und die Verlierer

Der Druck auf den Trainer und die Spieler ist trotz des resultatmässigen Aufwärtstrends in den vergangenen Wochen nicht kleiner geworden. Man darf gespannt sein, auf welche Startformation Bordoli gegen die auswärtsschwachen Schaffhauser setzen wird. Bezüglich Aufstellung ist der 52-jährige Tessiner immer wieder für eine Überraschung gut. Es liegt an ihm, die richtige Mischung zu finden. Auf der Seite der Gewinner ist Sandro Burki momentan auf Rang eins. Bordoli hat seinen Irrtum erkannt und den Captain wieder zum Stammspieler gemacht. Burki zahlt das Vertrauen mit starken Auftritten zurück. Ein Gewinner ist auch Bruno Martignoni, der seine Arbeit in der Viererabwehrkette diszipliniert und unaufgeregt erledigt. Einziger Lichtblick in der Offensive ist Marvin Spielmann. Der 19-Jährige erzielte in der Meisterschaft drei Treffer und gab zwei Vorlagen. Auf dem Weg nach oben scheint endlich auch wieder der trickreiche und schnelle Flügelstürmer Daniele Romano zu sein. Auf der Seite der Verlierer stehen die erwähnten Stürmer Lieder und Sliskovic. Nicht über die Rollen von Bankdrückern hinaus kamen zuletzt die Routiniers Sven Lüscher und Michael Perrier.

Eines steht fest: Eine weitere Heimniederlage kann sich Bordoli nicht leisten. Als Trainer ist er nun mal das schwächste Glied in der Kette. Und die Bilanz des FC Aarau im Brügglifeld in dieser Saison spricht wahrlich nicht für ihn: Sie ist ganz einfach schlecht. In vier Spielen gab es einen Sieg, ein Unentschieden und zwei Niederlagen. Das ist für einen selbst ernannten Aufstiegsanwärter zu wenig. Viel zu wenig.

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