FC Aarau

Ist er der Retter? Marvin Spielmann soll das Offensivproblem lösen

Marvin Spielmann hat in der laufenden Saison schon dreimal getroffen.

Marvin Spielmann hat in der laufenden Saison schon dreimal getroffen.

Der 19-jährige Ex-Badener hat mehr Talent als seine Konkurrenten im Sturm. Das kommt nicht von ungefähr: Der Oltner zählte zu den besten Nachwuchsspielern der Schweiz. Sein Vertrag beim FCA läuft noch bis zum Sommer 2019.

Im Fussball ist es wie im normalen Leben. Mit Geld ist vieles leichter. Will der FC Aarau seinen Platz in der Super League zurück erobern, muss er mit dem Verkauf von Talenten versuchen, die eine oder andere Million in die Kasse zu spülen.

FC Chiasso - FC Aarau 1:1 (08.08.2015, Runde 4) Stimmen zum Spiel

FC Chiasso - FC Aarau 1:1 (08.08.2015, Runde 4): Interviews mit Torschütze Marvin Spielmann und Cheftrainer Livio Bordoli.

Bei den Aarauern war das zuletzt vor gut zwei Jahren der Fall. Der Transfer von Abwehrspieler Silvan Widmer zum italienischen Serie-A-Verein Udinese Calcio brachte dem Klub einen siebenstelligen Betrag.

Zwei 19-Jährige geben Hoffnung 

Mal schauen, ob der FC Aarau bald wieder ein lukratives Geschäft mit einem Nachwuchsspieler abschliessen kann. Momentan gelten Miguel Peralta und Marvin Spielmann als grösste Hoffnungsträger.

Beide sind 19 Jahre alt. Beide haben Verträge bis 2019. Verteidiger Peralta musste zuletzt allerdings bös unten durch. Nach zwei schweren Verletzungen im rechten Knie geriet seine Karriere ins Stocken. Zurzeit ist er im Aufbautraining. Ganz anders Flügelstürmer Spielmann: Der junge Mann zählt seit dieser Saison zum Kader der ersten Mannschaft.

Und startet voll durch: Spielmann schoss beim 1:1 in Chiasso den Führungstreffer, spielte am vergangenen Samstag beim 5:0-Sieg im Cup gegen den 1.-Ligisten Zürich United erstmals von Beginn an und schoss prompt zwei Tore.

Niveauunterschied gemeistert

Zwar ist die Konkurrenz auf den Seiten mit Luca Radice, Ridge Mobulu, Sven Lüscher, Kim Jaggy, Henri Acosta, Daniele Romano und Christopher Teichmann ziemlich gross, aber Spielmann hat gute Karten.

Einfach deshalb, weil der 1,81 Meter grosse und 71 Kilogramm schwere Offensivspieler über mehr Talent verfügt als seine Teamkollegen. Den Sprung vom Erstligisten FC Baden zum Challenge-League-Klub Aarau scheint er auf diese Saison hin ohne allzu grössere Probleme zu schaffen. «So einfach ist es dann doch nicht», erklärt er.

«Der Unterschied ist riesig. Ich muss die Konzentration hoch halten, schneller denken und schneller umschalten. Der Rhythmus ist viel höher und die Zweikämpfe sind viel härter und intensiver.»

Sportlehre in Aarau

Spielmann ist in Olten aufgewachsen und ging dort während acht Jahren in die Schule. Sein Talent wurde früh entdeckt. 2010 zählte er zu den besten Junioren in der Schweiz und bekam deshalb die Möglichkeit, während zwei Jahren an der Crédit Suisse Football Academy in Emmenbrücke zu trainieren.

Momentan absolviert er eine vierjährige Sportlehre beim Departement für Bildung, Kultur und Sport in Aarau und wird diese 2017 abschliessen. Dann möchte er voll auf die Karte Fussball setzen. Spielmanns Karriere begann 2002 beim FC Dulliken. 2005 wechselte er zum FC Aarau und durchlief alle Juniorenauswahlen.

Während der vergangenen eineinhalb Jahre spielte er für den Erstligisten FC Baden und war einer der Leistungsträger. Spielmann wohnt nur ein paar Meter vom Brügglifeld entfernt in einer kleinen Wohnung mit Küche und Bad.

Angebote dürften folgen

Vor einem Jahr unterschrieb Spielmann beim FC Aarau einen Vertrag bis 2019. Mit dabei waren damals Vater Markus, von Beruf Marketing-Berater, FCA-Sportchef Urs Bachmann und FCA-Nachwuchschef Sascha Stauch. «Dieser Vertrag ist eine gute Sache und gibt beiden Parteien eine gewisse Sicherheit», sagt Marvin Spielmann.

Dass der Flügelstürmer dank seiner Technik, Dribbelstärke und Schnelligkeit längst in den Fokus von Schweizer Grossklubs geraten ist, versteht sich von selbst. Konkrete Angebote soll es noch keine geben. Das dürfte sich bald ändern. Sehr bald.

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