FC Aarau

Grosse Baustelle: Der FC Aarau sucht den Superstürmer

Auch Sven Lüschers (am Boden) Abstecher ins Sturmzentrum kam ziemlich flach heraus. freshcocus

Auch Sven Lüschers (am Boden) Abstecher ins Sturmzentrum kam ziemlich flach heraus. freshcocus

Tore sind beim Tabellenletzten der Challenge League Mangelware – der FC Aarau hat seit längerem ein Sturmproblem. Die beiden Stürmer Sliskovic und Lieder treffen nicht, Mittelfeldspieler müssen in die Bresche springen.

Und täglich grüsst das Murmeltier. Der FC Aarau hält zwar in der Challenge League spielerisch gut mit, aber am Ende jubeln doch die anderen. Am Samstag war dies Xamax Neuchâtel. Unter dem neuen Trainer Marco Schällibaum ist der FCA damit weiterhin sieglos. Nur 14 Tore aus 16 Spielen in dieser Saison sind definitiv zu wenig. Nie haben die Aarauer mehr als zwei Tore in einem Spiel erzielt. Das Fazit: Der FC Aarau hat den schlechtesten Angriff der Liga.

Es ist auffällig, dass es dem Super-League-Absteiger schwerfällt, seinen Ballbesitz in Tore umzumünzen. Es fehlt ein Knipser, der die Chancen in Zählbares verwandelt. Ein Sturmtank wie Dante Senger, der nach drei Jahren in Aarau nun in Neuenburg seine Tore schiesst – schicksalshafterweise auch gegen seinen Ex-Verein. In Aarau vermisst man den Argentinier mehr denn je, zumal sich dessen Nachfolger Mart Lieder bisher als Flop entpuppte.

Neuchatel Xamax FCS - FC Aarau 2:0: Interviews mit Sven Lüscher sowie mit Marco Schällibaum

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Die beiden Treffer in der ersten Cup-Runde gegen den unterklassigen FC United Zürich blieben die einzigen Torerfolge des Holländers im Trikot der Aarauer. Dabei sollte Lieder doch Petar Sliskovic, der bisher auch nur ein mickriges Törchen erzielen konnte, im Kampf um die Mittelstürmerposition Dampf machen.

Experimente ohne Erfolg

Die Stürmersituation beim FCA ist mittlerweile so prekär, dass sich nach dem kurzfristigen Ausfall von Sliskovic, der am Samstag mit Kniebeschwerden kurz vor Anpfiff passen musste, Mittelfeldspieler in vorderster Front probieren müssen. So übernahm Youngster Marvin Spielmann gegen Xamax die Position der einzigen Spitze. «Klar ist Marvin kein richtiger Stürmer, aber mit seiner Schnelligkeit kann er durchaus auch da spielen», erklärt Schällibaum seinen Entscheid.

Das Problem: Der technisch versierte Sprinter Spielmann machte gegen Xamax zwar viele Wege, hing in vorderster Front aber zumeist in der Luft. Bis auf den Pfostenschuss in der dritten Minute konnte sich der U21-Internationale nicht in Szene setzen. Das sah wohl auch sein Coach so. In Halbzeit zwei durfte Spielmann wieder auf den Flügel ausweichen, und mit Oldie Sven Lüscher versuchte sich der nächste Mittelfeldspieler als Stossstürmer – ebenfalls ohne Erfolg.

Das Problem ist längst erkannt. Schällibaum und Sportchef Raimondo Ponte werden im Winter handeln und sondieren jetzt den Markt. «Wir haben gute Gespräche geführt und sind an Spielern dran, die uns im nächsten Jahr weiterbringen», so Schällibaum. Der U21-Internationale Haris Tabakovic, der bei YB nur zu wenig Einsatzzeit kommt, gehört zu den Spielern, die gehandelt werden.

Wer beendet den Torfluch?

Mit dem neuen Stürmer soll endlich die Effizienz vor dem Tor gesteigert werden. In der Abgebrühtheit sieht auch Mittelfeldkämpfer Michael Perrier Steigerungsbedarf: «Wir brauchen momentan viel zu viele Torschüsse, um ein Tor zu erzielen. Unsere Gegner sind da viel besser.» Gegen Xamax addierte sich zur Aarauer Abschlussangst auch noch unglaubliches Pech. Ganze dreimal scheiterte der FC Aarau an Latte und Pfosten.

Die dringend benötigten Neuzugänge helfen aber erst in der Rückrunde. Bis dahin muss der FC Aarau in den letzten drei Ernstkämpfen vor der Winterpause in Wohlen, gegen Le Mont und im Cup gegen Luzern auf andere Wege hoffen, um die gruselige Torschussquote zu verbessern.

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