Aarau - Luzern

Der FC Aarau lässt sich zu Hause von Luzern mit 2:6 vorführen

Der FC Aarau hat die grosse Chance verpasst, bis auf drei an Vaduz heranzukommen. Im heimischen Brügglifeld lassen sich die Aarauer von einem effizienten FC Luzern gleich mit 2:6 überfahren. Der Klassenerhalt wird immer schwieriger.

Was ist bloss in Dusan Djuric gefahren? Der Schwede im Dress des FC Aarau wollte sich in der 39. Minute nahe der Strafraumgrenze gegen drei Luzerner mit spielerischen Mitteln durchsetzen. Die Betonung liegt auf dem Wort «wollte». Marco Schneuwly schnappte dem 30-jährigen Dribbelkünstler den Ball weg, vernaschte Joël Mall und hatte keine Mühe, das 2:0 für die Zentralschweizer zu erzielen. Zur Pause nahm Aarau-Trainer Raimondo Ponte Djuric vom Feld und brachte Petar Sliskovic. 

Djuric als Sündenbock? «Nein», sagt Ponte. «Djuric hat nicht schlecht gespielt. Ich spürte aber, dass ihm der Fehler sehr zu schaffen macht und wollte ihn schützen.» Der Aussetzer von Djuric ist symptomatisch für den Saisonverlauf des FC Aarau. Die Mannschaft betreibt Spiel für Spiel einen Riesenaufwand, der allerdings in keinem Verhältnis mit dem Ertrag steht.

Und so ist es im Endeffekt eine Randnotiz, dass die Aarauer dank einem Treffer von Stephan Andrist zu Beginn der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich auf 1:2 heran kamen. Nach dem kleinen Erfolgserlebnis ging ein Ruck durchs Team. Es powerte und powerte. Die FCA-Fans peitschten die Spieler nach vorne. Es brodelte im Brügglifeld. Das 2:2 lag in der Luft. Aber es fiel nicht.

Vergebene Chancen in der Startphase

Nach gut einer Stunde bewies Luzern-Trainer Markus Babbel mit der Einwechslung von Adrian Winter ein goldenes Händchen. Der Joker traf nur 33 Sekunden nach seiner Einwechslung zum 3:1. Von diesem neuerlichen Rückschlag erholten sich die Aarauer nicht mehr. Der Mist war geführt.

Am Schluss siegte Luzern 6:2. In Worten – sechs zu zwei. Dass Babbel an der Pressekonferenz nach dem klaren Sieg gleich dreimal von «einem Quäntchen Glück für seine Mannschaft» sprach, klang aus Aarauer Sicht wie Hohn und Spott. 

Die Analyse des Deutschen traf den Nagel aber auf den Kopf. Der FC Aarau war vor allem in der Startphase klar besser als Luzern. Pontes Team startete vor 4963 Zuschauern nämlich wie die Feuerwehr und hätte nach einer Viertelstunde 1:0, ja 2:0 führen müssen. Andrist mit zwei Abschlussversuchen aus aussichtsreichster Position und Dante Senger mit einem Kopfball aus kurzer Distanz verfehlten das Ziel nur um Haaresbreite.

Kopflos nach vorne

Und was machte der FC Luzern? Nichts. Er wartete geduldig auf die erste Chance - und nutzte diese zum ersten Tor. Er wartete geduldig auf den ersten Fehler des Gegners - und nutzte diesen kaltblütig zum zweiten Treffer. Und als Andrist mit dem 1:2 die Hoffnung für den Aussenseiter zurück brachte (47.), setzte dieser alles auf eine Karte.

Prompt vernachlässigte man in Zeiten des Sturms und Drangs nach dem Ausgleichstreffer die defensiven Pflichten. Und wurde dafür bestraft: Der FC Luzern blieb nämlich cool und konterte den Kontrahenten eiskalt aus.

Nach der 2:6-Klatsche steht dem FC Aarau das Wasser bis zum Hals. Die Spieler wähnten sich gestern wohl wieder einmal im falschen Film. Fünf Runden vor Schluss rückt die Challenge League immer näher. Ponte jedenfalls war nach eigener Aussage grausam enttäuscht. Angesprochen auf eine Erklärung für die Heimpleite, entgegnete er: «Manchmal ist es im Fussball ganz einfach. Wer die Tore nicht macht, der kassiert sie.» 

Aarau - Luzern 2:6 (0:2)

4963 Zuschauer. - SR Pache. - Tore: 24. Jantscher 0:1. 39. Schneuwly 0:2. 47. Andrist (Sliskovic) 1:2. 67. Winter (Schneuwly) 1:3. 77. Lezcano 1:4. 78. Freuler (Schneuwly) 1:5. 87. Feltscher 2:5. 93. Schneuwly (Ianu) 2:6.

Aarau: Mall; Nganga, Thaler, Magyar, Jaggy; Burki; Andrist (74. Feltscher), Costanzo (65. Lüscher), Radice, Djuric (46. Sliskovic); Senger.

Luzern: Zibung: Thiesson, Wiss, Affolter, Lustenberger; Freuler; Bozanic (75. Doubai), Haas; Jantscher (66. Winter); Lezcano (81. Ianu), Schneuwly.

Bemerkungen: Aarau ohne Garat und Gauracs (beide verletzt), Luzern ohne Puljic, Rogulj und Sarr (alle verletzt). Verwarnungen: 19. Thaler (Foul). 41. Wiss (Foul). 55. Thiesson (Foul). 56. Radice (Reklamieren).

Hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen:

Matchtracker: FC Aarau - FC Luzern 03.05.15

Liveticker, FC Aarau, FC Luzern, 03.05.2015

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