Das Leiden auf der Tribüne hat ein Ende. Das Leiden am Spielfeldrand hat erst begonnen. Marco Schällibaum ist beim 1:3 in Biel mitten drin statt nur dabei. Was der Trainer des FC Aarau während der 94 Minuten sieht, muss ihm zu denken geben. Es ist das alte Lied: Individuelle Fehler brechen dem Super-League-Absteiger das Genick. Beim 1:0 für den FC Biel patzt Torhüter Ulisse Pelloni. Vor dem 2:0 für den FC Biel patzt Aussenverteidiger Bruno Martignoni.

Und vor dem 3:0 des überragenden Antonio Marchesano patzt erst Innenverteidiger Olivier Jäckle, dann foult Marco Thaler den Koreaner Kwang Pak penaltyreif. Am Schluss steht es aus Sicht des FCA 1:3. Sandro Burki erzielt den Ehrentreffer. Der Captain profitiert eine Viertelstunde vor Abpfiff von einem Fehler des Bieler Torhüters Jérémy Frick.

«Ein Aufbäumen war da»: Cheftrainer Marco Schällibaum und Captain Sandro Burki zum Spiel FC Biel/Bienne - FC Aarau 3:1 (01.11.2015, Runde 14)

«Ein Aufbäumen war da»: Cheftrainer Marco Schällibaum und Captain Sandro Burki zum Spiel gegen Biel.

Gut übersieht Penalty

Und wer weiss, was passiert wäre, hätte Luca Gut in der 87. Minute ein Foul von Biel-Verteidiger Jérémy Manière an Luca Radice innerhalb des Strafraums mit einem Penalty geahndet? Der Schiedsdrichter aber war in dieser Szene schlecht. Sehr schlecht sogar. Statt Penalty zu pfeifen und Manière mit der gelb-roten Ampelkarte vom Platz zu stellen, liess Gut das Spiel weiter laufen. Ein Witz!

Vielleicht wäre dem FC Aarau nach dem möglichen Penaltytreffer sogar noch das Tor zum Ausgleich gelungen. Statt 3:3 lautet das Resultat schliesslich 1:3. Und weil die FCA-Fans die fünfte Niederlage in dieser Saison nicht einfach so akzeptieren wollten, suchten sie das Gespräch mit dem Trainer und den Spielern. Schällibaum und die Spieler versprachen Besserung. «Wir kommen aus diesem Loch heraus», sagte der Nachfolger von Livio Bordoli.

«Der schlechte Start mit dem schnellen Gegentor war Gift für uns. Danach haben wir uns gegen die drohende Niederlage aufgebäumt. Natürlich sind wir die letzten zwanzig Meter vor dem gegnerischen Tor zu harmlos. Momentan fehlt uns einfach das nötige Glück.»

Aarau ohne Glück

Glück hatte der FC Aarau wahrlich nicht. Das Spiel in der Tissot Arena vor 2125 Zuschauern hätte für Schällibaums Team nicht schlechter beginnen können: Benjamin Kololli hämmerte nach 180 Sekunden einen Freistoss aus knapp 35 Metern in die Maschen. Der Schuss in die Torecke war zwar herrlich, aber Pelloni machte alles andere als eine gute Figur.

Damit nicht genug der Unbill. Nach gut einer halben Stunde führte Biel bereits mit 2:0. Und wieder fiel der Treffer unter gütiger Mithilfe der Aarauer. Biels Kofi Schulz setzte in der eigenen Platzhälfte zu einem Solo an und profitierte von einem Lapsus Bruno Martignonis. Schulz flankte zur Mitte – und Janick Kamber konnte den Ball aus kurzer Distanz ungestört an Pelloni vorbeischieben.

Aarau nur mit Halbchancen

Natürlich hatte der FC Aarau vor der Pause die eine oder andere Halbchance, aber der Vorsprung mit zwei Toren der Seeländer ging in Ordnung. Hätten Marchesano (19.), Kolloli (26.) und Kwang Pak (38.) ihre hochkarätigen Möglichkeiten genützt, wäre die Partie schon nach 45 Minuten entschieden gewesen. Dass der FC Aarau nach der Pause mit viel Einsatz und Willensstärke auf das 0:2 reagierte, ist schön und gut.

Dass der FC Aarau gefühlte 70 Prozent Ballbesitz hatte, mag auch den Statistikern gefallen. Der Ertrag aber war bescheiden. Mit Ausnahme von Burkis drittem Saisontor schaute nichts Zählbares heraus.

Matchtracker: FC Biel - FC Aarau

Liveticker: FC Biel - FC Aarau