Definition Glück? Glück ist eine erfreuliche Fügung des Schicksals. Und Glück ist eine extrem starke und positive Emotion. Igor Nganga ist zweifellos ein Glückspilz. Ihm lachte das Glück beim 2:1-Sieg in Chiasso nämlich gleich zweimal. Der 28-jährige Rechtsverteidiger schoss im Stadio Riva IV zwei Tore. Und das innert neun Minuten.

FC Chiasso - FC Aarau 1:2 (13.02.2016, Stimmen zum Spiel)

FC Chiasso - FC Aarau 1:2 (13.02.2016, Stimmen zum Spiel)

Interviews mit Doppeltorschütze Igor Nganga sowie Cheftrainer Marco Schällibaum. 

Der Kongolese strahlte nach dem ersten Auswärtssieg des FC Aarau in dieser Saison übers ganze Gesicht, liess sich erst von den Fans feiern und holte sich anschliessend bei Sportchef Raimondo Ponte Streicheleinheiten ab.

Igor im Glück heisst also die Schlagzeile des Kellerduells in der Challenge League. Natürlich war der Fussballgott in Chiasso aufseiten von Nganga. Von Zufall zu sprechen, wäre allerdings falsch. Um den Begriff Glück ein letztes Mal zu strapazieren: Der Abwehrspieler des FC Aarau ist ein Spieler, der sich das Glück verdient. Einerseits rennt er auf der rechten Seite immer wieder rauf und runter, anderseits scheut er keinen Zweikampf. Er teilt aus, steckt ein und geht immer dorthin, wo es so richtig wehtut.

Typisch für rustikale Spielweise

Seine beiden Tore zu Beginn der zweiten Halbzeit sind typisch für seine rustikale Spielweise. Nachdem ihm Miguel Peralta den Ball im Fünfmeterraum auf dem silbernen Tablett serviert hatte, stocherte der Afrikaner den Ball hinter die Linie. Und das mit seinem schwachen linken Fuss. «Ich traf den Ball nicht optimal», gibt Nganga zu. «Es war so eine Art Chip. Hauptsache, Tor!»

Chip hin, Chip her; der FC Aarau führte nach 52 Minuten 1:0. Und nach einem Corner von Sven Lüscher, einigen Kopfbällen und einem Chaos im Strafraum der Tessiner stand Nganga kurze Zeit später erneut am richtigen Ort: Diesmal war er mit einem Kopfball erfolgreich. Erst mit links, dann mit Köpfchen: Nganga wurde zum Matchwinner und sorgte dafür, dass sich der FC Aarau von Rang zehn auf Rang neun verbesserte.

Schritt in die richtige Richtung

Natürlich ist das kleine Erfolgserlebnis ein Schritt in die richtige Richtung. Aber der Kampf um den Ligaerhalt geht weiter. Schon am nächsten Montag ist die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum auf dem Kunstrasen in Neuenburg gegen Xamax gefordert. Klar ist: Nganga machte in Chiasso Werbung in eigener Sache. Der Vertrag des Abwehrspielers, der seit Juli 2011 im Brügglifeld ist, dauert nur noch bis Ende Saison.

Was dann? Bleibt er oder geht er? «Ich bin schon fünf Jahre beim FC Aarau», erklärt Nganga. «Der Verein bedeutet mir viel. Grundsätzlich möchte ich bleiben. Aber ich werde mich wohl erst im März entscheiden.» Und was sagt Ponte? Der Sportchef hat mit Nganga unlängst ein Gespräch geführt und ist guter Dinge: «Natürlich muss man die sportliche Entwicklung des FC Aarau abwarten», erklärt der Sportchef. «Aber von Klubseite her besteht grosses Interesse, den Vertrag mit Nganga langfristig zu verlängern. Er ist ein Allrounder, kann also auf mehreren Positionen eingesetzt werden.»